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Tiertransport mit Schweinen (c) VIER PFOTEN | Fred Dott

Tiertransporte: Laut EU-Parlament Umsetzung und Kontrollen der bestehenden Richtlinien völlig ungenügend

14.2.2019

VIER PFOTEN sieht EU-Kommission in der Pflicht

Brüssel -  Das EU-Parlament hat heute der EU-Kommission eine sehr eindeutige Empfehlung gegeben: Die Umsetzung sowie die Kontrollen der bestehenden Richtlinien zu Tiertransporten in den einzelnen Mitgliedsstaaten müssen verbessert werden. Die Parlamentarier gingen dabei vor allem auf die Behandlung der Tiere während des Transports, die Transportdauer sowie Transporte in Drittländer ein. VIER PFOTEN sieht nun die EU-Kommission in der Pflicht, die entsprechenden Änderungen so rasch wie möglich vorzunehmen. Die Mitgliedsländer seien ihrerseits gefordert, geltendes Recht konsequent zu vollziehen.

„Die Abstimmung der EU-Parlamentarier ist ein unglaublich wichtiges Signal für den Tierschutz“, sagt Andreas Manz, VIER PFOTEN Experte für EU-Nutztierpolitik in Brüssel. „Im Wesentlichen sind darin unsere langjährigen Forderungen enthalten. Konkret sind das eine Begrenzung der Transportzeit, mehr unangekündigte Kontrollen und schärfere Sanktionen bei Verstößen.“ Allerdings, so Manz, hätte sich VIER PFOTEN eine ganz konkrete Beschränkung auf acht Stunden Transportzeit gewünscht – das wurde leider knapp abgelehnt.

Auf den Straßen der EU sind jährlich rund 360 Millionen Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen, dazu über eine Milliarde Stück Geflügel im Zuge von fast 400.000 Tiertransporten unterwegs. Zwar gibt es in der EU seit 2005 einheitliche Richtlinien für den Transport von Tieren, die auch Kontrollen dieser Transporte vorsehen. Allerdings liegt die Umsetzung dieser Kontrollen an den Mitgliedstaaten. In Österreich werden diese Kontrollen sogar je nach Bundesland unterschiedlich gestaltet. Im Durchschnitt werden hierzulande allerdings nur 1 Prozent der Transporte auf der Straße kontrolliert.

Härtere Strafen bei Verstößen gefordert

„Das Problem sind aber nicht nur fehlende Kontrollen, sondern auch die fehlenden Sanktionen bei Verstößen“, so Manz. „Daher sind wir sehr froh, dass die EU-Parlamentarier sich heute für eine konsequente Anwendung ausgesprochen haben. Jedes Gesetz ist schließlich nur so viel wert wie seine effiziente Umsetzung.“

Ein wichtiger Aspekt ist auch eine bessere Regelung für Transporte in Drittstaaten. Die Empfehlung des EU-Parlaments ist klar und liegt laut Andreas Manz voll auf VIER PFOTEN Linie: „Die Tiertransport-Standards der Drittländer sollen denen der EU angepasst sein – ansonsten soll der Transport verboten sein. Hier muss es unbedingt eine Änderung der gängigen Praxis geben. Wir alle kennen schreckliche Fotos oder Filmaufnahmen von Transporten in Länder ohne Tierschutzregelungen. Wir Europäer tragen die Verantwortung dafür, wenn wir so etwas zulassen.“

Eine rasche Überarbeitung der EU-Tiertransportverordnung ist laut Manz dringend notwendig: „Wenn Millionen von Tieren jährlich völlig unnötig quer durch Europa lebend transportiert werden und dabei auf engsten Raum Angst und Stress, Hunger und Durst sowie extreme Temperaturen erleiden müssen, dann ist das absolut unverständlich. Die EU-Bürger sehen das seit langem so. Nun hat es auch das EU-Parlament erkannt – der Ball liegt also jetzt bei der EU-Kommission.“

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Mag. Elisabeth Penz

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Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Seit 1988 setzt sich VIER PFOTEN dafür ein, dass Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Dafür betreibt die international tätige Stiftung mit Büros in 12 Ländern Aufklärungs- und Bildungsarbeit, nachhaltige Kampagnen sowie Lobbyarbeit. Im Fokus steht dabei die Verbesserung der Lebensbedingungen von Nutz-, Heim- und Wildtieren. In den VIER PFOTEN Schutzzentren finden Bären und Großkatzen aus schlechter Haltung ein tiergerechtes Zuhause.

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