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Illegaler Welpenhandel

VIER PFOTEN kämpft gegen die Welpenmafia

19.7.2021

Das Geschäft mit Welpen boomt in Europa. Viele davon stammen aber leider nicht aus einer verantwortungsvollen Zucht. Gerade in Osteuropa werden Welpen unter schlimmsten Bedingungen geboren, viel zu früh von ihren Müttern entrissen und mit gefälschten Papieren illegal Richtung Westeuropa gebracht.  

Hundewelpen im Internet zu kaufen erscheint vielen Menschen einfach und praktisch. Was sie nicht wissen: Möglicherweise unterstützen sie damit das tierquälerische Geschäft illegaler Welpenhändler.  

Der illegale Welpenhandel ist grausam: Unter katastrophalen Bedingungen werden Hunde in Osteuropa vermehrt und auf Online-Portalen angeboten. Die Anzeigen sind unauffällig. Fotos von niedlichen Welpen aus vermeintlich liebevoller Hobbyzucht verschleiern die wahre Herkunft der Tiere. Ein auffällig niedriger Preis für einen ansonsten teuren Rassehund war früher häufig ein Hinweis auf einen unseriösen Verkäufer.  

Aber die kriminellen Hundehändler haben dazugelernt und bieten Trendrassen wie Malteser oder Labrador oft auf dem gleichen Preisniveau an, wie seriöse Züchter. Ohne Identitätsprüfung können selbst Online-Plattformen kriminelle Verkäufer nicht erkennen und ausschließen.  

Laut Angaben der EU werden so jeden Monat schätzungsweise 50.000 Welpen zwischen den europäischen Ländern gehandelt.

Wurden Sie Opfer oder Zeuge von illegalem Welpenhandel?

illegaler Welpenhandel ist grausam
illegaler Welpenhandel ist grausam
illegaler Welpenhandel ist grausam
illegaler Welpenhandel ist grausam

Was versteht man unter illegalem Welpenhandel?

In schäbigen Massenzuchtanlagen geboren und ohne Chance auf ein Leben ohne Leid - so geht es vielen Welpen, die dazu bestimmt sind, von so genannten "Hunde-Produzenten" in ganz Europa verkauft zu werden. Ihr junges Leben verbringen sie hauptsächlich in finsteren und schmutzigen Unterkünften - mit unzureichendem Futter und Wasser. Viele überleben die Tortur nicht.

Hinter dem illegalen Welpenhandel steckt ein kriminelles Netz aus Vermehrern, Fahrern und Händlern. Kleinanzeigen-Portale im Internet sind wichtige Marktplätze, denn sie bieten der Welpenmafia Zugang zu vielen potenziellen Käufern.  

Kriminelle Händler bieten anonym oder unter falschem Namen Welpen, zumeist im Internet, zum Kauf an. Richtige Informationen über die Hunde gibt es in den Anzeigen selten. Viele Käufer ahnen nicht, woher die Welpen aus der Online-Anzeige kommen. Das Tückische: Eine „Hunde zu kaufen“ -Anzeige können die skrupellosen Händler problemlos online schalten. Die wahre Herkunft von Hunden, Katzen oder anderen Tieren, die zum Verkauf angeboten werden, kann auf Internetplattformen leicht verschleiert werden. 

Bei genügend Anfragen für einen Welpen gibt der unseriöse Verkäufer (Händler) eine Bestellung bei einer oder mehreren Welpenfabriken (Vermehrern) auf. Hier werden die Welpen unter schlimmsten Bedingungen gezüchtet und ihren Müttern im Alter von nur wenigen Wochen viel zu früh entrissen. Das profitgetriebene Vermehren von Hunden ist in Osteuropa ohne viel Aufwand möglich und durch die hohe Nachfrage in Westeuropa eine lukrative Einnahmequelle. Es gibt für die Betreiber kaum Auflagen, kaum Kontrollen und nur selten Strafen. Dafür ist die Gewinnspanne groß. Trendrassen wie Französische Bulldogge, Mops oder Chihuahua werden massenweise produziert und auf Online-Plattformen in ganz Europa inseriert. Häufig sind diese Welpen geschwächt, krank, von Parasiten befallen und ungeimpft – denn der Profit steht an erster Stelle.

Die oftmals kranken und traumatisierten Welpen werden in Kofferräume gepfercht und von Zwischenhändlern bzw. Fahrern illegal quer durch Europa gekarrt. In Ländern wie zum Beispiel Österreich werden die gequälten Hunde oft an öffentlichen Platz verkauft und mit gefälschten Papieren übergeben. Beim Schmuggel viel zu junger Welpen über die Landesgrenzen haben die Händler kaum ernste Konsequenzen zu befürchten.  

Der europäische Online-Handel mit Welpen hat einen Wert von fast 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Fast 2,4 Millionen Hunde werden jedes Jahr über die großen europäischen Kleinanzeigen-Websites, die Hunde inserieren, gehandelt.

Vermehrerstationen

Vermehrerstationen


Es herrschen untragbare Zustände für die Tiere: Weder die Muttertiere noch die Welpen erhalten geeignetes Futter, medizinische Versorgung oder lebenswichtige Impfungen.

Welpen

Welpen


Welpen werden ihren Müttern viel zu früh entrissen und oftmals todkrank und traumatisiert verkauft. Viele der Tiere werden binnen weniger Wochen schwer krank, sind verstört und manchmal sogar aggressiv gegenüber ihren Haltern.

Muttertiere

Muttertiere


Als Gebärmaschinen missbraucht, werden sie getötet oder in Laboratorien (als Versuchstiere) gebracht, sobald sie keine Leistung mehr bringen!

Wie erkenne ich illegalen Welpenhandel?

Für Käufer ist es anhand von Online-Anzeigen nahezu unmöglich, seriöse Anbieter von kriminellen zu unterscheiden. Doch es gibt Anhaltspunkte, die auf nicht vertrauensvolle Händler hinweisen:

  • Es kann von illegalen Welpenhändler ausgegangen werden, wenn eine große Anzahl an Tieren, womöglich sogar verschiedener Rassen, angeboten werden.
  • Aufmerksam sollten Sie werden, wenn Sie das Muttertier und den Welpen nicht vor dem Kauf sehen bzw. besuchen können. Ein weiterer Hinweis ist, dass Sie aufgefordert werden, dass Tier sofort mitzunehmen und dieses nicht vorab mehrfach besuchen können.
  • Bei einem seriösen Welpenkauf werden die vollständigen Papiere des Hundes übergeben und ein Kaufvertrag wird abgeschlossen.
  • Seriöse Züchter suchen sowohl vor als auch nach dem Handel Kontakt zu Ihnen und stehen für Fragen zur Verfügung. Sie interessieren sich für den Verbleib des Hundes.

Wo melde ich illegale Welpenhändler?

Wenn Sie Opfer eines illegalen Welpenhandels wurden, oder etwas Auffälliges beobachtet haben, melden Sie das umgehend den Behörden! Weiters können Sie uns auch über Ihren Fall über unser Meldeformular berichten.

Mit Ihrer Unterstützung können wir unsere Recherchen vertiefen und den politischen Forderungen noch mehr Nachdruck verleihen. Ihr Bericht trägt dazu bei, Leben zu retten und weiteres Leid zu verhindern.

Was unternimmt VIER PFOTEN gegen den illegalen Welpenhandel?

VIER PFOTEN arbeitet seit über zehn Jahren gegen den illegalen Welpenhandel. Da ein Großteil dieser Welpen im Internet verkauft wird, setzen wir uns dafür ein, den Handel mit Tieren im Internet zu regulieren. Das größte Problem dabei: Viele Online-Anbieter haben keine ausreichenden Kontroll-Maßnahmen für Tierverkäufe eingeführt. Täter können nicht identifiziert werden – und kommen häufig ungeschoren davon. Die Rückverfolgbarkeit ist ein Schlüsselaspekt im Kampf gegen den illegalen Welpenhandel. Dafür setzt sich VIER PFOTEN ein. 

Wir arbeiten mit einem Netzwerk aus Behörden, Polizei, Tierärzten, betroffenen Käufern und Medien zusammen, um eine langfristige Verbesserung des Handels mit Tieren durch Aufklärung, starke Gesetze und effektive Kontrollen zu schaffen.

Hinweis: Bei Ansicht dieses Videos eventuell auftauchende Werbeeinblendungen stehen in keinem Zusammenhang mit VIER PFOTEN. Wir übernehmen für diese Inhalte keinerlei Haftung.

VIER PFOTEN FORDERT

  • Zuverlässige Identifizierung aller Tierverkäufer auf allen Online-Plattformen
  • Nur registrierte Tiere dürfen auf Online-Plattformen inseriert werden
  • Verbot des Verkaufs oder Anbieten von Tieren über soziale Medien (Ausnahmen für Tierheime und Tierschutzorganisationen sind möglich)

VIER PFOTEN Modelllösung

VIER PFOTEN Modellösung


Nur bereits gechippte und in einem Heimtierregister erfasste Hund dürfen auf Online-Portalen angeboten werden. So könnten die Behörden die Herkunft der Tiere zurückverfolgen und skrupellose Welpenhändler identifizieren.

Hier mehr dazu!

DIGITAL SERVICES ACT

DIGITAL SERVICES ACT


Wir fordern politische Entscheidungsträger zur Nachbesserung eines neuen EU-Gesetzes auf, um den illegalen Welpenhandel von Online-Marktplätzen zu verbannen.

Hier mehr dazu!
Welpen im Käfig

Weitere Infos zum illegalen Welpenhandel

Mehr erfahren

Partner im Einsatz gegen übertragbare Krankheiten

Der unkontrollierte, illegale Heimtierhandel stellt einen Übertragungsweg für Krankheiten zwischen Mensch und Tier dar. Diese heißen Zoonosen. Die auf dem Schwarzmarkt gekauften Tiere sind keiner gesundheitlichen Kontrolle unterworfen und können aus infizierten Gebieten stammen. Gemeinsam mit dem Biocrime-Projekt setzen wir uns gegen eine Verbreitung von Zoonosen durch den illegalen Heimtierhandel ein. Als assoziierter Partner des Biocrime-Projekts unterstützen wir von außen, indem wir unser Wissen und unseren Zugang zu relevanten Informationen zur Verfügung stellen.

Das Biocrime-Projekt zielt darauf ab, das Zoonosen-Risiko durch die Entwicklung einer gemeinsamen Strategie gegen den illegalen Heimtierhandel zu verringern. Im Rahmen dessen werden Präventionsprogramme entwickelt, genauso wie Ausbildungskurse für Staatsbeamte, Entwicklung von gemeinsamen Kommunikationsprotokollen, Einrichtung einer gemeinsamen IT-Plattform für den Datenaustausch, epidemiologische Überwachung bei den beschlagnahmten Tieren, Ausbildungsmaßnahmen für die Bevölkerung der betroffenen Regionen: Das sind nur einige Beispiele des Biocrime-Projekts, welche das Ziel verfolgen, den illegalen Heimtierhandel zu verringern. 

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