
Statement zum gestiegenen Fleischkonsum in Österreich laut RollAMA Haushaltspanel
Stellungnahme von VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck
"Die neuen Zahlen der AMA zum gestiegenen Fleischkonsum in Österreich machen uns sehr betroffen. Das sind nicht nur schlechte Nachrichten für die Tiere, sondern auch für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen. Es muss uns klar sein, dass exzessiver Fleischkonsum unweigerlich Tierleid bedeutet. Besonders der gestiegene Konsum von Schweinefleisch ist bedenklich, da Schweine auch in Österreich größtenteils auf Vollspaltenböden ein qualvolles Leben fristen müssen. Sogenannte Nutztieremüssen meistens auf engstem Raum existieren, werden durch Eingriffe verstümmelt (oft ohne Betäubung) und, in Lkws zusammengepfercht, transportiert. Ganz zu schweigen davon, dass die Massenproduktion tierischer Lebensmittel planetare Ressourcen verschwendet und den Abbau des Regenwaldes für Futtermittel befeuert.
Wir Österreicher:innen sind Spitzenreiter beim Fleischkonsum im deutschsprachigen Raum, und wir essen doppelt so viel wie der weltweite Durchschnitt. Während viele Jahre lang der Konsum erfreulicherweise gesunken ist, schlägt das Pendel nun leider wieder in die falsche Richtung aus – ein fataler Trend, wenngleich auch gleichzeitig der Konsum pflanzlicher Proteinquellen gestiegen ist. Für die Tiere macht das aber keinen Unterschied.
Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie viele Tiere für den hohen Fleischkonsum ihr Leben lassen müssen. In Österreich wurden 2024 über 106 Millionen Hühner geschlachtet. Das sind pro Minute 203 Tiere. Bei Schweinen liegt die Anzahl bei knapp 4,7 Millionen geschlachteten Tieren, also pro Minute neun, bei Rindern bei knapp 609.000, was zwei Tieren pro Minute entspricht.
Die omnipräsenten Rabattaktionen im österreichischen Handel – auch für Fleisch und Milchprodukte 2025 wieder gestiegen - tragen zu diesem Trend natürlich wesentlich bei, ebenso wie die fehlende Kennzeichnung tierischer Produkte nach Haltungsform und Herkunft. Eine Umfrage des Market Instituts für VIER PFOTEN1 aus dem vergangenen Jahr zeigt ganz klar, dass eine Mehrheit der österreichischen Bevölkerung zu einer Reduktion des Fleischkonsums bereit wäre, wüsste sie, dass die Tiere zeit ihres Lebens gelitten haben. Die heile Welt, die uns die Werbung zur Tierhaltung vorgaukelt, erzeugt aber natürlich ein falsches Bild von der Realität in Österreichs Ställen.
Wenn uns das Wohl der Tiere, der Schutz der Umwelt und nicht zuletzt unsere eigene Gesundheit am Herzen liegen, kommen wir um eine Reduktion unseres Fleischkonsums nicht herum."
Quellenverweis

Mag. Elisabeth Penz
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