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Mastgeflügelbetrieb

Qualzucht bei Nutztieren

Tierrassen, die heute zum Großteil in der industriellen Nutztierhaltung eingesetzt werden, leiden unter den aus der hochspezialisierten Zucht entstandenen Merkmalen. 

11.10.2021

Ziel der Tierzucht ist es, die Wirtschaftlichkeit der Tierhaltung zu erhöhen, indem die Tiere an die Haltungs- und Produktionsbedingungen angepasst werden. Dadurch steht die Steigerung von Leistungsparametern (z.B. Milchmenge, Tageszunahmen) im Mittelpunkt der Zuchtbemühungen. Diese rein leistungsorientierte Zucht verursacht bei Nutztieren Schmerzen und Leiden. 

Bei einer einzelnen Rasse ist es nicht möglich, mehrere Höchstleistungsmerkmale durch Zucht zu etablieren (Milch-, Fleisch-  oder Legeleistung), weshalb einseitig gezüchtet wurde. Dadurch entstanden unterschiedliche Rassen und Kreuzungen - Milch- und Fleischrassen bei Rindern, Lege- und Masthybriden bei Hühnern. 

Milchkuh

Milchkuh


Aufgrund der hohen Milchleistung leiden die Tiere unter Euterentzündungen, Stoffwechselerkrankungen und vielen weiteren schmerzhaften Problemen.

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Mastrind

Mastrind


Auch beim Mastrind gibt es zuchtbedingte Beschwerden wie Organschäden oder auch Knochen- und Gelenksprobleme, allerdings weit weniger, als bei den Milchkühen.

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Masthuhn und Pute

Masthuhn und Pute


Durch die Zucht auf maximale Fleischproduktion leiden Puten und Masthühner ihr Leben lang unter zahlreichen körperlichen aber auch psychischen Beschwerden.

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Legehennen

Legehennen


Durch den hohen Kalziumbedarf für die Produktion der Eierschale leiden bereits junge Legehennen an Osteoporose. Dazu kommen meist Erkrankungen der Legeorgane, das Fettlebersyndrom und vieles mehr.

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Schwein

Schwein


Sowohl Zuchtsauen als auch Mastschweine sind von den zahlreichen schweren Folgen der Qualzucht mit dem Ziel einer möglichst hohen Magerfleisch-Produktion betroffen. 

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Milchkuh

Was unsere Milchkühe täglich leisten müssen: Die Milchleistung pro Kuh von durchschnittlich 2.600 kg/Jahr Milch ist in den 1950er Jahren zu durchschnittlich 9.000 kg/Jahr und mehr pro Kuh im Jahr 2019 hoch geschnellt. Tendenz steigend. 

Was die meisten nicht wissen: Die Züchtung auf diese enorm hohe Milchleistung, die der körperlichen Leistungsfähigkeit alles abverlangt, führt zu vermehrten gesundheitlichen Problemen. Zu Beginn der Milchperiode kann eine Hochleistungskuh gar nicht so viel Futter aufnehmen, wie sie Energie benötigt, wodurch körpereigene Reserven angegriffen werden. 

Jersey Kuh

Qualzucht bei Milchkühen verursacht u.A.:

  • Euterentzündungen
  • Stoffwechselstörungen
  • Klauenprobleme
  • Fruchtbarkeitsstörungen
  • Gebärmutterentzündungen
Qualzuchtmerkmale Milchkuh

Die Nutzungsdauer unserer Milchkühe hat sich in den letzten 40 Jahren halbiert! Doch diese kurze Lebenszeit und leistungsbedingten Gesundheitsstörungen, auch Produktionskrankheiten genannt, werden aus wirtschaftlichen Interessen in Kauf genommen. 

Dazu kommt: Männliche Kälber der milchbetonten Rassen haben für die Branche keinen Wert. Die Aufzucht ist zu teuer und macht aufgrund der geringen „Fleischleistung“ wirtschaftlich keinen Sinn. Sie werden so schnell wie möglich, z.T. ins Ausland, verkauft, wo sie ein kurzes und grausames Leben erwartet. Selbst die Branche spricht bei den männlichen Kälbern von einem Abfallprodukt der Milchindustrie.

Mastrind

Die vorherrschenden Zuchtziele, wie gute Bemuskelung und hohe Tageszunahmen verursachen direkt gesundheitliche Probleme beim Rind (Organschäden, Knochen- und Gelenksprobleme, Kombination von gesundheitlichen Einschränkungen). Die Problematik leistungsabhängiger Gesundheitsschäden ist bei Fleischrindern aber insgesamt geringer ausgeprägt als bei Milchkühen. 

Mastrinder

Geflügel

Das Zuchtziel ist seit Jahrzehnten die maximale Ausschöpfung des genetischen Wachstumspotenzials. Die extreme Selektion auf Fleischfülle ist verbunden mit einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit, besonders des Skelett- und des Herz-Kreislaufsystems. Damit gehen Verhaltensänderungen im Lokomotions- und Komfortverhalten einher, die, da sie nicht mehr arttypisch ausgeführt werden können, zu weiterem Leid beim Tier führen. 

Pute

Die hohe Nachfrage nach dem als besonders „gesund“ bekannten Putenbrustfleisch hat für die Tiere hinter dem Lebensmittel verheerende Folgen. Die Züchtung auf die enorme Größe des Brustmuskels und die rasante Gewichtszunahme der Tiere innerhalb weniger Lebenswochen, sorgen für eine extreme Belastung des Organismus. Das jugendliche Skelett kann den enormen Fleischzuwachs nicht ausreichend tragen, innere Organe können mit dem Wachstum nicht Schritt halten. Ein Putenhahn hat heutzutage im Alter von ca. 20 Wochen sein Schlacht-Endgewicht von ca. 23kg erreicht. Im Jahr 1965 lag das Gewicht eines Putenhahns im Alter von 22 Wochen im Vergleich dazu gerade einmal bei ca. 12 kg.

Puten in Mastbetrieb

Qualzucht bei Puten verursacht u.A.:

  • schmerzhafte Gelenksveränderungen
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • abnormale Beinstellungen und Lahmheiten
  • Tendenz zu Federpicken und Kannibalismus (in der Intensivtierhaltung)
Qualzuchmerkmale Pute

Der immer schwerer werdende Brustmuskel und die daraus resultierenden abnormalen Beinstellungen und Lahmheiten führen dazu, dass die Tiere sich gegen Ende ihres Lebens kaum noch bewegen, ein artgemäßes Verhalten ist dadurch nicht mehr möglich. 

Durch das viele Liegen in feuchter Einstreu kommen Entzündungen auf Brust und Bauch dazu. Was viele nicht wissen: Mastputen-Rassen sind nicht mehr in der Lage sich auf natürliche Art und Weise zu vermehren. Die männlichen Tiere würden aufgrund ihres abnorm großen Brustmuskels die Weibchen verletzen. Diese Tiere werden von wenigen Konzernen weltweit gezüchtet und müssen durch künstliche Besamung vermehrt werden. Das kurze Leben einer Pute ist ein reines Martyrium.

Masthuhn 

Bei der Geflügelzucht besteht allgemein das Problem, dass die in der Landwirtschaft eingesetzten Tiere (in wirtschaftlich geführten Betrieben) alle aus den großen Zuchtkonzernen stammen und ursprüngliche Rassen nur mehr von Hobbyhaltern oder Rasseerhaltern gehalten und gezogen werden. 

Mastgeflügel

Legehennen

Was unsere Hühner täglich leisten müssen: Im Jahr 1955 legte ein Huhn ca. 118 Eier pro Jahr. Durch die einseitige Zucht auf Legeleistung wurde die Zahl mittlerweile auf ca. 300 Eier pro Huhn und Jahr gesteigert. Die Folgen der genetischen Veränderung im Sinne der Höchstleistung: Die Tiere leiden in ihrem jungen Alter bereits an Osteoporose. Die Hühner legen mittlerweile beinahe jeden Tag ein Ei, was zu weiteren gesundheitlichen Problemen, wie z.B. Entzündungen des Legeapparates führt. 

Legehennen

Qualzucht bei Legehennen verursacht u.A.:

  • Osteoporose
  • Erkrankung der Legeorgane
  • Tendenz zu Federpicken und Kannibalismus (in der Intensivtierhaltung)
Qualzuchtmerkmale Legehenne

Durch den hohen Bedarf an Kalzium, welches für die Bildung der Eierschale auch aus dem eigenen Körper mobilisiert werden muss, erleiden bei diesen hohen Eiermengen 100% aller Legehennen in den heute üblichen mehretagigen Haltungssystemen mindestens 1x in ihrem kurzen Leben eine Brustbeinfraktur.

Die Eileiterentzündung wird als „Berufskrankheit“ der Legehenne bezeichnet. 

Was viele nicht wissen: Diese Hochleistungshühner werden mittlerweile nicht viel älter als 16 Monate – sie haben nach der ersten Legeperiode keinen wirtschaftlichen Nutzen mehr und werden „entsorgt“. Für die wenigen Konzerne weltweit, die diese heute eingesetzten, sogenannten Legehybriden züchten, ist das wirtschaftlich natürlich von Vorteil. Dazu kommt: Männliche Küken sind für die Eierbranche völlig wertlos und aufgrund der einseitigen Zucht auf Legeleistung der Tiere auch nicht mehr für die Mast geeignet.

Schwein

Der Bedarf nach magerem Fleisch steigt stetig. Für die Schweinefleischproduktion bedeutet das: Die Tiere müssen der Nachfrage angepasst werden. Die Zucht auf einen hohen Magerfleischanteil, sowie die hohen Tageszunahmen führen bei den intelligenten Wesen zu Störungen des Herz-Kreislauf-Systems und krankhaften Gelenksveränderungen. Das jugendliche Skelett kann den enormen Fleischzuwachs nicht ausreichend tragen, die inneren Organe können mit dem Wachstum nicht Schritt halten. Heutzutage erreicht ein Mastschwein sein Schlachtgewicht von etwa 110 kg im Alter von ca. sechs bis sieben Monaten. Auch beim Schwein dominieren wenige Rassen, wie z.B. Pietrain (das sogenannte Vier-Schinkenschwein) die Zucht. Die Anzahl der Ferkel pro Zuchtsau und Jahr ist ein wichtiger wirtschaftlicher Parameter, welcher kontinuierlich gesteigert wurde. 

Schwein auf Vollspalten

Qualzucht bei schweinen verursacht u.A.:

  • Herzkreislaufprobleme
  • krankhafte Gelenksveränderungen
  • Schwanzspitzennekrose
Qualzuchtmerkmale Schwein

Mittlerweile bekommen Sauen bereits mehr Ferkel, als sie Zitzen haben, wodurch die übrigen Ferkel aufwändig künstlich aufgezogen werden müssen. 

Durch die große Belastung, die für die Zuchtsauen entsteht, werden diese im Durchschnitt keine drei Jahre mehr alt. Die ständig steigenden Leistungsanforderungen belasten die Tiergesundheit.

VIER PFOTEN FORDERT:

  • Teil des Zuchtziels muss sein, dass Merkmale wie Tiergesundheit und Lebensleistung stärker gewichtet werden. Langfristig profitieren auch Landwirte von erhöhtem Tierwohl - weniger Antibiotika, geringere Tierarztkosten etc.
  • Das Qualzuchtgesetz muss auch in der Nutztierhaltung genauer definiert und konsequent durchgesetzt werden.
  • Gesetze zu Zuchtzielen müssen auf europäischer Ebene gemacht werden, da sich nationale Zuchtziele immer an europ. Standards anpassen, um marktfähig zu sein.
  • Den Einsatz von Zwei-Nutzungsrassen in der Geflügel- und Rinderhaltung sowie von ursprünglichen und an lokalen Gegebenheiten angepassten Rassen.
  • Die Rassen müssen hinsichtlich ihrer größten Probleme zurück gezüchtet sowie schnell wachsende Rassen nicht mehr eingesetzt werden.

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