Suche

Spenden Patenschaft
Kaninchen

Das Kaninchen als Heimtier

5.12.2019

Ratgeber für Tierhalter: Zwergkaninchen gehören nicht in den Käfig – so halten Sie die Nager artgerecht

Wenn der Wunsch nach einem Heimtier auftaucht, gerät schnell das Kaninchen in den Fokus:  Ein „kleines“ Tier, das als anspruchslos und pflegeleicht gilt – ideal also als erstes Haustier für Kinder. Diese Annahmen sind jedoch falsch: Tatsächlich erfordert die Haltung von Kaninchen viel Zeit und umfangreiches Wissen, um den Bedürfnissen der Tiere annähernd gerecht werden zu können. 

Aus Tierschutzsicht sollten Kaninchen zusammen mit mindestens einem Weiteren in einem Freigehege gehalten werden, das dem natürlichen Lebensraum der Tiere am nächsten kommt. 

Das Wichtigste in KürzE

  • Kaninchen sind keine Kuscheltiere! Die Freude am Heimtier Kaninchen sollte im Beobachten dieser faszinierenden Tiere liegen, daher sind sie nicht für Kinder unter zehn Jahren geeignet.
  • Lebenserwartung: sieben bis zehn Jahre.
  • Anschaffung: Geben Sie Kaninchen aus dem Tierheim oder einer Auffangstation ein neues, schönes Zuhause. Kaufen Sie keine Kaninchen in der Tierhandlung. Sie unterstützen damit die schlechten Zucht- und Haltungsbedingungen der Tiere!
  • Haltung: Mindestens ein Artgenosse und ein naturnahes Gehege von mindestens zehn Quadratmetern sind unabdingbar, nur so können Kaninchen ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben.
  • Fortpflanzung: Je nach Rasse setzt die Geschlechtsreife der Kaninchen zwischen dem vierten bis sechsten Monat ein, bei großen Rassen etwas später. Wer keinen Nachwuchs möchte, sollte seine Tiere noch vor der Geschlechtsreife kastrieren lassen.
  • Zeit: Die Versorgung der Tiere nimmt täglich mindestens eine Stunde Zeit in Anspruch.
  • Allergien: Das Fell der Tiere, das benötigte Heu und die Einstreu können Allergien bei Menschen hervorrufen.
  • Urlaub: Stellen Sie die gute Unterbringung und Versorgung der Tiere während Ihrer Urlaubszeit vor der Anschaffung der Tiere sicher!
  • Kosten: Neben den Anschaffungskosten für die Tiere, das Gehege und dessen Ausstattung sowie hochwertigem Futter und Einstreu entstehen jährliche Tierarztgebühren für Impfungen. Kaninchen leiden oft an Zahnfehlstellungen!
  • Futter: Bitte füttern Sie kein Körnerfutter. Die Grundnahrung stellt frisches Heu dar. Grünfutter, Gemüse, Obst sowie Zweige von Obstbäumen sorgen für Abwechslung.

Die Haltung im Freigehege

  • Das Gehege sollte gut isoliert sein und ausreichend Schutz vor der Witterung bieten.
  • Für zwei Tiere sollte eine Mindestfläche von 10 Quadratmetern zur Verfügung stehen.
  • Da Kaninchen gerne graben und springen, sollte der Zaun des Geheges mindestens 50 Zentimeter in die Erde eingelassen werden und mindestens 150 Zentimeter hoch sein.
  • Das Gehege sollte leicht für den Besitzer zu säubern (verschließbare Tür einbauen!) und gegen das Eindringen von Raubtieren gesichert sein.

 

Haltung in der Wohnung

VIER PFOTEN rät von einer reinen Wohnungshaltung ab. Folgende Punkte richten sich an Tierhalter, die bereits Kaninchen halten und eine dauerhafte Außenhaltung nicht realisieren können.

  • Alle für die Innen- und Außenhaltung angebotenen handelsüblichen Käfige sind zu klein und nicht artgemäß! Bei Wohnungshaltung kommt nur ein mindestens 10 Quadratmeter großes Zimmergehege in Frage.
  • Es sollten Fress-, Buddel- und Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung stehen und Kabel und giftige Zimmerpflanzen ausreichend gesichert sein.
  • Der Lebensraum der Tiere sollte ruhig, hell und frei von Zugluft oder extremer Hitzeeinstrahlung sein. Die Haltung auf dem Balkon ist wegen der Gefahr des Wärmestaus ungeeignet.

Was es sonst noch bei der Kaninchenhaltung zu beachten gibt, lesen Sie in unserer Infobroschüre, die Sie hier kostenlos herunterladen können: