Befragung der EU-Kommission: Überwältigende Mehrheit für mehr Schutz von Nutztieren
Österreich als Land mit den zweitmeisten Antworten nach Deutschland // Fast 100 Prozent für Abschaffung von Käfighaltung und Kükentöten
Brüssel/Wien - 99 Prozent der von der EU weltweit befragten Bürger:innen halten es für sehr wichtig, die immer noch weit verbreiteten Käfige für Tiere in der Landwirtschaft wie Legehennen, Schweine und Masthühner abzuschaffen. Fast 98 Prozent halten die systematische Tötung von männlichen Küken der Legehennen kurz nach dem Schlüpfen für ethisch problematisch. Das geht aus der öffentlichen Konsultation der EU-Kommission zum Tierschutz in der Landwirtschaft hervor, die sie vom 19. September bis 17. Dezember 2025 initiiert hat und deren Ergebnisse nun vorliegen. Die meisten der mehr als 190.000 Antworten kamen aus Deutschland, gefolgt von Österreich und Frankreich.
Für VIER PFOTEN ist diese beispiellose Unterstützung ein klarer Auftrag an die EU-Kommission, endlich die geforderten Verbesserungen für die rund 300 Millionen Tiere in Europas Landwirtschaft umzusetzen. Dass so viele Österreicher:innen an der Befragung teilgenommen haben, ist laut VIER PFOTEN ein starkes Zeichen dafür, welch wichtigen Stellenwert Tierschutz in der heimischen Bevölkerung hat.
Nicht nur EU-Bürger:innen, sondern auch NGOs und Unternehmen nahmen an der Konsultation teil. Ziel der EU-Kommission war es, einen engen Dialog mit Landwirt:innen, Lebensmittelindustrie und -handel sowie der Zivilgesellschaft zu führen. Dies vor dem Hintergrund, dass die Kommission bereits 2021 angekündigt hat, die Käfighaltung von Tieren in der Landwirtschaft zu beenden.
„Ein solcher Konsens zwischen den Interessengruppen ist selten – und unterstreicht die Dringlichkeit einer EU-weiten Gesetzgebung. Denn Europa fordert ein Ende von Käfigen und ein Ende des sinnlosen Tötens von Küken. Bemerkenswert ist, dass sogar rund die Hälfte der Unternehmen und Verbände dies für wichtig oder sehr wichtig halten. Wir freuen uns auch, dass die Österreicher:innen sich so zahlreich beteiligt haben. Jetzt ist freilich die EU-Kommission am Zug“, sagt VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck.
Sehr interessant im Hinblick auf das Mercosur-Abkommen ist übrigens, dass 96 Prozent der Befragten für gleichwertige Tierschutzstandards für aus Nicht-EU-Ländern importierte Lebensmittel tierischer Herkunft sind. „Mit dem Abkommen werden aber Importe in die EU aus den Mercosur-Ländern, die unter niedrigen Tierschutzstandards produziert werden, natürlich steigen. Das widerspricht klar dem Willen der EU-Bürger:innen“, so Weissenböck
Mit der Konsultation reagierte die EU-Kommission auf die breit unterstützte Europäische Bürgerinitiative End the Cage Age, die von 1,4 Millionen Menschen unterzeichnet und von VIER PFOTEN maßgeblich unterstützt wurde.
Doch konkrete Gesetzesentwürfe wurden bis heute nicht vorgelegt. „Es kann nicht sein, dass Tierschutz auf die lange Bank geschoben wird, obwohl er so eine breite Unterstützung in der Bevölkerung genießt. Die EU-Bürger:innen lehnen Tierquälerei ab, und die EU-Kommission muss darauf endlich reagieren“, fordert VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Weissenböck.

Mag. Elisabeth Penz
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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freund:innen in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Kambodscha, im Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie 13 Schutzzentren und Partnerprojekten für notleidende Tiere sorgt VIER PFOTEN weltweit für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.
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