Sau im Kastenstand

VIER PFOTEN Umfrage zum Welttierschutztag: Neun von zehn Österreicher:innen für Kennzeichnung von tierischen Produkten nach Haltungsform

Zwei Drittel würden Konsumverhalten ändern, wüssten sie, dass Produkte aus Käfighaltung stammen

Wien - Eine aktuelle Online-Umfrage1 des Marketinstituts im Auftrag von VIER PFOTEN zum Welttierschutztag am 4. Oktober zeigt, dass sich eine große Mehrheit der österreichischen Bevölkerung für eine Kennzeichnung tierischer Produkte nach Haltungsform ausspricht. 87 Prozent der Befragten erachten eine solche entweder sehr wichtig (59 Prozent) oder eher wichtig (28 Prozent). Vor allem in der Gastronomie sehen die Menschen die Notwendigkeit der Kennzeichnung; für insgesamt 80 Prozent ist sie entweder sehr wichtig (44 Prozent) oder eher wichtig (36 Prozent). Ebenfalls interessant: Fast drei Viertel (74 Prozent) der Österreicher:innen würden ihr Konsumverhalten ändern, wüssten sie, dass hinter einem Produkt Tiere stehen, die im Käfig gehalten wurden. 79 Prozent sprechen sich für ein EU-weites Verbot der Käfighaltung aus, davon 51 Prozent „auf jeden Fall“, 28 Prozent antworten mit „eher ja“.

Umfrageergebnisse

Umfrageergebnisse

Unsere aktuelle Umfrage macht deutlich: Eine große Mehrheit wünscht sich mehr Transparenz. Und diese Information kann einen echten Unterschied bei der Kaufentscheidung machen. So würden 74 % ihr Konsumverhalten ändern, wenn sie wüssten, dass ein Produkt aus Käfighaltung stammt.

Hintergrund der VIER PFOTEN Umfrage: Auch in Österreich werden weiterhin Tiere in Käfigen gehalten, etwa Sauen und Kälber. Die Käfighaltung für Legehennen ist bereits seit Jahren verboten, es landen jedoch nach wie vor Produkte aus diesem Haltungssystem durch Importe in der Gastronomie, Hotellerie und im Lebensmitteleinzelhandel.

„Wir fordern seit Jahren eine umfassende Kennzeichnung tierischer Produkte nach der Haltungsform, und zwar nicht nur im Handel, sondern auch in der Gastronomie. Die Umfrage zeigt, dass wir die Bevölkerung hinter uns haben. Kein Wunder: Die Information, dass ein Produkt aus Österreich stammt, sagt überhaupt nichts darüber aus, wie es dem Tier dahinter ergangen ist – aber genau das ist es doch, was die Menschen interessiert.“

Veronika Weissenböck, VIER PFOTEN Kampagnenleiterin

Wie wichtig die Haltungsform für die Kaufentscheidung ist, zeigt für Weissenböck die Tatsache, dass zwei Drittel der Befragten ihr Konsumverhalten bei entsprechenden Informationen ändern würden: „Man sieht hier deutlich, wie wichtig Transparenz ist! Nur gut informierte Konsument:innen können gute Entscheidungen treffen. Niemand will Tierqual auf dem Teller.“

Alarmierend ist für VIER PFOTEN allerdings, dass die jüngere Altersgruppe bis 29 Jahre hier deutlich weniger entschlossen ist: 31 Prozent sagen, sie würden ihr Konsumverhalten ändern, 37 Prozent antworten auf die Frage mit „eher ja“. Das ist deutlich weniger als der österreichische Durchschnitt (43 bzw. 31 Prozent). „Offensichtlich ist das Bewusstsein junger Menschen darüber, wie Tiere gehalten werden, gesunken, wie wir bei einer anderen Umfrage zum Thema Pelz auch feststellen mussten. Wir hoffen, dass wir dieser Tendenz mit entsprechender Aufklärungsarbeit wieder entgegenwirken können“, sagt Weissenböck.

Dass sich eine so überwältigende Mehrheit für ein EU-weites Verbot von Käfighaltung ausspricht, ist für VIER PFOTEN nicht überraschend: 2019 schloss die Europäische Bürgerinitiative „End the Cage Age“, die ein solches Verbot fordert, mit 1,4 Millionen Unterstützer:innen. In ihrer Antwort auf die Bürgerinitiative kündigte die EU-Kommission an, bis Ende 2023 einen Legislativvorschlag vorzulegen, um die Verwendung von Käfigen für alle in der Initiative genannten Tiere schrittweise einzustellen und schließlich zu verbieten.

„Wir sind im Jahr 2026, und noch immer liegt kein Vorschlag vor. Es ist unerträglich, dass Millionen von Tieren ihr ganzes Leben hinter Gittern verbringen – unfähig, sich umzudrehen, Tageslicht zu sehen oder ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben. Die EU muss ihr Versprechen endlich in die Tat umsetzen“, so Weissenböck.

Quellenverweis

1. Zielgruppe: Österreichische Bevölkerung (n=1.000) ab 16 Jahre, repräsentativ für Geschlecht, Alter, Bildung und Region
Kuh auf Weide

Viele Millionen Tiere erleiden Höllenqualen


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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freund:innen in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Kambodscha, im Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie 13 Schutzzentren und Partnerprojekten für notleidende Tiere sorgt VIER PFOTEN weltweit für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

 

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