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Haltungsformen von Hühnern

23.4.6369

Was sagt die Zahl auf meinem Ei?

Wissen Sie, was die Nummer auf dem Ei wirklich bedeutet? Tatsächlich gibt sie Auskunft darüber, wie die Hühner gehalten werden. Je höher die Zahl, desto schlechter werden die Hühner gehalten.

Das sagt die Zahl auf dem Ei.

3 = Käfighaltung

Einem Huhn steht eine Fläche von 550 cm² zur Verfügung - das entspricht einer Fläche von weniger als einem A4 Blatt.

Hier leben Hühner zusammengepfercht in winzigen Käfigen. Bis zu sechs Hennen leben in einem Käfig. Die Käfige stehen in Doppelreihen und bis zu 8 Etagen übereinander. So zusammengedrängt, ohne Tageslicht, auf Drahtgittern stehend, können die Hühner weder scharren, flattern noch im Sand baden. Synthetische Vitamine, Medikamente und Farbstoffe werden dem Futter zugesetzt. Die täglichen Tier-Verluste sind hoch.

Seit 2012 ist die konventionelle Käfighaltung in der EU verboten. Nun sind nur noch so genannte „ausgestaltete Käfige“ erlaubt. Hier hat jedes Huhn 750 cm² Platz. In dem Käfig gibt es „Legenester“, „Sitzstangen“ und eine „Scharrfläche“, die jedoch ihren Namen keine Ehre machen und nicht annähernd den Bedürfnissen der Tiere entsprechen.

In Deutschland und den Niederlanden geht man mit der sogenannten „Kleingruppenhaltung“ noch minimal über die Anforderungen des ausgestalteten Käfigs hinaus. Diese Bezeichnung ist für den Konsumenten irreführend, weil sie das Bild einer gemütlichen Behausung vermittelt. Jede Henne hat hier auch nur 800 cm² Platz (das ist ein halber Bierdeckel mehr als zuvor) - bis zu 60 Hühner werden in einem Käfig gehalten.

Hinter all diesen Haltungsformen verbergen sich Käfige, in denen Hühner nicht artgemäß leben können! Bezeichnungen wie „Eier aus Kleingruppenhaltung“ klingen romantisch – sind es aber nicht!

In Österreich ist die Käfighaltung – sowohl konventionell als auch ausgestaltet – seit 2009 verboten. Jedoch mit einer Übergangsfrist bis Ende 2019. Zirka 120 000 Hennen leben in Österreich derzeit (Stand 2018) noch in ausgestalteten Käfigen.

Achten Sie auf die Nummer auf dem Ei: 3 steht für Käfig!!!

2 = Bodenhaltung

Bei der Bodenhaltung leben neun Hennen pro Quadratmeter in riesigen Hallen. Bis zu 6.000 Tiere drängen sich in einem solchen Stall.

Sind Sitzstangen und Legenester in mehreren Etagen angebracht, können es sogar 18 Hennen pro Quadratmeter sein. Das überfordert die Tiere bei der Bildung von Hierarchien und Hackordnung - so kommt es zu Verhaltensstörungen wie Federpicken und Kannibalismus. Durch das Gedränge ausgelöster Stress ist eine häufige Todesursache für Hühner in der Bodenhaltung.

Wie in der Käfighaltung mangelt es den Hennen auch in der Bodenhaltung häufig an Beschäftigung, da es keinen Grünauslauf gibt. Verhaltensweisen wie Futtersuche, Scharren, Kratzen und Picken können in einer solchen Haltung nur bedingt ausgeübt werden, zumal die Tiere hier weniger Platz haben als in der Freilandhaltung. Das regelmäßige Einbringen frischer Einstreu und ähnlicher Beschäftigungsmaterialien ist hier besonders wichtig.

Ei-Stempel: 2 steht für Bodenhaltung

1 = Freilandhaltung

Bei der Freilandhaltung steht den Hühnern tagsüber ein Auslauf von mindestens 4 Quadratmetern pro Tier zur Verfügung. Die Bedingungen im Stall entsprechen denen der Bodenhaltung.

Es stehen Sitzstangen, Legenester und eingestreute Scharräume zur Verfügung. Bei dieser Haltungsform können die Grundbedürfnisse der Hennen natürlich wesentlich besser umgesetzt werden als im Käfig.

Aber auch in großen Freilandhaltungen kann es zu Problemen kommen, z.B. zu einer Übernutzung des stallnahen Auslaufbereiches und der Grünfläche. In Pfützen und schlammigen Bereichen können sich Parasiten anreichern, welche die Gesundheit der Legehennen beeinträchtigen. Um dies zu verhindern, ist es notwendig, den stallnahen Boden regelmäßig abzutragen und auszutauschen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ihn trocken und hygienisch sauber zu halten, z.B. durch Aufschütten von grob strukturiertem, wasserdurchlässigem Material.

Ebenso kann es passieren, dass die Tiere durch einen mangelhaft strukturierten Weide-Auslauf diesen nicht vollständig nutzen. Durch Unterschlupfmöglichkeiten, Sträucher und stallnahe Weiden wird den Hennen das Hinausgehen erleichtert, da sie sich geschützt fühlen und bei Gefahr (z.B. durch Greifvögel) sofort Unterschlupf finden. Ein regelmäßiger Wechsel der Weiden ist außerdem notwendig, um die Grasnarbe zu erhalten. Leider werden diese Anforderungen an das Management häufig nicht bedacht, und es wird behauptet, die Tiere wollten gar nicht ins Freie.

Ei-Stempel: 1 steht für Freilandhaltung

0 = bio

Bei der Biohaltung hat jedes Huhn mindestens 4 Quadratmeter Auslauf und im Stall dürfen maximal 6 Tiere pro Quadratmeter leben. In einem Stall dürfen maximal 3.000 Hennen untergebracht sein.

Mindestens ein Drittel der Stallfläche ist ein eingestreuter Scharraum, Legenester und Sitzstangen stehen zur Verfügung. Prophylaktischer Medikamenteneinsatz ist verboten. In Österreich muss auch der gesamte Betrieb ein biologisch wirtschaftender Betrieb sein.

Österreich hat insofern ein Vorreiterrolle, da der größte österreichische Bio-Verband BioAustria vorschreibt, dass auch die Brüder der Legehennen aufgezogen werden. Damit wird ein großes, oft unbekanntes Problem in der konventionellen als auch biologischen Eiproduktion angegangen: Üblicherweise werden kurz nach dem Schlüpfen die Küken in männliche und weibliche aussortiert, die männlichen werden sofort vernichtet, da sie keine Eier legen und aufgrund ihrer Züchtung auch nicht zur Mast geeignet sind. Diese Praxis wird Sexen genannt.

Ei-Stempel: 0 steht für Bio

Was Sie tun können

  • Kaufen Sie Bio- oder Freilandeier!
  • Prüfen Sie immer den Stempel auf dem Ei – lassen Sie sich nicht täuschen durch Begriffe wie „Kleingruppenhaltung“, „Bauern-Ei“ oder „Land-Ei“.
  • Achten Sie auf die Zutaten bei verarbeiteten Produkten: Kaufen Sie Ei-freie oder Bio-Produkte.
  • Fragen Sie im Gasthaus, woher die Eier in den Gerichten kommen.
  • Unterstützen Sie uns und fordern Sie die Kennzeichnung für verarbeitete Eier in Österreich gesetzlich festzulegen: www.vier-pfoten.at/käfigeifrei

Am Tierfreundlichsten ist eifrei!

In den meisten verarbeiten Produkten ist es möglich, Eier einfach wegzulassen oder durch andere Zutaten zu ersetzen. So können Sie Tierleid und Probleme, die selbst in einer optimalen Tierhaltung noch nicht gelöst sind, vermeiden.