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Rinder auf einer Weide

EU und Ukraine-Krise: Green Deal in Gefahr!

VIER PFOTEN schlägt Alarm: Agri-Konzerne wollen wichtige Initiative verwässern

17.3.2022

Brüssel/Wien - Der Green Deal der EU, der vor allem mit der „Farm2Fork“ Strategie Klimaschutz und Ernährungssicherheit durch nachhaltigere Landwirtschaft garantieren soll, ist ernsthaft in Gefahr. Große landwirtschaftliche Konzerne machen angesichts der Ukraine-Krise gemeinsam mit einigen EU-Mitgliedsstaaten bzw. Parlamentariern des EU-Landwirtschaftsausschusses Druck: Laut VIER PFOTEN Informationen wollen sie unter anderen mehr Importe von Getreide, Soja und Düngemittel aus Drittstaaten, etwa Südamerika, ermöglichen. Als Argument nennen sie ausgerechnet die Ernährungssicherheit. VIER PFOTEN hat gemeinsam mit mehr als 80 Organisationen daher einen Brief an die EU-Kommission geschrieben, um vor einer Abkehr des Green Deals zu warnen.

„Man muss ganz klar sagen: Die Motivation hinter diesem Vorstoß der Agrarlobby ist keine Unterstützung für Landwirt:innen in einer herausfordernden Zeit, es geht vielmehr um die Möglichkeit, weiterhin billiges und gentechnisch verändertes Futtermittel zu beziehen. Die Agrar-Industrie will sich nicht nur ihre Importquellen für Futter und Chemikalien sichern bzw. sogar ausbauen,  sondern das System Massentierhaltung erhalten!  Das ist eine sehr gefährliche Strategie. Wir sprechen uns vehement gegen ein „Ausspielen“ der Krisen aus. Vielmehr müssen wir gerade jetzt unsere Anstrengungen hin zu einem Umstieg auf eine nachhaltige Landwirtschaft verstärken. Wir müssen gerade jetzt auf Resilienz und geschlossene Kreislaufsysteme setzen, um künftig gegen Krisen besser geschützt zu sein und Abhängigkeiten zu vermeiden. Wollen wir wirklich stattdessen südamerikanisches, gentechnisch verändertes Soja importieren, für das auch noch Regenwald abgeholzt und Biodiversität für immer vernichtet wird? Das kann es nicht sein“, sagt VIER PFOTEN Direktorin Eva Rosenberg.

Die EU produziert über 290 Millionen Tonnen an Getreide. Aber nur 20 Prozent davon dienen der Ernährung der Menschen in Europa. 

56 Prozent davon werden als Futtermittel entweder selbst verwendet oder exportiert. Die Importe sind geringer als die Exporte der EU. Eva Rosenberg: „Wir sind eigentlich nicht auf Importe angewiesen; die EU-Handelsbilanz bei tierischen Produkten ist positiv und beträgt monatlich zwischen vier und sechs Mrd. Euro. Zudem landen in der EU regelmäßig 20 Prozent der Nahrungsmittel einfach im Müll bzw. werden vernichtet. Jetzt die große Ernährungskrise auszurufen, ist einfach nur zynisch. Wir warnen eindringlich vor falschen und willkürlichen Interpretationen dieser heiklen Situation! Farm2Fork bzw. der Green Deal sind Teil der Lösungen, nicht des Problems.“

Die einzige Möglichkeit, sich gegen Nahrungsmittelkrisen zu wappnen, sind laut VIER PFOTEN der Green Deal bzw. die Farm2Fork Strategie. „Kleinteiligere extensive Landwirtschaft mit einem reduzierten Tierbestand ist in Zukunft unsere Chance, uns weniger anfällig für globale Marktvolatilitäten und -Engpässe zu machen. Es ist eine Win-Win-Win-Situation für Tiere, Menschen und Umwelt“, so Eva Rosenberg.

Ziegen auf Wiese

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Mag. Elisabeth Penz

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