Tiger in Lujan

Logistisches Mammutprojekt: 30 Löwen und Tiger reisen von Argentinien nach Südafrika und in die USA

VIER PFOTEN Rettungsaktion über drei Kontinente hinweg

Buenos Aires/Wien - Mit einem logistischen Mammutprojekt hat VIER PFOTEN bei einem Nothilfeeinsatz im ehemaligen Zoo Luján in Argentinien einen wichtigen Meilenstein erreicht. Nach monatelanger Vorbereitung traten am 17. August 30 Großkatzen die Reise in ihr neues Zuhause an. Neun Tiger und sechs Löwen werden in das von der Tierschutzorganisation betriebene Großkatzen-Schutzzentrum LIONSROCK in Südafrika überführt. Zudem kooperiert VIER PFOTEN mit der Tierschutzorganisation „The Wild Animal Sanctuary“ in Colorado (USA), die acht Tigern und sieben Löwen eine artgemäße Betreuung ermöglichen wird. Vorangegangen waren der Mission eine umfassende tierärztliche Untersuchung von mehr als 60 Großkatzen und zwei Bären in dem ehemaligen Zoo, die VIER PFOTEN im November 2025 durchführte.

Über einen Zeitraum von vier Tagen bereitete das Team von VIER PFOTEN die Großkatzen sorgfältig auf die Verladung und den Transport vor. Während einige Tiere dank speziellen Trainings freiwillig in ihre Transportboxen gingen, wurden andere anästhesiert und unter tierärztlicher Aufsicht in die Boxen gebracht. Per Passagier- und Frachtflug traten die Tiere von Buenos Aires aus die Reise in ihr neues Zuhause an.

„Dies ist ein fantastischer Meilenstein für diese Löwen und Tiger sowie für den Tierschutz in Argentinien. Aber auch wenn wir stolz auf das sind, was wir erreicht haben, ist unsere Arbeit noch lange nicht abgeschlossen. Unser Fokus liegt nun darauf, nachhaltige und langfristige Lösungen für die verbliebenen Großkatzen im ehemaligen Zoo Luján zu finden. Zudem arbeiten wir weiterhin mit der argentinischen Regierung zusammen, um den gesetzlichen Schutz von Großkatzen zu stärken und solches Leid künftig zu verhindern.“

 Luciana D’Abramo, Leiterin der Programmarbeit bei VIER PFOTEN

„Die Überführung von 30 Großkatzen aus Argentinien war weit mehr als nur eine einfache Umsiedlung. Es war eine enorme logistische Herausforderung, aber zu sehen, wie diese Tiere ihre Reise in eine bessere Zukunft antreten, macht jede Mühe vergessen. Nach Jahren unter unzureichenden Bedingungen haben sie nun endlich die Chance auf die spezialisierte Pflege und die artgemäße Umgebung, die sie verdienen“

Dr. Amir Khalil, VIER PFOTEN-Tierarzt, der den Nothilfeeinsatz im ehemaligen Zoo Luján leitet

Unter den umgesiedelten Tieren sind Familiengruppen und langjährige Gefährten, die auch in ihren neuen Schutzzentren zusammenbleiben werden. Dort erhalten sie eine individuell auf sie abgestimmte Pflege und eine gezielte Behandlung für diverse gesundheitliche Probleme, darunter Zahnerkrankungen, Nierenleiden, Komplikationen infolge von Krallenamputationen sowie schlecht verheilte Verletzungen. Vor ihrer Rettung hatten alle Tiere in kleinen Betongehegen im ehemaligen Zoo Luján gelebt, der 2020 von den argentinischen Behörden geschlossen worden war.

Hintergrund

Der Zoo Luján, ein ehemaliger privater Zoo in der Nähe von Buenos Aires, war dafür bekannt, dass er Besucher:innen direkten Kontakt zu Großkatzen ermöglichte; er wurde 2020 aus Tierschutzgründen geschlossen. Die Tiere verblieben vor Ort und wurden jahrelang in einer Umgebung gehalten, die weder ihren körperlichen noch ihren verhaltensbedingten Bedürfnissen gerecht wurde.

Im Juli 2025 unterzeichnete VIER PFOTEN eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) mit der argentinischen Regierung. Ziel dieser Vereinbarung ist es, die private Haltung und den kommerziellen Handel mit Großkatzen im Land zu beenden.

Seit September 2025 konzentriert sich VIER PFOTEN im Rahmen der Umsetzung dieses Abkommens darauf, mehr als 60 Löwen und Tiger sowie zwei Bären aus dem ehemaligen Zoo Luján zu retten, medizinisch zu versorgen und langfristige Lösungen für sie zu finden.

Im Oktober und November 2025 führte VIER PFOTEN die größte veterinärmedizinische Untersuchung von Großkatzen in Lateinamerika durch – und das in weniger als einem Monat. Insgesamt 64 Tiere wurden untersucht, operiert und behandelt. Neben der medizinischen Versorgung verbesserte VIER PFOTEN auch die Haltungsbedingungen: Gehege wurden instandgesetzt, Tiere getrennt bzw. neu gruppiert und artgemäße Fütterungskonzepte eingeführt.

Im Februar 2026 überführte VIER PFOTEN die ersten drei Tiere – die Bären Gordo und Florencia sowie die Tigerin Flora – vom ehemaligen Zoo Luján in VIER PFOTEN-Schutzzentren in Europa.

Ausführlichere Informationen zum Nothilfeeinsatz von VIER PFOTEN im ehemaligen Zoo Luján finden Sie hier.

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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freund:innen in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Kambodscha, im Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie 13 Schutzzentren und Partnerprojekten für notleidende Tiere sorgt VIER PFOTEN weltweit für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

 

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