Fischotterbaby

Zwei Fischotterbabys machen die EGS Haringsee unsicher

„Toni“ und „Franziska“ haben sich bereits kennengelernt

24.8.2023

Haringsee - Unabhängig voneinander kamen vor kurzem zwei verwaiste Fischotterbabys in die von VIER PFOTEN geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee. Beide sind Weibchen; das eine ist wohl erst zwei bis drei Wochen, das zweite vermutlich schon sieben bis acht Wochen alt. Sie haben sich bereits kennengelernt und sofort gut verstanden.

Das kleinere der beiden Otter wog bei der Übernahme nur 328 Gramm. Eine Spaziergängerin hörte am Marchfeldkanal ein jämmerliches Pfeifen und fand das Tier neben der Uferböschung. Die Dame brachte es in die EGS. „Wir glauben, dass die Ottermutter das Kleine bei einem Übersiedelungsversuch verloren hat. Es war auf jeden Fall sehr hungrig und hat sofort vom angebotenen Fläschchen mit Aufzuchtmilch getrunken. Mittlerweile hat Toni, wie wir sie genannt haben, schon 150 Gramm zugenommen“, erzählt VIER PFOTEN Tierarzt Dr. Hans Frey, der Leiter der EGS.

Der zweite Findling wurde im burgenländischen Oberwart von Gemeindemitarbeitern in einem Kanal gefunden. Eine Tierärztin musste Franziska, so ihr Name, erstversorgen, weil sie schon sehr erschöpft war. In der EGS gewöhnt sie sich jetzt langsam an das Fläschchen.

Franziska hat ihre kleine Ziehschwester auch schon kennengelernt, und die beiden verstehen sich prächtig. Hans Frey: „Wir müssen nur ein bisschen aufpassen, dass Franziska für die nur halb so große Toni nicht zu wild beim Spielen ist.“

Dass die beiden Otter vergesellschaftet werden konnten, ist enorm wichtig. „Wenn die Tiere durch Handaufzucht auf den Menschen fehlgeprägt und zahm werden, kann man sie nicht wieder auswildern. Jetzt haben sie die besten Chancen auf ein artgerechtes Leben in Freiheit, sobald sie groß genug sind.“

In einigen Bundesländern gibt es mittlerweile Verordnungen, die Abschüsse von Fischottern erlauben, obwohl es streng geschützte Tiere sind. „Nicht nur aus Artenschutzgründen, sondern auch aus Tierschutzsicht ist der Abschuss der Fischotter höchst problematisch. Paarungen können beim Otter das ganze Jahr über erfolgen; das heißt, dass zu jeder Zeit Jungtiere da sein können, die elendig in ihrem Nest verenden, wenn die Mutter getötet wird. Junge Fischotter sind über ein Jahr lang von der Versorgung durch ihre Mutter abhängig, also sind von der Tötung eines weiblichen Fischotters immer auch Jungtiere betroffen“, sagt Hans Frey.

Fischotterbaby in der EULEN- UND GREIFVOGELSTATION Haringsee

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In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2022 2.006 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Eichhörnchen, Feldhasen und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

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Mag. Elisabeth Penz

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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichen Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

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