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Fuchs auf einer finnischen Pelzfarm

Schockierendes Filmmaterial aus finnischen Fuchsfarmen zeigt Verletzungen, Krankheit und Kannibalismus 

VIER PFOTEN fordert erneut Verbot von Pelzfarmen in der EU

23.1.2023

Helsinki/Wien – Neues und exklusives Filmmaterial zeigt Bilder der grausamen Haltungsbedingungen von Füchsen auf finnischen Pelzfarmen. Die Tiere haben tränende, geschwollene und infektiöse Augen und Ohren, verletzte und blutige Schwänze und deformierte Spreizfüße. Das Material zeigt auch fettleibige, sogenannte "Monsterfüchse" aus selektiver Zucht sowie Babyfüchse, die ihre toten Geschwister fressen. VIER PFOTEN fordert erneut ein Verbot von Pelzfarmen in Europa und weist auf die Europäische Bürgerinitiative (EBI) „Pelzfreies Europa“ hin: Die Bilder kommen zu einem Zeitpunkt, zu dem bisher mehr als 1,3 Millionen EU-Bürger:innen diese EU-weite Petition unterzeichnet haben. Damit wird die Europäische Kommission aufgefordert, die Zucht und den Verkauf von Pelzen in der EU zu verbieten.

 

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Das Filmmaterial enthüllt das Leiden der Tiere für die Pelzmode, obwohl sich der Pelzhandel in Finnland damit brüstet, dass fast 100 Prozent der Fuchspelzfarmen nach dem SAGA-Pelzsicherungssystem zertifiziert sind. Das System verspricht „ein Höchstmaß an Tierschutz“, aber die dokumentierten grausamen Bedingungen erzählen eine andere Geschichte. Fuchspelze, die aus Finnland stammen, werden von Marken wie Fendi, Yves Salomon, Woolrich, Ermanno Scervino und Max Mara verwendet.

Hinweis: Bei Ansicht dieses Videos eventuell auftauchende Werbeeinblendungen stehen in keinem Zusammenhang mit VIER PFOTEN. Wir übernehmen für diese Inhalte keinerlei Haftung.

Das Filmmaterial wurde von den Tierschutzorganisationen Oikeutta eläimille und Humane Society International/Europe veröffentlicht.

Thomas Pietsch, Leiter des Bereichs für Wildtiere in der Unterhaltungsindustrie bei VIER PFOTEN, sagt: „Das Filmmaterial ist absolut abscheulich. Das ist der Grund, warum 92% der EU-Bürger:innen eine strengere Tierschutzgesetzgebung wollen. Die Europäische Bürgerinitiative hat Rekordzahlen erreicht und gibt das Stimmungsbild der Öffentlichkeit wieder: Pelzfarmen sind nicht länger sozial und wirtschaftlich akzeptabel. Der letzte Schritt ist nun, dass das auch in der Gesetzgebung auf EU-Ebene im Jahr 2023 mit einem vollständigen Verbot in allen Mitgliedstaaten verankert wird.“

Die finnische Tierschutzorganisation Oikeutta eläimille (OE) filmte zwischen Juni und November 2022 in sechs zufällig ausgewählten Pelzfarmen in der Region Österbotten in Westfinnland. Kristo Muurimaa von OE sagt: „Die Mehrheit der Finn:innen möchte die Haltung der Tiere in kahlen Käfigen nur wegen ihres Fells verbieten, aber unsere Politiker:innen haben es versäumt, der Grausamkeit ein Ende zu setzen. Ein EU-weites Verbot würde den Tieren auch in anderen Mitgliedsländern helfen, in denen die Geldgier über den Tierschutz gestellt wird.“

Pelz-Fakten

  • Jedes Jahr werden weltweit mehr als 100 Millionen Tiere für ihren Pelz getötet - das entspricht drei Tieren, die pro Sekunde sterben.
  • Die Pelztierzucht wurde in 19 europäischen Ländern (14 davon sind EU-Mitgliedstaaten) verboten, darunter die Niederlande, Österreich, Belgien, die Tschechische Republik, die Slowakei, Kroatien, Slowenien, Luxemburg, Malta, Irland, Estland, Frankreich, Italien und zuletzt am 22. September 2022 Lettland. Politische Diskussionen über ein Verbot sind auch in Rumänien, Litauen, Spanien und Polen im Gange. Zwei weitere Länder (die Schweiz und Deutschland) haben strenge Vorschriften erlassen, sodass die Pelztierzucht faktisch eingestellt wurde, und drei weitere Länder (Dänemark, Schweden und Ungarn) haben Maßnahmen eingeführt, die die Zucht bestimmter Arten beenden.
  • Eine wachsende Zahl von Modedesignern und Einzelhändlern verzichtet auf Echtpelz in ihren Kollektionen. Allein in den letzten Jahren haben Canada Goose, Oscar de la Renta, Valentino, Gucci, Burberry, Versace, Chanel, Prada und andere bekannte Marken angekündigt, pelzfrei zu arbeiten.
  • Der Pelzhandel in Finnland befindet sich im finanziellen Niedergang, viele Pelzfarmen müssen schließen; einige Pelztierzüchter in Europa haben ihre Tätigkeit diversifiziert oder sind auf andere Einkommensquellen wie Solarzellen umgestiegen, um ihre Zukunft zu sichern.
Maderhund auf Pelzfarm in Finnland

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Mag. Elisabeth Penz

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Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. www.vier-pfoten.org

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