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Legebatterie

VIER PFOTEN fordert: EU-Agrarsubventionen nur noch an Länder ohne Legebatterien

24.4.2019

Köstinger-Vorstoß muss EU-weit umfassend umgesetzt werden

VIER PFOTEN begrüßt den Vorstoß von Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger, auf EU-Ebene den unlauteren Wettbewerb als Folge von geringen Tierschutzstandards im Agrarbereich abzuschaffen. Die Tierschutzorganisation sieht die Ministerin aber auch in der Pflicht, sich für die EU-weite Umsetzung ihre Initiative einzusetzen. Darüber hinaus fordert VIER PFOTEN, EU-Agrarsubventionen ausschließlich an Länder ohne konventionelle Käfighaltung zu vergeben. In der EU selbst sind solche Legebatterien bereits seit 2012 verboten. Allerdings sind nach wie vor einige Länder, wie z.B. Spanien und Polen, säumig – ohne Konsequenzen.

„Tierquälerische Legebatterien dürfen von der EU niemals subventioniert werden – egal ob es Länder innerhalb der EU oder außerhalb betrifft“, sagt VIER PFOTEN Präsident Heli Dungler. „Es ist nicht nur aus Tierschutzsicht inakzeptabel, sondern auch für den Konsumenten unerträglich, solche Produkte vorgesetzt zu bekommen.“

Außerdem verlangt VIER PFOTEN die Einführung der längst fälligen verpflichtenden Kennzeichnung von tierischen Produkten – und zwar nicht nur nach Herkunft, sondern auch nach Haltungsform.

„Es ist erfreulich, dass sowohl Ministerin Köstinger als auch Bauernbund-Präsident Strasser sich auf EU-Ebene für die Förderung höherer Standards im Tierschutz aussprechen“, sagt VIER PFOTEN Präsident Heli Dungler. „Es ist aber auch wichtig, dass Österreich nun seine Vorreiter-Rolle wahrnimmt und als ersten Schritt eine umfassende Kennzeichnungspflicht auf nationaler Ebene einführt. Nur so kann sich der Konsument ganz bewusst für Produkte, die auch dem Tierwohl entsprechen, entscheiden.“ Als zweiter Schritt muss selbstverständlich eine gesamteuropäische Lösung folgen.

Ein Vorbild für eine gut funktionierende Kennzeichnung ist das Beispiel Frischei, bei dem für den Verbraucher sowohl das Herkunftsland als auch die Haltungsform angegeben sind. „Das ist ein Erfolgsmodell, das man wunderbar auf alle anderen, auch auf verarbeitete Produkte umlegen kann“, so Dungler. „Für den Konsumenten wäre damit möglich, künftig konsequent heimische und qualitativ hochwertige Produkte zu kaufen.“ Vor allem die verarbeiteten Produkte sind ein Riesenproblem. „Wer weiß schon, was in der Fertig-Lasagne, dem Eiaufstrich, dem Erdbeerjoghurt etc. wirklich drin ist?“, bringt es Dungler auf den Punkt.

Mit der derzeitigen Situation gibt es laut dem VIER PFOTEN Präsident gleich drei Verlierer: „Das sind zum ersten die österreichischen Landwirte, deren höherwertige Produkte von unkontrollierten Billigimporten aus Drittländern verdrängt werden. Zum zweiten die Konsumenten, die eine mindere Qualität vorgesetzt bekommen. Und zum dritten natürlich die Tiere, da eine billige Produktion immer mit Tierleid einhergeht.“

Dungler warnt aber auch davor, den positiven derzeitigen Elan der Politik und der Landwirtschaft, was das Tierwohl und die Qualität der Produkte betrifft, nach der EU-Wahl wieder verpuffen zu lassen: „Wir hoffen, dass das Ganze nicht der klassische Wahlkampf-Schmäh ist und wir nach der EU-Wahl Ende Mai wieder den gleichen zögerlichen Ansatz haben, wenn es um Tierwohl und Kennzeichnung geht. Aber wir wollen optimistisch sein und hoffen, dass jetzt tatsächlich der Zeitpunkt für eine Änderung hin zu mehr Konsumentenschutz und mehr Tierschutz ist.“

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Mag. Elisabeth Penz

Press Officer Austria

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Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen, Orang-Utans und Elefanten – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in zwölf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. www.vier-pfoten.at