
KI-Bilder und -Videos in den sozialen Medien erkennen
Hier erfahren Sie, worauf Sie achten sollten
KI-generierte Inhalte verbreiten sich rasant im Internet und in den sozialen Medien. Auch wenn sie oft harmlos sind, können sie dazu genutzt werden, zu täuschen, zu manipulieren und sogar Schaden anzurichten. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten sollten und warum es wichtig ist, Bilder und Videos, die von Künstlicher Intelligenz erstellt wurden, zu erkennen.
KI-generierte Bilder sollen eine unmittelbare Reaktion hervorrufen. Ob Schock, Wut oder Mitgefühl – diese Bilder lösen Emotionen aus, noch bevor Sie sich fragen können, ob sie echt sind.
Etwas erscheint unmöglich? Dann ist es das wahrscheinlich auch. Bevor Sie Inhalte online teilen, nehmen Sie sich einen Moment Zeit. Vertrauen Sie auf ihren gesunden Menschenverstand – insbesondere, wenn etwas zu dramatisch oder zu perfekt wirkt, um echt zu sein.

Was Sie beachten sollten:
- Bilder werden oft von übertriebenen, fehlerhaften oder alarmierenden Überschriften begleitet. Sie zielen darauf ab, Ihre Aufmerksamkeit zu erregen und wollen Sie zum Klicken und Teilen animieren.
- Überprüfen Sie, ob Teile des Bildes unscharf oder verpixelt sind.
- Der Ton passt nicht zu den Lippenbewegungen oder zur Szene und die Stimmen oder Voice-Overs sind verzerrt, klingen unpassend oder roboterhaft.
- Die Figuren im Hintergrund wirken seltsam, mit übertrieben intensiven oder gar keinen Gesichtsausdrücken. Tiere haben menschenähnliche Emotionen (zum Beispiel ein „weinender“ Hund oder eine Katze, die völlig verängstigt aussieht).
- Der angezeigte Text ergibt keinen Sinn.
- Achten Sie auf verzerrte oder hinzugefügte Körperteile sowie unnatürliche Posen oder steife, roboterhafte Bewegungen in Videos.
- Fallen die Schatten der Hauptfigur natürlich? Bei KI-generierten Schatten ist das oft nicht der Fall.
- Schauen Sie sich die Hashtags des Beitrags an. Manchmal wird dort Künstliche Intelligenz erwähnt.
- Sehen Sie sich weitere Beiträge des Accounts an.
- Achten Sie auf dezente Wasserzeichen.
- KI hat manchmal Schwierigkeiten mit Buchstaben und Zahlen. Vergrößern Sie Details wie Nummernschilder, Logos, Schilder, usw.
So erkennen Sie vertrauenswürdige Quellen und schützen sich vor Betrugsinhalten
Betrugsmaschen mit vorgetäuschten Tierheimen oder Rettungsorganisationen stützen sich oft auf KI-generierte Bilder und vage Angaben, um intensive Emotionen zu wecken und Menschen zu Spenden zu bewegen. Seien Sie vorsichtig, wenn die Seite kaum oder gar keine konkreten Angaben enthält, keinen Standort, keine Informationen zur Rettungsaktion, keine Telefonnummer und nur einen verdächtigen Spendenlink oder Sie aufgefordert werden, Ihre Nummer privat weiterzugeben. Seriöse Organisationen können Zahlungsbelege oder offizielle Dokumente vorlegen. Wenn Sie nicht zu 100 Prozent sicher sind, wohin Ihr Geld fließt, spenden Sie nicht!
Von KI generierte Betrugsinhalte zeigen oft Tiere in extrem übertriebener oder unrealistischer Notlage, um die Betrachtenden zu manipulieren. Seien Sie daher vorsichtig, bevor Sie spenden oder Beiträge teilen. Die Verbreitung falscher Inhalte kann auch anderen schaden.
Überprüfen Sie auch das Konto selbst. Ist es neu? Gibt es einen Verlauf? Was passiert in den Kommentaren? Wenn Nutzer:innen den Einsatz von KI bemängeln oder um Details bitten und ihre Kommentare gelöscht werden oder sie blockiert werden, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass das Konto nicht vertrauenswürdig ist.

Betrüger:innen sind darauf angewiesen, dass ihre Beiträge viral gehen – unterstützen Sie das nicht und durchbrechen Sie diesen Kreislauf
Beiträge, die starke Emotionen auslösen, erhalten in der Regel mehr Reaktionen, Kommentare und Shares. Je mehr Menschen mit ihnen interagieren, desto stärker schieben die Algorithmen der sozialen Medien sie in die Feeds aller Nutzer:innen. Genau darauf setzen Betrüger:innen und auf Klickzahlen ausgerichtete Accounts. Ganz gleich, ob sie auf Spenden aus sind oder einfach nur viral gehen wollen – ein hohes Maß an Interaktion spielt ihnen in die Hände.
Wie diese Beiträge sich im wirklichen Leben auf Tiere auswirken
KI-generierte Inhalte prägen zunehmend die Vorstellung der Menschen davon, wie sich (Wild-)Tiere verhalten und wecken oft unrealistische und gefährliche Erwartungen. So wird beispielsweise der Umgang mit Wildtieren gezeigt und als einfach oder harmlos dargestellt. Es wird gezeigt, wie sie Kunststücke vorführen, tanzen oder sogar menschliche Verhaltensweisen nachahmen. Diese KI-generierten Inhalte sind nicht lustig und widersprechen den Grundsätzen von VIER PFOTEN hinsichtlich Tieren, die zu Unterhaltungszwecken ausgebeutet werden.
Gleichzeitig beeinträchtigen gefälschte, dramatisch inszenierte Rettungsvideos und erfundene Tierheime die harte Arbeit seriöser Organisationen. Sie lenken die Aufmerksamkeit und die Unterstützung weg von echten Hilfsorganisationen und echten Tieren, die wirklich Hilfe benötigen. Diese Entwicklungen führen die Öffentlichkeit nur in die Irre und gefährden sowohl Menschen als auch Tiere. Durch die Verbreitung manipulierter oder inszenierter KI-Inhalte wird die Glaubwürdigkeit echter Organisationen untergraben, die wichtige Arbeit leisten.

So melden Sie Inhalte, damit sie nicht den Algorithmus beeinflussen
Wenn Sie irreführende oder schädliche KI-Inhalte entdecken, interagieren Sie nicht damit. Melden Sie sie stattdessen als Betrug, Täuschung oder Falschinformation, damit sie sich nicht weiter verbreiten. Vermeiden Sie es, den Beitrag durch Kommentare oder Weiterverbreitung noch bekannter zu machen. Wenn Sie andere warnen möchten, machen Sie lieber einen Screenshot, anstatt den Beitrag zu teilen. Die Urheber:innen dieser Beiträge sind auf Klicks aus und jede Interaktion – selbst eine negative – hilft ihnen dabei. Melden Sie sie daher bitte. Das ist der beste Weg, diesen Kreislauf zu durchbrechen.
