Frau beim Einkaufen

Pläne der ÖVP zu einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung tierischer Lebensmittel 

Statement von VIER PFOTEN

Auch wenn nun offensichtlich innerhalb der ÖVP eine Bewegung in das Thema Kennzeichnung tierischer Lebensmittel kommt: Eine reine Herkunftskennzeichnung greift viel zu kurz. Denn die Konsument:innen wollen doch vor allem wissen, wie das Tier, dessen Fleisch bzw. Milch oder Eier sie essen, gehalten wurde. Durfte das Schwein auf Stroh stehen? Wurde das Rind zeit seines Lebens angebunden oder hatte auch Auslauf im Freien? Lebten die Hühner zusammengepfercht in Bodenhaltung, oder hatten sie zumindest ein paar Quadratmeter Außenfläche zur Verfügung?  

Eine Herkunft aus Österreich gibt darüber leider keine Auskunft. Denn auch in der heimischen Tierhaltung gibt es nach wie vor viel Tierleid. Ein Großteil der Schweine und mehr als die Hälfte der Mastrinder stehen immer noch auf Vollspaltenböden und können von Stroh nur träumen. Noch immer werden viele Rinder monatelang im Stall angebunden, mehr als die Hälfte der Hühner müssen ein trauriges Dasein in Bodenhaltung fristen und haben keinen Zugang ins Freie. Damit garantiert die Herkunft aus Österreich, genauso wie aus anderen EU-Staaten, nicht automatisch ausreichende Tierwohlstandards.

In einer repräsentativen VIER PFOTEN Umfrage aus dem Jahr 2022 haben sich 74 Prozent der Befragten ganz klar für eine verpflichtende Kennzeichnung nicht nur nach Herkunft, sondern auch nach Haltungsform der Tiere ausgesprochen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sagen, dass es ihre Auswahl beeinflussen würde, wenn auf der Speisekarte stünde, woher das Fleisch kommt und wie die Tiere gehalten wurden.

Die Gastronomie hat sich jahrelang erfolgreich gegen jede Transparenz gewehrt. Auch wenn nun ein Entgegenkommen signalisiert wird: Mit einer reinen Kennzeichnung nach Herkunft werden die Konsument:innen kaum schlauer als zuvor sein.

VIER PFOTEN fordert daher eine transparente und flächendeckende Kennzeichnungspflicht nach Haltungsform und Herkunft für Eier, Fleisch und Milch sowohl für unverarbeitete Produkte als auch für Bestandteile tierischen Ursprungs in verarbeiteten Produkten im Handel, der Gemeinschaftsverpflegung und in der Gastronomie.

Hühner auf einer Weide

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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freund:innen in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Kambodscha, im Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie 13 Schutzzentren und Partnerprojekten für notleidende Tiere sorgt VIER PFOTEN weltweit für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

 

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