eine Gruppe von Gänsen im Grünen

Daunen

Jedes Jahr müssen Milliarden von Enten und Millionen von Gänsen wiederholt grausame Behandlungen und schlechte Haltungsbedingungen ertragen, nur um Daunen für die Mode- und Textilindustrie zu liefern. 

Für ihre Weichheit und isolierenden Eigenschaften geschätzt, wird Daune oft in Outdoor Kleidung genutzt, außerdem in Bettwaren wie Decken. Daunen kommen aber sehr oft von Enten und Gänsen, die für ihr Fleisch aufgezogen werden und zusätzlich grausamen Praktiken wie Lebendrupf und Stopfmast (für Foie Gras) unterworfen werden.1

Wussten Sie das?

Allein im Jahr 2024 wurden mehr als 5 Milliarden Enten und Gänse zur Fleischgewinnung geschlachtet, wobei Enten mehr als 80 % davon ausmachten (4,2 Milliarden).¹ Zwischen 80 und 90 % davon kommen aus China², wo es derzeit keine angemessenen und durchsetzbaren Tierschutzvorschriften gibt. Jedes Jahr werden Millionen Kilogramm Daunen produziert, doch die meisten Unternehmen, die Daunen beziehen, wissen nur wenig über das Wohlergehen der Tiere, und nur etwa 3 % aller Daunen sind nach einem Tierschutzstandard zertifiziert.² Zudem decken die derzeit verfügbaren Zertifizierungen nicht die gesamte Daunenlieferkette ab, sondern lassen in der Regel die Zuchtbetriebe aus, in denen das Risiko des Lebendrupfens besonders hoch ist.

Lebendgerupfte Gans

Lebendrupf ist unglaublich schmerzhaft und ein großer Stress für die Tiere; sie werden gewaltsam festgehalten, während ihre Federn ohne Schmerzlinderung aus ihrer Haut gerissen werden. Er führt oft zu Wunden, die durch das wiederholte Rupfen immer wieder aufreißen. 

Zudem werden viele Tiere oft drei Mal täglich gestopft, also zwangsgefüttert. Das bedeutet, dass ihnen ein Metallrohr in den Hals gepresst wird, um ihnen eine fettreiche Nahrung zu verabreichen4. Die Tiere können dieses exzessive Fett nicht verarbeiten; ihre Leber wächst auf das Zehnfache ihrer normalen Größe an.5

Es gibt weitere Tierschutzprobleme, die in allen Produktionssystemen für Enten und Gänse auftreten, wie beispielsweise mangelnder Zugang zu Wasser, Verstümmelungen, hohe Besatzdichte und/oder die Haltung der Tiere in Käfigsystemen sowie der stressreiche Transport lebender Tiere und grausame Schlachtmethoden.

Tierschutzprobleme bei Daunen

Lebendrupf

  • Elterntiere werden immer wieder lebend gerupft, da sie bis zu fünf Jahre leben, bevor sie geschlachtet werden.6
  • Brutale Behandlung und das Festhalten der Vögel verursachen enorm viel Stress und häufig Verletzungen wie Knochenbrüche oder ausgerenkte Gelenke.6
  • Lebendrupf kann alle sechs Wochen praktiziert werden6, dabei werden die bereits vorhandenen Wunden wieder aufgerissen, um neue Daunen und Federn zu gewinnen. Mit jedem Mal wächst feinere Daune nach. Daher wird das Problem des Lebendrupfs befeuert, wenn Unternehmen besonders feine Daunen mit hoher Daunendichte wollen.7
  • Haltungsbetriebe geben oft an, dass sie lediglich Federn ernten und keinen Lebendrupf durchführen. Da die Ernte bei allen Tieren des Betriebs gleichzeitig erfolgt, lässt sich der Lebendrupf in solchen Fällen nicht vermeiden, da nicht alle Tiere gleichzeitig mausern und die Federn zudem nicht gleichmäßig über den gesamten Körper verteilt sind.  

Stopfmast

  • Tiere, die gestopft werden, haben ein 20fach höheres Sterberisiko im Vergleich mit Tieren, die dieser Prozedur nicht unterworfen werden. Sie leiden an Verletzungen im Hals, einem exzessiven Wachstum der Leber und in Folge an Leberversagen.5,8
  • Besonders Enten sind extrem ängstlich und reagieren sehr aversiv auf die Person, die die Stopfmast durchführt.5

Schlechte Haltungsbedingungen

  • Die meisten Vögel werden in Gitterkäfigen gehalten, die ihre Mobilität extrem einschränken, Verletzungen verursachen und das Ausleben der natürlichen Verhaltensweisen verhindern.8 
  • Enten und Gänse sind Wasservögel; in Tierfabriken haben sie allerdings keinen Zugang zu Wasser, können natürliche Verhaltensweisen wie Baden und Futtersuche nicht ausleben.9 
  • Vögel in Intensivtierhaltung werden auf engstem Raum mit einer hohen Besatzdichte gehalten. Das führt oft zu aggressivem Verhalten zwischen den Vögeln, zu Stress und Verletzungen, ja sogar Kannibalismus.9 

Schmerzhafte Verstümmelungen

  • Zusätzlich zum Lebendrupf und zur Stopfmast werden Enten und Gänse weiteren schmerzhaften Prozeduren unterworfen, wie etwa dem Schnabelkupieren (-kürzen), um zu verhindern, dass die Tiere mit den Schnäbeln aufeinander einhacken.
  • Meistens wird zum Schnabelkupieren eine erhitzte Klinge verwendet. Das ist extrem schmerzhaft für die Tiere.10 Das Schnabelkürzen kann mit der Amputation von menschlichen Fingerkuppen verglichen werden; es bedeutet den Verlust der Fähigkeit, mit der Umwelt und den Artgenossen artgemäß zu kommunizieren und verunmöglicht den Tieren ihr Komfortverhalten auszuleben.
  • Hier finden Sie weitere Informationen über Verstümmelungen von Wasservögeln.

Transport & Schlachtung

  • Jedes Jahr werden 1,5 Milliarden Geflügeltiere über lange Distanzen und grenzüberschreitend transportiert, oft unter katastrophalen Bedingungen. Das führt zu extremer Angst, Stress, Verletzungen und sogar zum Tod. 
  • Die herkömmliche Methode, Enten und Gänse zu schlachten, ist mit riesigem Stress für die Tiere verbunden: Ihre Köpfe werden unter Stromzufuhr in ein Wasserbad gehalten, wobei sie bei vollem Bewusstsein kopfüber an den Beinen auf das Schlachtband, d.h. auf bewegliche Haken, gehängt werden.11 
  • Die elektrische Wasserbad-Betäubung ist keine effektive Methode. Viele Enten und Gänse kommen vor der eigentlichen Schlachtung wieder zu Bewusstsein und müssen erneut ins elektrische Wasserbad gehalten werden .11 
Eine Gruppe von Gänsen schwimmt im Wasser

VIER PFOTEN fordert:

  • Verbot von Lebendrupf
  • Verbot von Stopfmast und Foie Gras
  • Verbot von schmerzhaften Verstümmelungen
  • Höhere Standards bei Transport und Schlachtung
  • Bessere Tierhaltung und die Möglichkeit, artgemäßes Verhalten auszuleben

Was wir tun

Im Jahr 2024 haben wir den Wear it Kind Markenkompass ins Leben gerufen. Er zeigt, welche Modeunternehmen welche Maßnahmen treffen, um Probleme wie Lebendrupf in ihrer Lieferkette auszuschließen.  

VIER PFOTEN möchte der Öffentlichkeit die Realität hinter der Nutzung von Tieren zeigen. Wir wollen Initiativen zu Tierwohl-Zertifizierungen fördern, Alternativen aufzeigen und den Modeunternehmen dabei helfen, Tierleid zu reduzieren. 

Wir werden weiterhin die Stimme der Tiere sein. Eine nachhaltige Veränderung ist nur möglich, wenn wir gemeinsam Missstände aufdecken und deutlich machen, dass Tiere Besseres verdient haben. 

Was Sie tun können

Um tierfreundlichere Entscheidungen zu treffen, vermeiden Sie Daunen und greifen Sie stattdessen zu Alternativen wie recycelte Materialien oder pflanzenbasierte Stoffe, z.B. Kapok. Auch Second Hand Kleidung ist eine Option. Mehr erfahren Sie in unserem tierfreundlichen Einkaufsratgeber

  • Nutzen Sie unseren Wear it Kind Markenkompass, um herauszufinden, welche Maßnahmen die Unternehmen gegen Tierleid in der Lieferkette treffen, sowie unseren Wear it Kind Einkaufsratgeber. Mit Ihrem Wear it Kind Versprechen zeigen Sie, dass Sie konsequent zu Mode ohne Tierleid greifen.
  • Wir sind der Ansicht, dass zertifizierte Daunen für VIER PFOTEN erst dann als akzeptabel angesehen werden können, wenn Standards entscheidende Lücken schließen und eine lückenlose Transparenz der Lieferkette sowie sinnvolle Tierschutzmaßnahmen zuverlässig gewährleisten. Verwenden Sie Daunenalternativen wie Thermolite, FLWRDWN™ und PrimaLoft oder, falls wirklich notwendig, 100 % zertifizierte Recycling-Daunen.
  • Wenn Sie sich für den Kauf von Daunen entscheiden, achten Sie darauf, dass es sich um zertifizierte recycelte Daunen handelt, zumal keine der derzeit gängigen Zertifizierungen Probleme wie das Lebendrupen angemessen mindert. Noch besser ist, dass es dank der großen Auswahl an tierfreien Alternativen, die heute erhältlich sind, noch nie so einfach war, völlig Tierleid-frei einzukaufen.
Gänse auf einer Wiese in der Schweiz

Machen Sie das Versprechen zu #WearItKind


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Quellenverweis

1. Animal Slaughter Statistics & Charts. Accessed 19 May 2026. https://faunalytics.org/global-animal-slaughter-statistics-and-charts/ 
2. Textile Exchange, 2025. Preferred fiber and materials market report 2025. Accessed 19 May 2026. https://2d73cea0.delivery.rocketcdn.me/app/uploads/2025/09/Materials-Market-Report-2025.pdf
3. How Long Will China’s Animal Cruelty Laws Have to Wait? Princeton Legal Journal. 2022 Apr 30 [accessed 2024 Nov 19]. https://legaljournal.princeton.edu/how-long-will-chinas-animal-cruelty-laws-have-to-wait/
4. Forced  feeding  An inquiry into the welfare  of ducks and geese kept  for the production  of foie gras. [accessed 2024 Nov 19]. https://edepot.wur.nl/159465
5. Rochlitz I, Broom DM. The welfare of ducks during foie gras production. Animal Welfare. 2017;26(2):135–149. https://doi.org/10.7120/09627286.26.2.135
6. EFSA Panel on Animal Health and Welfare (AHAW). Scientific Opinion on the practice of harvesting (collecting) feathers from live geese for down production. EFSA Journal. 2010;8(11):1886. https://doi.org/10.2903/j.efsa.2010.1886
7. Chapter 10. FEATHER AND DOWN PRODUCTION. [accessed 2024 Nov 19]. https://www.fao.org/4/y4359e/y4359e0c.htm
8. Duncan I. The Scientific Case Against Foie Gras.
9. EFSA Panel on Animal Health and Animal Welfare (AHAW Panel) et al. Welfare of ducks, geese and quail on farm. EFSA Journal. 2023 [accessed 2024 Nov 19];21(5). https://data.europa.eu/doi/10.2903/j.efsa.2023.7992. https://doi.org/10.2903/j.efsa.2023.7992
10. Mohammed A, Matouq S, Negm E, Darwish M. Impact of Bill Trimming on Duck Health and Welfare - A Review. Indiana Journal of Agriculture and Life Sciences. 2022;2(5):17–26. https://doi.org/10.5281/zenodo.7139301
11. Hindle VA et al. Animal welfare concerns during the use of the water bath for stunning broilers, hens, and ducks. Poultry Science. 2010;89(3):401–412. https://doi.org/10.3382/ps.2009-00297 

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