Materialien der nächsten Generation sind tierfreundlich und nachhaltig

Faire Fashion voraus

Die Materialien der nächsten Generation sind sowohl tierfreundlich als auch nachhaltig

9.1.2024

Jedes Jahr werden Milliarden von Tieren zur Herstellung von Textilien für die Modeindustrie verwendet, und darunter leiden nicht nur sie. Die Produktion tierischer Materialien hat verheerende Auswirkungen auf die Menschen und unsere Umwelt. Aber es gibt eine Lösung. Sogenannte Next-Gen Materialien bieten pflanzliche Alternativen zu Produkten wie Leder, Pelz, Daunen, Wolle und mehr! 

Next-Gen Materialien

So wie pflanzliche Lebensmittel Alternativen zu Fleisch und Milchprodukten bieten, bieten pflanzliche Stoffe tierfreie Alternativen für unsere Kleidung. Diese als Materialien der nächsten Generation oder „Next-Gen“ bekannten Stoffe unterscheiden sich von vielen der derzeit auf dem Markt erhältlichen kunststoffbasierten Produkten. Denn diese berücksichtigen sowohl ökologische Nachhaltigkeit als auch den Tierschutz. 

Woraus bestehen die Materialien der nächsten Generation?

Pflanzen & Algen

Pflanzen wie Ananas, Kokosnuss, Sojabohne, Hanf, Holzzellulose, Kakteen, Äpfel, Mais, Bananen, Weintrauben, Reis und mehr können zu Stoffen unterschiedlicher Textur und für verschiedene Zwecke verarbeitet werden. Auch Pilze und Algen werden verwendet. 

Mycelium

Die wurzelartige Struktur einiger Pilzarten bietet so einzigartige Eigenschaften, dass sie oft als eigene Kategorie von Materialien der nächsten Generation angesehen wird. Mycelium kann als Lederalternative verwendet werden und auch andere plastikbasierte Elemente in der Mode wie Turnschuhe und Schuhsohlen ersetzen. Es ist außerdem feuerfest und wird daher zusätzlich zu den enormen Innovationen, die es in der Modebranche hervorgebracht hat, auch als Baumaterial weiterentwickelt. 

Mikroben

Durch Prozesse wie Fermentation können Produkte wie Biopolymere und Proteine ​​entstehen, die dann zu Textilienn weiterentwickelt werden. Mikrobenmaterialien können zur Herstellung von Pelzalternativen, Lederalternativen, Garnen, Strickstoffen, Webstoffen, Denim, Fleece und mehr verwendet werden. 

Wiederverwertete Materialien

Anstatt immer neue Stoffe zu produzieren, fördern Materialien der nächsten Generation auch die Verwendung bereits vorhandener Materialien zur Herstellung neuer Kleidungsstücke oder Stoffe. 

Warum müssen wir den Einsatz tierischer Materialien reduzieren?

Zahlreiche verdeckte Ermittlungen haben das enorme Tierleid und die Misshandlung von Tieren bei der Herstellung von Erzeugnissen tierischen Ursprungs dokumentiert. Es gibt nach wie vor grausame Praktiken wie das Lebendrupfen von Vögeln wegen ihrer Federn, das Mulesing von Lämmern, die wegen ihrer Wolle gezüchtet werden, und Pelztiere, die ihr ganzes Leben in winzigen Käfigen verbringen, um dann wegen ihres Fells grausam geschlachtet zu werden.

Selbst für Unternehmen mit zertifizierten Textillieferketten und Tierschutzrichtlinien birgt die intensive Produktion von Materialien tierischen Ursprungs Risiken für den Tierschutz. Somit es ist fast unmöglich eine artgmäße Haltung der Tiere zu gewährleisten. 

Warum gelten tierische Materialien als umweltschädlich?

Die Umweltauswirkungen von Materialien tierischen Ursprungs sind beträchtlich, und ihre Herstellung steht oft in direktem Zusammenhang mit intensiver Viehhaltung, die 83% der landwirtschaftlichen Nutzfläche1 und 16,5% der weltweiten Treibhausgasemissionen2 verursacht.

Und nicht nur die landwirtschaftliche Phase der Produktion von tierischen Materialien ist umweltschädlich, sondern die Materialien müssen vor ihrer Verwendung in erheblichem Umfang verarbeitet werden, was häufig eine Behandlung mit giftigen Chemikalien, Schwermetallen oder Stoffen aus fossilen Brennstoffen erfordert.

Modeinnovation und wirtschaftliche Auswirkungen von Next-Gen Materialien

Mit über drei Milliarden Dollar an Investitionen im letzten Jahrzehnt in die Next-Gen Industrie sehen wir immer innovativere und genialere Möglichkeiten, Textilien für die Mode ohne enorme Kosten für Tiere und Umwelt herzustellen. Unternehmen wie Stella McCartney, Ganni, Miomojo, Pangaia und Hermès präsentieren bereits erfolgreich Kleidungsstücke und Accessoires, die aus Pflanzen und Pilzen unter Verwendung von Mikroben und anderen innovativen Verfahren hergestellt werden. Weitere Unternehmen verbesseren ihre Tierschutzrichtlinien, wie beispielsweise Nike. Nach einer VIER PFOTEN Kampagne haben sie sich dazu verpflichtet ihre Merinowolle mit dem Responsible Wool Standard zu zertifizieren. Viele andere führende Unternehmen haben unsere Marken-Gegen-Mulesing-Liste unterzeichnet, wie Puma, Adidas und Hugo Boss. 
 
Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Unternehmen diese Innovatoren bei ihren Bemühungen unterstützen um die Modebranche zum Besseren zu verändern. Um das zu erreichen müssen wir den Einsatz tierischer Materialien reduzieren und auf umweltfreundliche, tierversuchsfreie Materialien umsteigen.

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Warum eine Reduktion tierischer Materialien für eine nachhaltige Modeindustrie entscheidend ist.

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Was können Sie tun?

  • Suchen Sie nach recycelten Materialien oder nach biobasierten Alternativen, wie Handtaschen aus Pilzen, Kakteen, Äpfeln, Weintrauben und mehr.
  • Entscheiden Sie sich für Produkte, die aus Abfällen hergestellt werden, wie zum Beispiel ausrangierten Fischernetzen und sogar gebrauchten Kaffeesatz.
  • Teilen Sie Modeunternehmen mit, was Sie über die Verwendung tierischer Materialien und deren negative Auswirkungen denken.
  • Fragen Sie, in welche Next-Gen Materialien die Marken investieren oder welche Produkte sie auf den Markt bringen werden.
  • Fragen Sie Unternehmen, die immer noch Materialien tierischen Ursprungs verwenden, wie sie in ihren Lieferketten für einen angemessenen Tierschutz sorgen und was sie tun, um den Einsatz tierischer Materialien zu reduzieren.

Helfen wir dabei, eine tierfreundlichere Modebranche zu schaffen und die Welt zu einem Ort zu machen, an dem Tiere, die Umwelt und Menschen mit Respekt, Empathie und Verständnis behandelt werden. 

Quellenverweis

1 Poore, J., & Nemecek, T. Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers. Science. 2018; 360(6392), 987-992.
2 Twine, R. Emissions from Animal Agriculture |  mdpi.com. [02. Juni 2021; accessed 01. Juni 2023]. 
https://www.mdpi.com/2071-1050/13/11/6276 
Schafe auf einer grünen Wiese

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