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Igel gefunden – was tun?

29.11.2018

Ratgeber für Tierfreunde: So können Sie Igeln im Winter effektiv helfen

Im Herbst wird das Nahrungsangebot für Igel knapper und der Winterschlaf steht bevor. Wer Igeln helfen will, die kalte Jahreszeit gut zu überstehen, sollte sich gut informieren. Denn nicht jeder Igel braucht unsere Unterstützung.

Igel: Winterschlaf und Überwinterung

Igel gehören zu den besonders gefährdeten Arten und dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz der Natur nicht entnommen werden. Eine Ausnahme bilden kranke, verletzte oder verwaiste Tiere.

Von Mitte November bis März begeben sich Igel in den Winterschlaf. Dabei werden die Körperfunktionen auf ein Minimum herabgesetzt. Mit Hilfe ihrer angefressenen Energiereserven können die Tiere bis zu einem halben Jahr ohne Futter auskommen. Eine sehr gute Überlebenschance haben Igel, die vor dem Winterschlaf 500 Gramm oder mehr wiegen.

Igel immer erst beobachten

Wenn Sie ein krankes, verletztes oder verwaistes Tier finden, empfehlen wir, sich umgehend an eine Wildtierstation oder einen wildtierkundigen Tierarzt zu wenden, um fachkundigen Rat einzuholen. Gemeinsam mit dem Experten kann entschieden werden, ob der Igel in der eigenen Gartenlaube überwintern kann oder ob eine Auffangstation die bessere Unterbringung ist. Ein Igel sollte nicht in Wohnräumen untergebracht und aufgepäppelt werden, da die warme Zimmertemperatur die Ausbreitung von Parasiten begünstigt.

Normalerweise sind Igel nachtaktiv. Schwache, verletzte, kranke oder elternlose Igel, die zum Überleben Unterstützung brauchen, sind häufig daran zu erkennen, dass sie sich am Tage zeigen. Schwache Tiere müssen nicht aus ihrem natürlichen Umfeld gerissen werden. Erste Hilfe ist auch vor Ort möglich, zum Beispiel, indem Sie den Igel füttern. Stellen Sie eine Futterstelle in geschützter Lage in Ihrem Garten auf.

Die wenigsten Jungigel werden wirklich verlassen. Denn Muttertiere lassen den Wurf auf der Suche nach Nahrung immer wieder für mehrere Stunden allein. Ein vermeintlich verlassenes Jungtier sollte man daher zunächst genau beobachten, ehe man den Kleinen in Obhut nimmt.

Igel im Stroh

Nachhaltiger Igelschutz beginnt im eigenen Garten

Nicht nur Igel, sondern auch andere Wildtiere freuen sich, wenn ein Teil des Gartens nicht aufgeräumt und der Kompost von Oktober bis März nicht umgeschichtet wird. Auch Reisig- und Laubhaufen sowie Hecken und Gehölze bieten den Tieren Unterschlupf und Schutz vor Wind und Wetter. Laubsauger/-bläser, Rasenmäher und andere Geräte sind mit Vorsicht einzusetzen – sie können die Tiere tödlich verletzen.

Neben den anfallenden Gartenarbeiten kann auch die Architektur von Garten und Haus Gefahren für den Igel bergen. Ein paar kleine Hilfestellungen können hier viel bewirken:  Kellerfenster und Lüftungsschächte sollten vergittert sein, eventuell vorkommende Stufen können für Igel passierbar gemacht werden, indem mit Ziegelsteinen Zwischenstufen gebaut werden. Ein Brett im Teich gewährleistet einen sicheren Ausstieg aus dem Wasser.

Umgehend Igelfachstelle kontaktieren

Jeder, der einen verletzten oder schwachen Igel in seine Obhut nimmt, ist gemäss Naturschutzgesetz verpflichtet, sich so rasch wie möglich mit einer qualifizierten Igelfachstelle in Verbindung zu setzen. Diese wird dann darüber befinden, ob das Tier ärztliche Hilfe braucht oder wieder in die Freiheit entlassen werden kann. Falls eine weitere Pflege nötig wird, wird diese durch die Igelfachstelle veranlasst.


Hilfestellung bietet hierbei die Eulen- und Greifvogelstation in Haringsee.

Lesen Sie mehr dazu in unserem Ratgeber, den Sie hier als PDF kostenlos herunterladen können:

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