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VIER PFOTEN kämpft gegen den Furchtbaren Handel mit Hunde- und KatzenFleisch in Indonesien

20.8.2018

Das Strandparadies verwandelt sich in eine Hölle für tausende Tiere jedes Jahr

Obwohl Indonesien typischerweise für seine schönen Strände und tropische Landschaft bekannt ist, birgt es ein dunkles Geheimnis.  Im ganzen Land werden jedes Jahr Millionen von Hunden und Katzen aus ihren Familien und Häusern gestohlen, in Drahtkäfige und Säcke gepfercht, die zu Schlachthöfen und Märkten im ganzen Land transportiert werden. Ihr Leiden ist immens. Die Reise dauert in der Regel Tage und viele sterben dabei an Verletzungen, Nahrungs- und Wassermangel oder Stress. Neben den offensichtlichen Tierschutzproblemen haben Krankheitstests gezeigt, dass viele dieser Hunde von Tollwut befallen sind, was sowohl Touristen als auch die Öffentlichkeit durch die tödliche Krankheit gefährdet. Während weniger als sieben Prozent der Indonesier Hundefleisch konsumieren, gefährdet der Handel die öffentliche Gesundheit aller Bürger. Aus diesem Grund hat sich VIER PFOTEN mit anderen lokalen und internationalen Wohltätigkeitsorganisationen im Rahmen der Dog Meat Free Indonesia Coalition zusammengeschlossen, um diesen schrecklichen Handel zu stoppen.

Lebendig verbrannt

Neben der Grausamkeit, die mit dem Handel von Hundefleisch einhergeht, beherbergt die Provinz Nordsulawesi mehrere Märkte für lebende Tiere - lokal bekannt als "traditionelle Märkte", die Orte beispielloser Qualen sind. Jede Woche werden dort Zehntausende von Tieren gehandelt und geschlachtet, darunter Tausende von Hunden und Katzen.  Alle von ihnen werden lebendig mit Blasbrennern verbrannt, um ihr Fell zu entfernen. VIER PFOTEN war auf einem dieser traditionellen Märkte, dem Tomohon Extreme Market, vor Ort, um verdeckte Ermittlungen durchzuführen und sich mit den Beamten der Stadt Tomohon zu treffen.  Unser Besuch fiel zeitlich mit dem indonesischen Erntedankfest zusammen, einer Zeit, in der Zehntausende von Hunden und Katzen für Feiertage in Nordsulawesi getötet werden. Während unserer Recherche war das Leiden, das wir miterlebt haben, zu groß, um es einfach zu ignorieren.

Hunde und Katzen drängten sich dicht zusammengepfercht in Käfigen und zitterten vor Angst, als sie zusahen, wie sie einer nach dem anderen abgeschlachtet wurden. Nacheinander wurden die Hunde mit einer Metallzange aus dem Käfig gezogen und ihnen wurde ein- bis zweimal mit einer Metallstange auf den Kopf geschlagen, während sie vor Schmerzen schrien. Viele fingen an, Krampfanfälle von den Schlägen auf den Kopf zu bekommen. Sie wurden anschließend auf die Straße geworfen, wo sie dann ihr endgültiges Schicksal erlebten. Die Geräusche und der Geruch der brennenden Haare und Haut, als sie angezündet wurden, waren wirklich ekelhaft und werden mich für immer verfolgen. 

Dr. Katherine Polak, VIER PFOTEN Leiterin der Streunerhilfe in Südostasien

Rettung in letzter Sekunde

In diesem Moment wussten wir, dass wir etwas tun müssen, so überwältigend die Situation auch war. Zwei Katzen fielen uns sofort auf. Eine kauerte sich an die Rückseite des Käfigs und versuchte, sich für den Metzger unsichtbar zu machen.  Als ich ihr nahe genug kam, bemerkte ich, dass sie zu nahe an die Flamme gekommen war, die bei den anderen Katzen verwendet wurde, und alle ihre Schnurrhaare waren versengt und verbrannt.  Eine andere Katze, ein rothaariger Bub, ging unglaublich furchtlos und freundlich durch den Käfig und miaute um Aufmerksamkeit.  Wir wussten, dass wir schnell handeln mussten und konnten mit dem Metzger verhandeln, um diese beiden ganz besonderen Katzen, die wir später Daisy und Tulip genannt haben, retten zu können. Obwohl sie sich im Fleischkäfig nicht kannten, wurden sie nach der Rettung schnell zu besten Freunden und haben sich wahrscheinlich über ihre traumatische Erfahrung zusammengetan. Beide wurden in ein lokales Tierheim gebracht, wo sie sofort medizinische Hilfe und Geborgenheit bekamen.  Gleichzeitig haben wir es geschafft, fünf Hunde zu retten.

Katze Daisy bettelt uns an gerettet zu werden.

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Aktueller Durchbruch

Nach monatelanger Kampagnenarbeit haben wir in diesem Monat einen großen Durchbruch gefeiert - die indonesische Regierung hat sich darauf geeinigt, den Handel mit Hunde- und Katzenfleisch in Indonesien landesweit zu verbieten und die Vergabe von Gesundheitsbescheinigungen für Hunde- und Katzenfleisch für den menschlichen Verzehr zu untersagen. Diese Ankündigung kam nur wenige Tage nachdem VIER PFOTEN dazu beigetragen hatte, eine internationale öffentliche Warnung herauszugeben, dass Millionen von Touristen Gefahr laufen könnten, dem tödlichen Tollwutvirus ausgesetzt zu sein, das durch den illegalen Handel mit Hunde- und Katzenfleisch der Region verbreitet wird, nur zwei Wochen bevor Indonesien die 18. jährlichen Asien Games veranstaltet, die Tausende von ausländischen Besuchern erwarten. Die Ankündigung erfolgte auf dem Treffen "National Coordination of Animal Welfare" in Jakarta, das am 1. und 2. August von der Abteilung für Veterinärmedizinische Öffentlichkeit abgehalten wurde und an dem Vertreter der nationalen und regionalen Regierungen teilnahmen. Die Ergebnisse dieses nationalen Treffens werden als Empfehlung an das Landwirtschaftsministerium verwendet, einen PERMENTAN (Minister of Agriculture regulations) zum Verbot des Handels mit Hunde- und Katzenfleisch und exotischen Tieren in Indonesien zu erarbeiten.

Angesichts der zunehmenden Beweise für die Gefahr, die der Handel für die Übertragung von Tollwut darstellt, sowie der Beweise für Tierquälerei und Illegalität begrüßt und befürwortet VIER PFOTEN von ganzem Herzen diese bahnbrechende Entwicklung. Wir freuen uns auf eine Partnerschaft mit der indonesischen Regierung, um zur Umsetzung dieses Verbots beizutragen.  In der Zwischenzeit werden wir unsere Versuche fortsetzen, weitere Hunde und Katzen vom Markt zu retten, illegale Schlachthöfe zu schließen und alle Haustiere in Indonesien vor solcher Grausamkeit zu schützen.

Dr. Katherine Polak

VIER PFOTEN Leiterin der Streunerhilfe in Südostasien

Katherine leitet derzeit das VIER PFOTEN Hilfsprogramm für Haustiere in Südostasien, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Bekämpfung des grausamen Handels mit Hunde- und Katzenfleisch. Als Spezialistin für Tierheim- und Tierpräventivmedizin hat sie für mehrere Tierschutz- und Schutzorganisationen in Nordamerika und Asien gearbeitet.  Ihre Schwerpunkte liegen in der veterinärmedizinischen Ausbildung, hochwertigen, großvolumigen Sterilisations/Kastrationsprogrammen und im organisatorischen Ressourcenaufbau.  Katherine arbeitet eng mit VIER PFOTEN Partnerorganisationen in Kambodscha, Indonesien, Vietnam und Thailand zusammen, um ein starkes Netzwerk von Streunertierpflegeprogrammen in der Region aufzubauen.

 

Katherine unterrichtet auch an Universitäten in den USA und berät bei einer Vielzahl von kommunalen Katzenmanagementprogrammen auf der ganzen Welt.