
Spenden per Testament: 122 Millionen Euro für guten Zweck vererbt
Auch VIER PFOTEN verzeichnet einen Anstieg der Legatspenden
Wien - 122 Millionen Euro haben die Menschen in Österreich im Vorjahr testamentarisch an gemeinnützige Einrichtungen gespendet – ein neuer Höchststand. Das geht aus einer Hochrechnung des Fundraising Verband Austria hervor. Fast 12% aller Spenden in Österreich entfalten ihre Wirkung somit erst nach dem Ableben der Spendenden. In den vergangenen zehn Jahren ist das Testamentsspenden-Aufkommen um über 120% gewachsen, zugleich hat auch das Interesse an dieser Spendenform enorm zugelegt. Gemeinnützige Einrichtungen der Initiative „Vergissmeinnicht“, zu denen auch VIER PFOTEN gehört, hinterließen gestern als Zeichen des Danks blühende Vergissmeinnicht-Pflanzen im Schlosspark Schönbrunn.
Die Tendenz zu Legatspenden ist auch bei VIER PFOTEN spürbar. „Es ist wirklich schön zu sehen, wie sich immer mehr Menschen für eine Testamentsspende entscheiden, um mit ihrem Nachlass Tieren eine bessere Zukunft zu schenken. Testamentsspenden sind ein unglaublicher Vertrauensbeweis und haben sich zu einem unverzichtbaren Teil für die Arbeit von VIER PFOTEN entwickelt. Sie tragen tagtäglich dazu bei, unsere gemeinsame Vision einer Welt zu verfolgen, in der Menschen den Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Namen von VIER PFOTEN danke ich allen Testamentsspender:innen, die diese Vision mit uns teilen und uns über ihr Leben hinaus ihr Vertrauen schenken”, sagt Christopher Paul, Ansprechpartner für Testament und Nachlass bei VIER PFOTEN.
Pensionist: „Darum spende ich für VIER PFOTEN“
Über seine Motive für eine Testamentsspende für VIER PFOTEN berichtet Rudolf Z., ein Pensionist aus Niederösterreich: „Nachdem ich eine Herzattacke überlebt habe, wurde mir bewusster, wie wertvoll das Leben ist – auch das der Tiere. Haustiere wollte ich damals noch nicht, da ich viel auf Reisen war. Doch inzwischen sind sie mir sehr wichtig geworden, und ich möchte ihnen auch über meine Zeit hinaus etwas zurückgeben. Mein Nachlass soll dazu beitragen, dass Tiere nicht länger als Sache gelten, sondern als fühlende eigenständige Wesen, die Schutz und Respekt verdienen. VIER PFOTEN habe ich in meinem Testament bedacht, weil ich weiß, dass die Organisation sich wirklich um das Wohl von Tieren kümmert und ich mir wünsche, dass diese wichtige Arbeit weitergeht.“
„Spendenzwecke im letzten Willen zu verankern, liegt international im Trend. Auch in Österreich beobachten wir seitens der Initiative „Vergissmeinnicht“, die seit 2012 kostenlos und neutral über die Möglichkeit eines Vermächtnisses für den guten Zweck informiert, Jahr für Jahr einen steigenden Zuspruch zu dieser Spendenform“, gibt Ruth Williams Einblick und verweist zugleich auf die tragende Funktion von Testamentsspenden für das heimische Spendenwesen: „Jeder neunte Spendeneuro Österreichs stammt aus einem Testament und finanziert wichtige gemeinnützige Anliegen wie Kinderhilfe, Pflege, Bildung, Forschung und Wissenschaft, Kultur, oder Tier-, Umwelt- und Klimaschutz. Viele notwendige Programme des Dritten Sektors könnten ohne diese entscheidenden Mittel nicht finanziert werden.“

Spendende möchten über den Tod hinaus Gutes tun. Über die Beweggründe von Menschen, die per Testament spenden, weiß Markus Aichelburg, Leiter von „Vergissmeinnicht – Die Initiative für das gute Testament“ Bescheid. Die von 100 gemeinnützigen Organisationen aus ganz Österreich gemeinsam getragene Initiative informiert nicht nur kostenlos mit Veranstaltungen und digitalen Services in Kooperation mit der Notariatskammer, sondern führt auch regelmäßig Umfragestudien zum Thema Erben durch. „Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, die wertvolle Arbeit gemeinnütziger Einrichtungen über das eigene Leben hinaus zu unterstützen. Dahinter steht primär der Gedanke an einen sinnstiftenden Nachlass: Laut Umfrage unter 2.000 Personen über 40 Jahre möchten 56% der Befragten mit einer Testamentsspende auch nach ihrem Ableben Gutes bewirken. 38% nennen den persönlichen Bezug zu einer bestimmten Organisation als Grund und 36% möchten nicht, dass ihr Vermögen nach dem Tod an den Staat geht“, so Aichelburg.
Vor allem kinderlose Personen spenden per Testament
Tendenziell vererben Österreichs Testamentsspender:innen im Schnitt 50.000 bis 100.000 €. Zu über 90% stammen Testamentsspenden von alleinstehenden und kinderlosen Personen. Unter den präferierten Spendenzwecken sticht der Tierschutz hervor, gefolgt von den Bereichen Gesundheit, Pflege und Soziales sowie Hilfe für Kinder und Jugendliche. Unter der Gesamtbevölkerung über 40 Jahre kann sich mittlerweile fast ein Fünftel gut vorstellen, die gesamte Erbschaft einmal gemeinnützigen Anliegen zu widmen. 23% der Befragten würden Vereine als Ersatzerben einsetzen, für den Fall, dass die eigentlichen Erb:innen frühzeitig versterben. Besonders groß ist das Interesse unter kinderlosen Personen. Rund ein Drittel von ihnen ist offen für eine Testamentsspende.

Mag. Elisabeth Penz
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Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freund:innen in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Kambodscha, im Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie 13 Schutzzentren und Partnerprojekten für notleidende Tiere sorgt VIER PFOTEN weltweit für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.
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