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Ferkel auf Wiese

Ferkelkastration

Wie junge Schweine ohne Betäubung kastriert werden – und welche Alternativen es gibt

17.5.2021

In der Schweinehaltung werden Ferkel schon sehr früh kastriert – meist ohne Betäubung. Dies ist äußerst schmerzhaft für die Tiere. Begründet wird die Kastration damit, dass unangenehmer Ebergeruch im Fleisch verhindert werden soll. Ebergeruch tritt jedoch äußerst selten und nur beim Erhitzen des Fleisches auf. Geruchsbelastetes Fleisch kann bereits am Schlachthof aussortiert und kalt verarbeitet werden, zum Beispiel als Wurst. 

Ferkelkastration ohne Betäubung

So werden Ferkel im Alter von wenigen Tagen ohne Betäubung kastriert.
 

Tierquälerei für billiges Fleisch

Der Grund, warum bei Schweinen keine Betäubungspflicht für eine chirurgische Kastration besteht, wohl aber bei Hunden und Katzen, besteht allein in den anfallenden Kosten, die durch eine Betäubung entstehen. Kastrationen ohne Betäubung dürfen vom Landwirt selbst durchgeführt werden, wogegen eine Anästhesie nur von einem Tierarzt verabreicht werden darf. Die eingesparten Tierarztkosten durch das Weglassen einer Betäubung machen die Produktion von billigem Schweinefleisch noch effizienter – auf Kosten der Tiere. 

In Österreich ist die betäubungslose Ferkelkastration nach der 1. Tierhaltungsverordnung sogar ausdrücklich erlaubt. Pro Jahr werden so gut wie alle 2,7 Millionen männlichen Ferkel in Österreich in den ersten Tagen ihres Lebens ohne Betäubung kastriert. In Ländern wie Norwegen, der Schweiz und Schweden ist die betäubungslose Ferkelkastration bereits verboten. In Großbritannien und Irland kastrieren Landwirtinnen und Landwirte die Ferkel nicht, da das gesamte Produktionssystem schon vor vielen Jahrzehnten auf Ebermast umgestellt wurde. Neben der Ebermast gibt es mit der Immunokastration – die die Bildung von Geschlechtshormonen immunologisch verhindert – oder der Kastration unter Narkose oder durch Gabe von Schmerzmitteln andere praktikable Alternativen.  

Es gibt Alternativen

Wie bereits in anderen Ländern umgesetzt, gibt es tierfreundlichere Alternativen wie die Ebermast oder die Impfung gegen Ebergeruch, bei der keine chirurgischen Kastrationen durchgeführt werden. Die Betäubung mit Vollnarkose ist ebenfalls eine akzeptable Alternative, wenn auf die Kastration nicht verzichtet werden kann. Hier ist jedoch entscheidend, dass weiterhin nur der Tierarzt diese Narkose setzen darf.  

Vier pfoten fordert

  • Verbot der Betäubungslosen Ferkelkastration
  • Förderung tierschutzgerechter Alternativen (Ebermast, Immunokastration, Kastration mit Betäubung unter Injektionsnarkose oder Isoflurannarkose durch Tierarzt sowie Schmerzmittelgabe)  

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