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Massentierhaltung

Die totale Verramschung von Lebensmitteln: Schnitzel mit Beilage um 2,50 Euro

30.7.2020

Aktion von XXXLutz Restaurant für VIER PFOTEN ein völlig falsches Signal

Wien, 30. Juli 2020  Heute startet das XXXLutz Restaurant auf der Mariahilfer Straße in Wien eine neue Gutschein-Aktion, die bis 14. August gelten wird. Das Highlight: Ein Riesenschnitzel mit Pommes vom Schwein oder vom Huhn kostet dann 2,50 Euro. Allerdings wird es auch danach mit einem weiteren Gutschein nur unwesentlich mehr kosten, nämlich 2,90 Euro. VIER PFOTEN sieht in solchen Kampfpreisen ein völlig falsches Signal und langfristig negative Konsequenzen für alle: Tiere, Menschen und Umwelt.

„Wir erleben hier eine regelrechte Verramschung von Lebensmitteln! Wenn Nahrung nichts mehr wert ist und jeder Respekt vor tierischen Produkten fehlt, dann fällt das letztendlich auf uns alle zurück. Es ist absurd, Fleisch als Lockmittel zu verwenden. Wir sollten es gerade jetzt besser wissen: Im Zuge der Corona-Krise haben wir gesehen, welche furchtbaren Auswirkungen die billige Produktion von Fleisch auch auf die Gesundheit haben kann“, 

sagt VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck.

Insgesamt kommt uns allen Billigfleisch teuer zu stehen, warnt VIER PFOTEN. Kampfpreise bei tierischen Produkten fördern eine intensive Tierhaltung, die wiederum ein wesentlicher Verursacher der Klimakrise ist. Neben den Tieren, die unter den furchtbaren Bedingungen der Massenproduktion leiden, und der Umwelt sind aber natürlich auch die Landwirte die Verlierer: „Solche abartigen Preise sind ein Schlag ins Gesicht für jeden Bauern“, sagt Weissenböck. „Der Wettbewerb wird völlig verzerrt, von fairen Preisen reden wir gar nicht. Und alle, die tier- und umweltfreundlich produzieren, haben das Nachsehen.“

Auf Speisekarte keine Herkunftsangabe über Fleisch

XXXLutz gibt auf den Speisekarten keine Auskunft darüber, woher das Fleisch für die Riesenschnitzel  stammt. Veronika Weissenböck: „Selbst wenn es aus Österreich stammt: Kein österreichischer Landwirt kann bei solchen Preisen kostendeckend produzieren. Damit wird die gesamte Branche aber unter Druck gebracht, billiger anzubieten. Und das führt natürlich in einen Teufelskreis. Damit werden sich die Bedingungen in der Intensivtierhaltung sicher nicht verbessern, im Gegenteil: Ein bereits krankes System wird so immer weiter geführt.“ Für die Verbraucher bedeutet das letztendlich minderwertige Ware.

Gerade deshalb ist für VIER PFOTEN eine Kennzeichnung nicht nur nach Herkunft, sondern auch nach der Haltungsform der Tiere ein absolutes Muss, um wahre Transparenz für die Konsumenten zu schaffen. „Es muss uns bewusst sein, dass Billigfleisch am Ende immer mit Tierleid einher geht. Als Konsument ist es daher immer sinnvoll zu überlegen, ob man nicht lieber ein paar Euro mehr ausgibt – im Wissen, dass man die Produzenten unterstützt, denen das Wohl der Tiere am Herzen liegt“, so Weissenböck.

Dose Red Bull teuer als Riesenteller mit Schnitzel und Pommes

VIER PFOTEN sieht eine „absurde Schieflage“ bei der Wertigkeit von Produkten. „Die Verhältnisse stimmen einfach nicht mehr. Wir sehen auf der Speisekarte von XXXLutz, dass eine Dose Red Bull 3,60 Euro kostet – und damit deutlich mehr als das Riesenschnitzel. Ein Glas Leitungswasser wird übrigens mit 0,40 Euro verrechnet“, sagt Weissenböck. Tierische Lebensmittel müssen wieder ihren wahren Wert bekommen, so die VIER PFOTEN Kampagnenleiterin. „Wir unterstützen faire Preise für Produzenten, die tiergerechter produzieren. Die Politik ist hier gefordert: Sie muss Anreize schaffen, damit es sich lohnt, in bessere Haltungsstandards zu investieren.

Mit einem Fleischkonsum von durchschnittlich 64 Kilo pro Person im Jahr liegt Österreich im weltweiten Spitzenfeld und weit über der Menge, die Wissenschafter empfehlen. „Riesenportionen auch noch besonders billig anzubieten ist völlig kontraproduktiv. Eine Reduktion des Fleischkonsums ist ja nicht nur für die Tiere gut. Es leistet einen wesentlichen Beitrag für das Klima und Gesundheit. Einerseits geht es um weniger und dafür qualitativ besseres Fleisch. Andererseits gibt es immer mehr pflanzliche Alternativen“, sagt Weissenböck. „Sowohl die Politik als auch Gastronomie und Handel sind daher gefordert, eine klima- und umweltfreundliche Ernährung stärker zu unterstützen“, so ihr Fazit.

Informationen dazu und zu weiteren VIER PFOTEN Aktivitäten erhalten Sie laufend und, wann immer möglich, in Echtzeit auf unseren Social Media Kanälen:

Mag. Elisabeth Penz

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Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen, Orang-Utans und Elefanten – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in zwölf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. www.vier-pfoten.at