Milchkühe auf Vollspaltenböden

RollAMA-Halbjahresbilanz: Statement von VIER PFOTEN

Stellungnahme von Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck 

Knapp 43 Prozent - also fast die Hälfte - der im Handel verkauften Fleisch- und Wurstprodukte werden mittlerweile bereits zu Rabattpreisen verschleudert, Tendenz seit Jahren steigend. Das ist eine zutiefst besorgniserregende Entwicklung. Wenn Produkte, für die ein Tier sein Leben lassen musste, derart verramscht werden, zeugt das nicht nur von einer erschreckenden Geringschätzung von Lebewesen. Neben dem aktuellen Proteinhype heizen Diskontaktionen den Konsum von Fleisch zusätzlich an – und das in Österreich, wo die Bevölkerung ohnehin mehr als drei Mal so viel Fleisch isst, wie empfohlen wird. Die wahren Kosten der Fleischproduktion sind im Übrigen um das Vielfache höher als die Preise vermuten lassen. Leider bezahlen wir sie aber letztlich doch alle: als Folgen des Klimawandels durch die energieintensive Herstellung von Fleisch - wie uns die Dürre diesen Sommer bereits dramatisch vor Augen führte -, steigender Gesundheitsausgaben oder einfach über höhere Steuern. Es wird den Verbraucher:innen also nur vorgegaukelt, dass sie billiger kaufen.

Dass der Trend zu Geflügelfleisch, aber auch zu Milchprodukten, so deutlich ausfällt, ist ebenfalls dem aktuellen Proteinhype geschuldet. Auch das hat einen sehr bitteren Beigeschmack: Ihr kurzes, qualvolles Leben verbringen Masthühner auch in Österreich auf engstem Raum in oftmals fensterlosen Hallen auf eingestreuten Böden. Bis zu 18 Hühner teilen sich einen Quadratmeter. In nur 32 Tagen erreicht ein Masthuhn sein Schlachtgewicht; in den 1950er Jahren brauchte ein Huhn noch 100 Tage. Viele Hühner können am Ende ihres kurzen Lebens nicht einmal mehr stehen. Wie bei fast allen anderen Nutztierarten führen schnelles Wachstum und hochintensive Haltung zu Leiden, Krankheiten und Schäden.

Die Regierung muss endlich Maßnahmen ergreifen, um den hohen Fleischkonsum einzudämmen. Ein Verbot der Rabattaktionen ist – neben anderen Initiativen - hoch an der Zeit. Es geht nicht nur um Tierschutz, sondern auch um unsere Gesundheit und unsere Umwelt.

Kuh auf Weide

Viele Millionen Tiere erleiden Höllenqualen


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Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freund:innen in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Kambodscha, im Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie 13 Schutzzentren und Partnerprojekten für notleidende Tiere sorgt VIER PFOTEN weltweit für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

 

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