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Die VIER PFOTEN Modelllösung

26.11.2018

Wir setzen uns für eine vollständige Rückverfolgbarkeit des EU-weiten Online Welpenhandels ein!

Der illegale Welpenhandel ist geprägt von Tierquälerei, Betrügerei und Krankheitsrisiken für die jungen Hunde. Durch unsere Ermittlungen, Recherchen und unsere Kampagnenarbeit konnten wir die weit verbreiteten Probleme im Tierhandel aufdecken. Die meisten Welpen werden Online über Kleinanzeigen-Plattformen verkauft. Diese bieten Verkäufern einen einfachen Zugang zu einer großen Zahl potenzieller Käufer.

Da die internationalen Welpenhändler die Plattformen anonym nutzen können, werden vor allem dort illegal importierte Tiere verkauft. Die Gefahr, dass die Händler identifiziert und dadurch strafrechtlich verfolgt werden können ist äußerst gering. Rückverfolgbarkeit ist ein Schlüsselaspekt im illegalen Handel mit Welpen. Denn es passiert oft, nachdem ein Kauf online abgewickelt wurde, dass die Welpenhändler verschwinden und die Opfer des Tierhandels (die Käufer der Tiere) mit kranken Tieren und hohen tierärztlichen Kosten konfrontiert sind. Derzeit gibt es in der gesamten Europäischen Union kein Gesetz, das dieses Problem löst.

Das EU Gesetz zur Tiergesundheit

Das EU Gesetz „Tiergesundheitsrecht" oder englisch „Animal Health Law“ (AHL) bietet eine noch nie dagewesene Gelegenheit, den illegalen Handel mit Welpen zu unterbinden. Das AHL wird ab dem 21. April 2021 in allen EU-Mitgliedstaaten in Kraft treten. Das übergeordnete Ziel des AHL ist die Bereitstellung von Präventions-, Schutz- und Kontrollmaßnahmen bezüglich übertragbarer Tierseuchen.

Das AHL verpflichtet alle Verkäufer, Züchter, Transporteure und Sammelstellen von Hunden, Katzen und Frettchen, dass ihre Betriebe bei einer nationalen Behörde registriert werden. Das ist ein Wendepunkt um den illegalen Welpenhandel zu beenden, da das AHL die Rückverfolgbarkeit aller Betriebe von Züchtern und Verkäufern ermöglicht. Dies ist für die Identifizierung von skrupellosen Verkäufern und Züchtern enorm wichtig.

Welpenhandel

Die VIER PFOTEN Modell-Lösung

Das AHL kann zur Bekämpfung des illegalen Online-Handels beitragen, da es Transparenz schafft. Das kann erreicht werden, wenn die nationalen Regierungen digitale Datenbanken für die Registrierung nationaler Betriebe einrichten und wenn allen Züchtern und Verkäufern, die ihren Betrieb registrieren, Registrierungsnummern zugewiesen werden. Online-Kleinanzeigenplattformen sollten gesetzlich dazu verpflichtet werden, die Registrierungsnummer über diese Datenbanken zu überprüfen. Anzeigen auf der Plattform werden erst nach erfolgreicher Prüfung frei gegeben. Idealerweise ist der Verkauf von Heimtieren Online ohne eine Registrierung in der Landesdatenbank nicht möglich. Die Registrierung sollte so einfach wie möglich sein und sowohl private als auch gewerbliche Verkäufer betreffen. Die meisten skrupellosen Verkäufer oder Züchter werden sich nicht registrieren, da dies eine Identifikation und Verfolgung möglich macht. Somit wäre dieses System ein sehr guter Ausgangspunkt, um den illegalen Online-Welpenhandel einzudämmen.

Ein weiter Schritt, um das Thema des illegalen Welpenhandels anzugehen, wäre jedoch, die nationale Datenbank zur Registrierung von Betrieben mit nationalen Tier-Kennzeichnungs- und Registrierungsdaten (K&R-Datenbanken) zu vernetzen. Durch diese Vernetzung könnte eine vollständige Rückverfolgbarkeit der Heimtiere sowie ihrer Verkäufer erwirkt werden. Es wäre zum Beispiel viel einfacher herauszufinden, aus welchem Betrieb welches Tier genau stammt. Dadurch könnten Strafverfolgungsbehörden schneller herausfinden, wie viele kranke oder illegal importierte Welpen zu welchem Zucht- oder Verkaufsbetrieb gehören. Entsprechend können dann Maßnahmen eingeleitet werden.

Eine internationale Stelle (wie etwa EuroPetNet), die Informationen aus nationalen K&R-Datenbanken bündelt, könnte eine Schnittstelle für einen Prüfservice von Kleinanzeigen-Portalen in ganz Europa einrichten. Dazu würde auch die Überprüfung gehören, ob sowohl das Tier als auch der Verkäufer in einer K&R-Datenbank registriert sind und ob der Verkäufer als aktueller Besitzer des Tieres eingetragen ist. Mit dieser Schnittstelle können die Kleinanzeigen-Portale automatisiert überprüfen, ob die von den Verkäufern auf der Plattform angegebenen Informationen wie Transpondernummer, Alter, Rasse und Land der Registrierung korrekt sind. Erst nach einer positiven Prüfung der Richtigkeit der Angaben kann eine Anzeige veröffentlicht werden.

Registrierung der Heimtiere entscheidend

Für die Rückverfolgbarkeit einzelner Haustiere ist es von entscheidender Bedeutung, dass sie von einem Tierarzt mit einem Mikrochip versehen und in einer nationalen K&R-Datenbank registriert werden. In den Datenbanken müssen alle Personen erfasst werden, die am Leben des Tieres beteiligt waren. Dies umfasst sowohl Züchter und Verkäufer als auch Tierärzte und Transporteure. Erfasst werden ebenfalls die Registrierungsnummer und der Status gemäß AHL.

Nur mit all diesen Informationen können die Behörden die Herkunft jedes erkrankten Tieres sowie den Aufenthaltsort aller mit diesem Tier involvierten Akteure herausfinden.  

Rückverfolgbarkeit eines gesamten Tierlebens

Mit diesem System könnte endlich eine EU-weite Rückverfolgbarkeit von Heimtieren ermöglicht und dubiose Welpenhändler vom Markt ausgeschlossen werden. Dies wäre ein entscheidender Schritt, um Krankheiten vorzubeugen, die Verbrauchersicherheit zu fördern und um Mensch und Tier zu schützen.

Nächste Schritte und Ihre Meinung

VIER PFOTEN erstellt derzeit einen ausführlichen Report mit unserer Modelllösung. Wenn Sie an einem Exemplar interessiert sind oder Anmerkungen zu unserer Modelllösung haben, wenden Sie sich gerne an office@vier-pfoten.org .