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Ausgesetzte Schmuckschildkröten erfrieren im Winter

29.11.2018

Ratgeber für Tierfreunde: Was Sie tun sollten, wenn Sie eine Rotwangenschildkröte finden

Die Rotwangen- und Gelbwangen-Schmuckschildkröten zählen zu den sehr häufig ausgesetzten exotischen Heimtieren. Die Ansprüche der Tiere werden häufig unterschätzt. Süßwassertiere werden in deutschen Zoofachgeschäften, auf Reptilienbörsen sowie im Internet an interessierte und oft unwissende Halter verkauft. Schnell werden die Schildkröten größer als erwartet. Die Anschaffung eines neuen, größeren Terrariums ist vielen dann zu teuer – die Tiere werden einfach ausgesetzt.

„Viele ausgesetzte Schmuckschildkröten tummeln sich in Stadtteichen, wo sie den Sommer über auch in der Regel gut leben können. Wird der Winter jedoch kalt und frostreich überleben viele der wärmeliebenden Tiere diese Jahreszeit nicht. Sie erfrieren.“

Thomas Pietsch, Wildtierexperte bei VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz

Ausgesetzte Schildkröten melden

Schildkröten sind jetzt häufiger als sonst zu beobachten: Sie erhaschen die letzten wärmenden Sonnenstrahlen. Wer ein solches Tier findet, sollte die Chance nutzen und es bei einer naheliegenden Wildtierauffangstation oder bei der zuständigen Stelle melden, rät die Tierschutzstiftung VIER PFOTEN. So kann das Tier vor dem drohenden Erfrierungstod bewahrt werden.

Gerade die aus Amerika stammenden Rotwangen-Schmuckschildkröten (Trachemys scripta elegans) gelten in freier Wildbahn als ernste Bedrohung für einheimische Wasserschildkröten. Zwar wurden Importe in die EU bereits 1997 aus Artenschutzgründen verboten, dennoch werden lokal immer wieder neue Vorkommen entdeckt, die auf Aussetzungen zurückzuführen sind.

Schildkröten haben spezielle Ansprüche an eine tierschutzkonforme Haltung. Die Tierschutzstiftung VIER PFOTEN unterstützt die Einführung einer Positivliste mit Tierarten, die für die private Heimtierhaltung geeignet sind. Neben dem Tierschutz sollte eine solche Liste auch Artenschutzaspekte sowie mögliche Effekte für die Gesundheit von Mensch und Tier berücksichtigen.