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Jungvogel

Hände weg von „Ästlingen“

17.3.2020

Ratgeber: Nicht jeder vermeintlich aus dem Nest gefallene Jungvogel braucht Hilfe

Nicht jeder Jungvogel, den Sie am Wegesrand oder auf einer Straße finden, muss gerettet werden. Fast immer handelt es sich um einen so genannten „Ästling“. So bezeichnet man einen jungen Vogel, der zwar noch flugunfähig ist, aber bereits außerhalb des Nests im nahe gelegenem Geäst und Buschwerk die Gegend erkundet. Die Eltern eines Ästlings sind immer in der Nähe und sorgen sich um ihren Nachwuchs.

Wann sollte geholfen werden

Man sollte einen Jungvogel nur dann nach Hause mitnehmen, wenn man sicher ist, dass es sich um einen echten Notfall handelt – also zum Beispiel um einen wirklich frisch geschlüpften oder wenige Tage alten Jungvogel. Rettung ist nötig, wenn der Vogel sichtbar verletzt ist oder wenn man selbst beobachten konnte, dass die Elterntiere verunglückt sind. Auch wenn sich das Tier an einem offensichtlich gefährlichen Ort befindet, muss man eingreifen.

Im Zweifelsfall fragen Sie bitte bei Experten nach.

Findet man als Laie einen nachweislich verwaisten Jungvogel, sollten diese Findlinge in eine Kartonschachtel mit Luftlöchern (nie in einen Käfig) gesetzt und möglichst rasch erfahrenen Händen übergeben werden. Eine Versorgung mit Wasser und Nahrung ist in der kurzen Aufbewahrungszeit nicht erforderlich. Achtung: Niemals Hunde- und Katzenfutter geben!Bei Unsicherheit sollte man unbedingt den Rat von Experten wie denen der Wildtierstation Hamburg einholen.

VIER PFOTEN unterstützt die Eulen- und Greifvogelstation Haringsee

In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2019 1.851 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

Mehr Informationen zur EGS finden Sie auf www.eulen-greifvogelstation.at  oder jeweils aktuell auf Facebook.