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Nerz auf einer Nerzfarm für die Pelzgewinnung

Niederländisches Parlament will Nerzfarmen nach Coronavirus-Ausbruch schließen

25.6.2020

VIER PFOTEN hofft mit niederländischer Entscheidung auf Wendepunkt für weltweite Pelztierzucht

Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN begrüßt, dass das Unterhaus des niederländischen Parlaments am 23. Juni für eine frühere Schließung der Nerzfarmen im Land gestimmt hat. Die Entscheidung, die geschätzt 128 verbleibenden Nerzfarmen bereits vor 2023 – wie ursprünglich geplant – zu schließen und damit die Pelztierzucht zu beenden, folgt COVID-19-Ausbrüchen auf mehreren Farmen sowie den kürzlichen Massentötungen von 500.000 möglicherweise betroffenen Nerzen. Die Regierung steht nun unter Druck, die Pelzfarmen noch in diesem Jahr zu schließen. Ein weiterer Antrag, der ebenfalls vom Parlament angenommen wurde, macht das Züchten von Tieren, die anfällig für das Coronavirus sind, illegal. VIER PFOTEN fordert im Interesse von Tierschutz und öffentlicher Gesundheit nun auch ein weltweites Verbot aller Pelzfarmen.

In den vergangenen Wochen wurden Coronavirus-Ausbrüche auf 17 niederländischen Nerzfarmen bestätigt und als Vorsichtsmaßnahme hunderttausende Nerze getötet. Nachdem Symptome, wie Atembeschwerden und erhöhte Sterblichkeit, bei den Tieren beobachtet wurden, bestätigte das niederländische Landwirtschaftsministerium die COVID-19 Infektionen bei Nerzen. Später wurde das Virus auch bei einigen Pelzfarm-Arbeitern festgestellt. Nach Angaben der zuständigen Behörden war in diesen Fällen eine Übertragung vom Tier auf den Menschen äußerst wahrscheinlich. „Wir begrüßen das eindeutige Abstimmungsergebnis im niederländischen Parlament und fordern die Regierung auf, den einzig richtigen nächsten Schritt in die Wege zu leiten: Die Pelztierzucht muss noch vor Ende diesen Jahres beendet werden. Millionen von Tieren bleibt dadurch ein qualvoller Tod und ein Leben in unzumutbaren Umständen erspart. Wir wissen jetzt, dass Nerzfarmen als potenzielle Brutstätten für COVID-19 und andere neue infektiöse zoonotische Krankheiten dienen können. Dieses Problem betrifft nicht nur die Niederlande, sondern alle Länder, die die Pelztierzucht noch nicht beendet haben. Es ist an der Zeit, diese grausame Praxis weltweit zu verbieten, nicht nur aus Sicht des Tierschutzes, sondern auch zu Gunsten der öffentlichen Gesundheit“, sagt Thomas Pietsch, Wildtier-Experte bei VIER PFOTEN.

Pelzfarmen gefährden Gesundheit von Mensch und Tier

2013 wurde in den Niederlanden beschlossen die Pelztierzucht zu verbieten, mit einer ursprünglichen Frist für ein vollständiges Ende bis 2024. Im Jahr 2018 züchtete das Land rund 4,5 Millionen Nerze. In Großbritannien ist die Pelztierzucht seit 2003 verboten und wurde auch in mehreren europäischen Ländern wie Österreich, Belgien, der Tschechischen Republik, Norwegen, Luxemburg, der Slowakei und Slowenien bereits verboten oder befindet sich in der Auslaufphase. Die grausame Praxis bleibt jedoch in anderen Ländern bestehen. China, Dänemark, Finnland und Polen gelten als die größten Pelzproduzenten. Weltweit werden jährlich schätzungsweise 100 Millionen Tiere wegen ihres Pelzes getötet. Insbesondere im Hinblick auf die COVID-19-Pandemie werden derzeit Pelzfarmen und Wildtiermärkte noch stärker daraufhin untersucht, ob sie ein potenzielles Risiko für die Gesundheit von Mensch und Tier darstellen.

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Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen, Orang-Utans und Elefanten – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in zwölf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. www.vier-pfoten.at