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Ground Zero des Handels mit Hundefleisch in Kambodscha

26.6.2019

Minuten entschieden über Leben oder Tod: Neary und Sopol haben eine zweite Chance bekommen!

Im Herzen von Zentralkambodscha am Ufer des Mekong-Flusses liegt die verschlafene Provinz Kampong Cham. Hinter den ruhigen, malerischen Aussichten auf idyllische Reisfelder und alte Tempel verbirgt sich ein sehr dunkles Geheimnis. Seit Monaten führt unser Team verdeckte Ermittlungen über den Handel mit Hundefleisch in Kambodscha durch, ein Handel, an dem jedes Jahr Millionen von Tieren beteiligt sind, von denen viele geliebte Haustiere sind. In der Hauptstadt Phnom Penh besuchten wir mehr als 110 Restaurants, die sich auf Hundefleisch spezialisiert haben, und die überwiegende Mehrheit berichtete, dass sie von Schlachthöfen beliefert wurden, die nur 2 Stunden entfernt in der Provinz Kampong Cham liegen. Wir wussten, dass wir dorthin mussten.

Als wir in das Dorf fuhren, gab es nichts Ungewöhnliches, das uns auf das vorbereitet hätte, was wir gleich erleben würden - ganz im Gegenteil, da sich ein Großteil des Dorfes gerade auf eine große Hochzeitsfeier vorbereitete. Kurz nach unserer Ankunft trafen wir unseren Kontakt, Herrn Kry, der mit seiner Familie vor seinem Haus saß und abwechselnd einen süßen Welpen kuschelte, den sie erst kürzlich als Familienhaustier gekauft hatten, um ihre beiden erwachsenen Haushunde zu ersetzen, die kürzlich an den Fleischhandel verkauft worden waren. Als wir mit Herrn Kry über den Handel mit Hundefleisch sprachen, enthüllte er, dass 80 Prozent der Menschen in seinem Dorf in der Industrie arbeiten und dass er selbst seit seinem 15. Lebensjahr im Handel tätig ist. 

Er lud uns ein, sein Geschäft zu besichtigen. Nachdem wir den süßen Welpen zurückgelassen hatten, gingen wir mit ihm zu seinem Haus, wo wir in einen Schuppen auf der Rückseite eintraten, der mit rostigen, kleinen Metallkäfigen ausgestattet war. In einem von ihnen waren vier Hunde, die sich im Inneren dicht aneinander drängten. Die Hunde zitterten vor Angst so stark, dass der ganze Käfig klapperte.

Bevor wir wussten, was vor sich ging, wurden zwei Hunde von einem der Schlachthofarbeiter gewaltsam aus dem Käfig geholt und nach draußen geschleppt. Sie wurden in einen anderen Käfig geworfen und einer nach dem anderen getötet - eine dicke Seilschlinge wurde um ihre Hälse durch die Gitterstäbe des Käfigs gelegt und ruckartig zusammengedrückt, bis die Hunde zu Tode erstickten. Beide kämpften heftig um ihr Leben, als sich das Seil um ihren Hals spannte und sich die Zähne an den Metallstangen des Käfigs brachen, während sie versuchten, sich zu befreien. Jeder litt gefühlt eine Ewigkeit. Schließlich wurden die einzelnen Hunde aus dem Käfig gezogen, in kochendes heißes Wasser getaucht und ihr Fell mit Messern abgeschabt.

Nachdem wir das Geschehene verarbeitet hatten, wussten wir, dass wir sofort handeln mussten. Nach einigen Minuten Verhandlungen konnten wir Herrn Kry davon überzeugen, die beiden verbleibenden Hunde an uns abzugeben. Bevor wir ihm die Zeit gaben, seine Meinung zu ändern, nahmen wir die Hunde schnell aus dem Käfig, legten sie in unseren Van und fuhren weg. Beide waren anfangs verängstigt, weil sie nicht wussten, was geschah. Aber nach etwa einer Stunde Fahrt schliefen die beiden erschöpften Hunde fest ein.

Zurück in der geschäftigen Stadt Phnom Penh brachten wir die beiden geretteten Welpen zu unserem Partnerschutzzentrum Animal Rescue Cambodia, wo sie erste medizinische Hilfe gegen die Dehydrierung, Flöhe und andere leichte Verletzungen erhielten. Beide Hunde waren von ihrer Tortur extrem traumatisiert. In den letzten Monaten hat unser Team beiden Hunden die nötige Liebe, Fürsorge und Herzlichkeit gegeben, um zu lernen, Menschen wieder zu vertrauen. Beide haben sich bemerkenswert erholt und zeigen ihre wahre spielerische Persönlichkeit. Wir nannten sie Neary und Sopol, die in Khmer "sanftes Mädchen" und "gute Stärke" bedeuten und wünschen ihnen alles Gute in ihrem neuen Leben als behütete Haustiere.

Neary und Sopol sind die wenigen glücklichen Hunde, die dem brutalen kambodschanischen Hundefleischhandel entkommen sind. Jeden Monat werden in Kampong Cham Zehntausende von Hunden wie Neary und Sopol getötet, um die Nachfrage nach Hundefleisch in Phnom Penh zu decken. VIER PFOTEN arbeitet derzeit mit der kambodschanischen Regierung und unseren lokalen Partner-Hilfsorganisationen zusammen, um diesen Handel für immer zu beenden.

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in Südostasien

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Dr. Katherine Polak

VIER PFOTEN Leiterin der Streunerhilfe in Südostasien

Katherine leitet derzeit das VIER PFOTEN Hilfsprogramm für Haustiere in Südostasien, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Bekämpfung des grausamen Handels mit Hunde- und Katzenfleisch. Als Spezialistin für Tierheim- und Tierpräventivmedizin hat sie für mehrere Tierschutz- und Schutzorganisationen in Nordamerika und Asien gearbeitet.  Ihre Schwerpunkte liegen in der veterinärmedizinischen Ausbildung, hochwertigen, großvolumigen Sterilisations/Kastrationsprogrammen und im organisatorischen Ressourcenaufbau.  Katherine arbeitet eng mit VIER PFOTEN Partnerorganisationen in Kambodscha, Indonesien, Vietnam und Thailand zusammen, um ein starkes Netzwerk von Streunertierpflegeprogrammen in der Region aufzubauen.

 

Katherine unterrichtet auch an Universitäten in den USA und berät bei einer Vielzahl von kommunalen Katzenmanagementprogrammen auf der ganzen Welt.