SpendenPatenschaft
(c) FOUR PAWS | Fred Dott

Schluss mit Käfighaltung

Unzählige Tiere fristen ihr Leben in Käfigen. Mit der EU-weiten Bürgerinitiative "End the Cage Age" wollen wir das Leid beenden!

20.7.2021

Kein Platz zum Umdrehen, Flattern oder Laufen - Käfighaltung schränkt das natürliche Verhalten von Tieren massiv ein. Um das Leid zu beenden, haben wir gemeinsam mit 170 Tier- und Umweltschutzorganisationen die EU-weite Initiative „End the Cage Age“ gestartet. Den Aufschlag dazu gab Compassion in World Farming. Gemeinsam können wir uns gegen Käfighaltung von Nutztieren in Europa einsetzen. 1,4 Millionen Menschen haben sich der Bewegung angeschlossen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Die Initiative "End the Cage Age" setzt sich dafür ein, die Käfighaltung für Legehennen, Schweine (Kastenstand), Kaninchen, Wachteln etc. EU-weit zu beenden. Das Ziel der Kampagne war EU-weit mindestens eine Million Unterschriften zu erreichen. So viele braucht es, damit die Europäische Kommission auf die Forderung, Käfige in der Landwirtschaft zu verbieten, formell reagiert. Am 11. September 2019 ist die Petition gegen Käfighaltung mit 1.400.000 gültigen Unterschriften von EU-Bürgern zu Ende gegangen. Ohne Ihre Hilfe hätten wir das nicht geschafft. Dafür möchten wir uns bei Ihnen bedanken. Wir kämpfen weiter für ein besseres Leben der sogenannten Nutztiere!

Hühner leiden in Käfigen

Auch wenn in der EU die herkömmliche Käfighaltung bei Legehennen seit 2012 verboten ist, sind sogenannte „ausgestaltete Käfige“ weiterhin erlaubt. Das bedeutet, dass die Tiere in Gruppen in Etagen gehalten werden und minimal mehr Platz als in herkömmlichen Käfigen zur Verfügung haben. Auch Sitzstangen und Bereiche zum Scharren gibt es in ausgestalteten Käfigen. Die Tiere können jedoch weiterhin nicht flattern oder sich gut bewegen und werden in ihren natürlichen Verhaltensweisen massiv eingeschränkt. Darunter leidet weiterhin jede zweite Legehenne in der EU. Denn rund 48 Prozent der 372,4 Mio. Legehennen in der EU fristen ihr Leben in einem Käfig dahin.

Legehennen in der EU (c) VIER PFOTEN

Österreich übernimmt hier eine Vorreiterrolle: Seit 01.01.2020 sind auch ausgestaltete Käfige verboten.

Legehennen in Österreich (c) VIER PFOTEN

Jedoch ist jedes zweite konsumierte Ei in Österreich in verarbeiteten Lebensmitteln, das heißt aus der Gastronomie oder in fertigen Produkten, wie z.B. Nudeln. Da verarbeitete Eier im Gegensatz zum Schalenei nicht gekennzeichnet werden müssen, kann man nicht wissen, wie viele Käfigeier man tatsächlich konsumiert. Daher fordern wir einheitliche Regelungen, also eine Kennzeichnung nach Herkunft und Haltung auch für verarbeitete Eier-Produkte, auf EU-Ebene. Nur so können Sie sicher wissen, woher Ihre Eier kommen.

Käfighaltung in der EU (c) VIER PFOTEN

Die größten Probleme bei Käfighaltung

Nicht nur Legehennen fristen ihr Dasein in Käfigen. Schweine müssen in der EU auf engstem Raum ausharren. Jedes Schwein zwischen 50‑110kg Lebendgewicht hat nur maximal 0,65 Quadratmeter Platz. Durch die Gruppenzusammensetzung nach Gewicht und nicht nach Verwandtschaft oder Bekanntschaft kommt es bei so beengtem Platz oft zu Rangkämpfen und genereller Aggression. Dabei verletzen sich die Tiere gegenseitig oft schwer. Sauen leiden besonders während der Zeit, die für die Deckung vorgesehen ist, und während dem Säugen der Ferkel. Sie werden bis zu 22 Wochen im Jahr in Kastenstände gesperrt, in denen ihre einzige Bewegungsmöglichkeit Aufstehen und Hinlegen ist. Sie können sich nicht einmal umdrehen.

Über 340 Mio. Kaninchen fristen ihr Leben EU-weit in Käfigen. Da es keine EU-Richtlinien oder ‑Verordnungen gibt, die Mindestflächen für Kaninchen vorschreiben, ist das Platzangebot für diese Tiere besonders beengt. Dabei werden ihre natürlichen Verhaltensmuster, wie hoppeln und graben, extrem eingeschränkt. In den herkömmlichen Gitterkäfigen gibt es keine Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten, die für das Wohlbefinden dieser Fluchttiere sehr wichtig sind. Der Großteil der Kaninchen für die Fleischgewinnung in der EU wird in Spanien, Frankreich und Italien gehalten. Das Fell der Tiere wird als „Nebenprodukt“ für die Pelzherstellung verwendet.

Mehr als 60% aller europäischen Milchkälber werden nicht nur fast unmittelbar nach der Geburt von der Mutter getrennt, sondern auch in den ersten acht Wochen einzeln untergebracht.¹ Sie dürfen in Einzelboxen gehalten werden, deren Ausmaße kaum größer sind als das Kalb selbst.

In der EU gibt es außerdem keine detaillierten gesetzlichen Vorgaben für die Haltung von Pelztieren. Das bedeutet für diese Tiere in der Regel ein leidvolles Leben in beengten und kargen Käfigen.

Hühner in Käfighaltung

ALLES, WAS SIE ÜBER DIE #ENDTHECAGE ECI WISSEN MÜSSEN

Mehr erfahren

Quellenverweis

1) Katarína Bučková, Marek Špinka & Sara Hintze (2019): Pair housing makes calves more optimistic (nature.com) (visited on 07th of October 2021)

Suche