
Stark geschwächtes Waldkauzbaby wird in der EGS Haringsee aufgepäppelt
„Pico“ lernt gerade fliegen und soll später wieder ausgewildert werden
Haringsee - Ein stark geschwächtes Waldkauzbaby wurde vor wenigen Tagen von einem Spaziergänger in Marchegg verwaist aufgefunden und in die von VIER PFOTEN geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee gebracht. Das Tier war bei der Bergung schon sehr geschwächt. Das EGS Team vermutet, dass seine Eltern den Kleinen nicht ausreichend versorgen konnten. „Pico“, wie er nun vom Team genannt wurde, erholt sich aber erfreulicherweise rasch.
„Pico konnte zum Zeitpunkt des Auffindens noch nicht fliegen. Er saß an einer verkehrsmäßig sehr ungünstigen Stelle und schaffte es nicht, selbstständig einen sichereren Ort zu erreichen. Nachdem er von uns entsprechend aufgepäppelt wurde, lernt er auch schon fleißig das Fliegen; er kann bereits die Sitzstangen in der Voliere fliegend erreichen“, berichtet der Leiter der EGS, Dr. Hans Frey.
Jungvögel, die sich bereits außerhalb des Nests bewegen, sind so genannte „Ästlinge“. Im Normalfall müssen sie nicht gerettet werden, da sie von ihren Eltern weiter versorgt werden. Das heißt, dass auch bei einem vermeintlich verwaisten Tier nicht geholfen werden muss. Um es an eine sichere Stelle zu bringen, können sie aber vorsichtig wieder auf einen Ast hinaufgesetzt werden.
In manchen Situationen ist aber natürlich auch für Ästlinge Hilfe überlebenswichtig, wie etwa in Picos Fall. „Zum besseren Einschätzen der Situation sollte man vor einer Bergung unbedingt mit einer Wildtierstation wie der EGS Rücksprache halten, um ein Jungtier nicht unnötig aus seinem Familienverband zu reißen“ empfiehlt Dr. Frey.
In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2025 2.026 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90%wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Otter, Igel, Eichhörnchen, Feldhasen und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.
Verfolgen Sie unsere Arbeit
Mehr Informationen zur EGS finden Sie auf www.eulen-greifvogelstation.at oder jeweils aktuell auf Facebook.

Mag. Elisabeth Penz
Press Officer Austriaelisabeth.penz@vier-pfoten.org
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