Hühner auf einem Transporter

Stellungnahme zum Beschluss des Mercosur-Abkommens

Statement von VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck 

Aus Tierschutzsicht ist das unterzeichnete Mercosur-Abkommen eine Katastrophe. Außer bei Schaleneiern, die kaum aus den Mercosur Staaten importiert werden, gibt es keinerlei Tierschutz-Vorgaben für tierische Produkte. Bereits jetzt sind diese Länder die wichtigsten Handelspartner der EU für Rind- und Hühnerfleisch. Die Exporte dieser Produkte in die EU, unter niedrigen Tierschutzstandards produziert, werden allen Prognosen zufolge steigen. 

Die meisten importierten tierischen Produkte kommen als verarbeitete Lebensmittel auf den Markt, bei denen Haltungsform und Herkunft der Tiere nicht für die Konsument:innen nachvollziehbar sind. Damit haben die europäischen Konsument:innen nicht die Möglichkeit, sich für Produkte mit hohen Tierschutzstandards zu entscheiden. In sämtlichen Umfragen spricht sich die Bevölkerung aber für mehr Transparenz bzw. Wahlfreiheit aus. Eine verpflichtende Kennzeichnung nach Haltungsform und Herkunft auch von verarbeiteten Produkten und in der Gastronomie ist daher dringend notwendig.

Das Abkommen widerspricht den EU-Plänen für die Mitgliedsstaaten: Denn die EU hat eigentlich die Überarbeitung ihrer Tierschutzgesetzgebung angekündigt. So soll unter anderem ein Verbot der Käfighaltung von Nutztieren kommen, aber auch ein Verbot von Verstümmelungen, der Ausstieg aus dem Töten männlicher Küken sowie dem Einsatz schnell wachsender Hühnerrassen. Diese Vorschriften sollten dann auch für importierte Produkte gelten. Das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen könnte jedoch bereits Jahre vor Inkrafttreten der neuen Standards umgesetzt werden. Damit würden in den Mercosur-Staaten genau jene grausamen Praktiken weiter befeuert werden, die die EU für Produkte auf ihrem Markt eigentlich abschaffen will.

Zudem gefährdet das Abkommen die Wirksamkeit der EU-Verordnung gegen Entwaldung, da sie Importe, die mit Entwaldung in Verbindung stehen, nicht effektiv unterbindet. Die Produktion und der Handel mit bestimmten tierischen Produkten aus den Mercosur-Staaten (z. B. Rindfleisch, Leder und Soja für Tierfutter) sind die Haupttreiber der Entwaldung. Das bedeutet nicht nur, dass wertvolle Ökosysteme sowie die Biodiversität in Gefahr sind und die Kohlenstoffspeicher schwinden, sondern dass auch die Lebensräume von Wildtieren massiv bedroht sind.

Kälber auf einer Weide

Viele Millionen Tiere erleiden Höllenqualen


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