Igelbaby

Igel gefunden – was tun?

Ratgeber für Tierfreunde: Was zu tun ist, wenn Sie einen Igel gefunden haben

9.11.2021

Beobachten Sie zuerst und überprüfen Sie dann folgendes:

  • Ist der Igel verletzt? 
    Wenden Sie sich an das nächstgelegene Wildtierzentrum oder an einen Tierarzt, um professionellen Rat für die nächsten Schritte einzuholen.
  • Ist der Igel schwach, oder läuft er tagsüber herum? 
    Wenn er schwach, aber nicht verletzt ist, können Sie ihm helfen, indem Sie ihn füttern. 
  • Ist der Igel in Gefahr?
    Wenn Sie glauben, dass der Igel in Gefahr ist, zertreten oder angefahren zu werden, nehmen Sie ihn am besten vorsichtig auf und bringen ihn an einen sichereren Ort.
  • Ist es Winter? 
    Wenn ja, braucht er wahrscheinlich Hilfe, denn Igel halten Winterschlaf. Wenden Sie sich an das nächstgelegene Wildtierheim oder Tierarzt.
  • Ist es ein sehr junger Igel? 
    Wenn ja, sollten Sie ihn nicht sofort aus seiner Umgebung entfernen. Lesen Sie zunächst mehr über junge Igel.

Schwache, verletzte und junge Igel 

Normalerweise sind Igel nachtaktiv. Schwache, verletzte, kranke oder elternlose Igel, die zum Überleben Unterstützung brauchen, sind häufig daran zu erkennen, dass sie sich am Tage zeigen. Die wenigsten Jungigel werden wirklich verlassen. Denn Muttertiere lassen den Wurf auf der Suche nach Nahrung immer wieder für mehrere Stunden allein. Ein vermeintlich verlassenes Jungtier sollte man daher zunächst genau beobachten, ehe man den Kleinen in Obhut nimmt.

Schwache Tiere müssen nicht aus ihrem natürlichen Umfeld gerissen werden. Erste Hilfe ist auch vor Ort möglich, zum Beispiel, indem Sie den Igel füttern. Stellen Sie eine Futterstelle in geschützter Lage in Ihrem Garten auf.

Wenn Sie ein sehr junges und offensichtlich krankes Tier finden, sollten Sie zunächst einen fachkundigen Tierarzt oder eine Wildtierauffangstation kontaktieren. Zum Beispiel unsere Eulen- und Greifvogelstation in Haringsee.

Was man einem Igel füttert:

  • Eiweißreiches Futter - eine Mischung aus hochwertigem Katzennassfutter (mindestens 60 % Fleischanteil, ohne Soße, Gelee o.ä.) und gekochtem, gehacktem Fleisch (Huhn, Pute, Rinderhack)
  • Eier sind als Rührei bei Igeln besonders beliebt: Braten Sie das Rührei in einer Pfanne ohne Gewürze, aber mit etwas Pflanzenöl - bis es fest wird
  • Immer eine flache Schale mit Wasser bereitstellen

Was man einem Igel NICHT füttern sollte:  

  • Mit Obst oder Milch dürfen Igel auf keinen Fall gefüttert werden. Dies kann schwere Verdauungsprobleme verursachen und sogar zum Tod führen.
  • Handelsübliches Igeltrockenfutter wird nicht empfohlen bzw. sollte nicht die Hauptnahrung sein. Die natürliche Ernährung von Igeln besteht aus weniger Kohlenhydraten, und für schwache Igel ist proteinreiches Futter besser geeignet.
Junger geretteter Igel

Igel: Winterschlaf und Überwinterung

Im Herbst wird die Nahrung für Igel knapper und der Winterschlaf steht bevor. Wenn man Igeln helfen will, die kalte Jahreszeit gut zu überstehen, ist es wichtig, gut informiert zu sein. Nicht jeder Igel braucht unsere Unterstützung. Manchmal schaden wir mehr, als wir helfen.

Igel sind in europaweit geschützt und dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz nicht gefangen oder aus ihrer Umgebung entfernt werden. Ausnahmen sind kranke, verletzte oder verwaiste Tiere. Ein tagsüber ziellos umherstreifender Igel ist immer ein Alarmsignal. Sollten Sie ein solches Tier finden, wenden Sie sich an eine Wildtierstation oder einen Tierarzt, der sich mit Wildtieren auskennt. Zum Beispiel an unsere Eulen- und Greifvogelstation in Haringsee.

Von Mitte November bis März begeben sich Igel in den Winterschlaf. Dabei werden die Körperfunktionen auf ein Minimum herabgesetzt. Mit Hilfe ihrer angefressenen Energiereserven können die Tiere bis zu einem halben Jahr ohne Futter auskommen. Eine sehr gute Überlebenschance haben Igel, die vor dem Winterschlaf 500 Gramm oder mehr wiegen.

Wie Sie Igel im eigenen Garten schützen können

Nicht nur Igel, sondern auch andere Wildtiere freuen sich, wenn ein Teil des Gartens nicht aufgeräumt und der Kompost von Oktober bis März nicht umgeschichtet wird. Auch Reisig- und Laubhaufen sowie Hecken und Gehölze bieten den Tieren Unterschlupf und Schutz vor Wind und Wetter. 

Laubsauger/-bläser, Rasenmäher und andere Geräte sind mit Vorsicht einzusetzen – sie können kleine Säugetiere und Vögel tödlich verletzen.

Das Verbrennen von Laub und Kompost wird nicht empfohlen. Bevor Sie in Ihrem Garten ein Lagerfeuer machen, sollten Sie immer überprüfen, ob sich Igel oder andere Kleintiere in der Nähe befinden. 

Neben den anfallenden Gartenarbeiten kann auch die Architektur von Garten und Haus Gefahren für den Igel bergen. Ein paar kleine Hilfestellungen können hier viel bewirken:  Kellerfenster und Lüftungsschächte sollten vergittert sein, eventuell vorkommende Stufen können für Igel passierbar gemacht werden, indem mit Ziegelsteinen Zwischenstufen gebaut werden. Ein Brett im Teich gewährleistet einen sicheren Ausstieg aus dem Wasser.

Umgehend Igelfachstelle kontaktieren

Jeder, der einen verletzten oder schwachen Igel in seine Obhut nimmt, ist gemäß Naturschutzgesetz verpflichtet, sich so rasch wie möglich mit einer qualifizierten Igelfachstelle in Verbindung zu setzen. Diese wird dann darüber befinden, ob das Tier ärztliche Hilfe braucht oder wieder in die Freiheit entlassen werden kann. Falls eine weitere Pflege nötig wird, wird diese durch die Igelfachstelle veranlasst.


Hilfestellung bietet hierbei die Eulen- und Greifvogelstation in Haringsee.

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