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Schlachthaus für Hunde in Kambodscha

Hundefleisch-Festival findet trotz neuer Verordnung, die Hunde schützt, in China statt

18.6.2020

VIER PFOTEN sieht in den Feierlichkeiten in Yulin Gefahr für Tiere und öffentliche Gesundheit

Wien/Yulin – Obwohl China Ende Mai 2020 Hunde vom nationalen Nutztier-Katalog genommen hat und damit der Verkauf von lebenden Hunden und Hundefleisch zum Verzehr verboten ist, startet laut der globalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN am 21. Juni das mittlerweile privat organisierte Hundefleisch-Festival in Yulin. Es gibt zwar keine offiziellen Veranstalter, dennoch kommen weiterhin Einheimische zusammen, um anlässlich der Sommersonnenwende Lychees und Hundefleisch zu essen. Angesichts der globalen COVID-19 Pandemie, deren Ursprung auf einem Lebendtiermarkt vermutet wird, fordert VIER PFOTEN die chinesischen Behörden auf, die illegalen Hundeschlachtungen in Yulin zu unterbinden. Neben Tierquälerei sind die unhygienischen Schlachtungsbedingungen auch die perfekte Brutstätte für neue zoonotische Viren und stellen somit eine ernsthafte Bedrohung für die globale öffentliche Gesundheit dar.

Alles weist darauf hin, dass auch dieses Jahr das 2009 gegründete und seit 2014 inoffizielle Hundefleisch-Festival in China stattfindet. Lokale Beobachter berichteten VIER PFOTEN von zahlreichen LKWs voll mit Hunden, die in den letzten Tagen in der Stadt Yulin eingetroffen sind. Dort wird das berüchtigte Festival mit der Sonnwendfeier eingeläutet und endet am 30. Juni. Während der zehn Festtage werden geschätzt 1.000 Hunde in engen Holzkisten und Metallkäfigen vorgeführt und schlussendlich in Restaurants geschlachtet, gekocht und gegessen. „Es ist sehr enttäuschend und frustrierend, dass die Behörden bei dieser illegalen Tierquälerei einfach wegsehen. Chinas Entscheidung, Hunde nicht mehr als Nutztiere zu klassifizieren, war offenbar nur ein leeres Lippenbekenntnis. Wenn die Behörden von Yulin hier nicht einschreiten, sind sie nicht nur für das brutale Töten von Hunden mitverantwortlich, sondern auch für die Gefährdung der öffentlichen Gesundheit. Die unhygienischen Haltungs- und Schlachtungsbedingungen der Hunde können zu Krankheitsausbrüchen wie Tollwut und Cholera sowie zur Entstehung neuer tödlicher Zoonose-Viren führen. China hätte hier die Chance gehabt, ein Vorbild vor allem für Südostasien zu sein“, sagt Dr. Karanvir Kukreja, Tierarzt und Projektmanager der VIER PFOTEN Anti-Hundefleisch-Kampagne.

Markt für Hundefleisch in Kambodscha

10 Millionen geschlachtete Hunde und Katzen in Südostasien

Ebenso wie in China werden laut Recherchen von VIER PFOTEN auch in Vietnam, Kambodscha und Indonesien jährlich rund 10 Millionen Hunde und Katzen für ihr Fleisch getötet. Doch nur eine Minderheit der Einheimischen konsumiert das Fleisch. In vielen Fällen handelt es sich um Haustiere, die von ihren Besitzern gestohlen und danach ertränkt, erhängt oder erstochen werden. Um den brutalen Handel mit Hunde- und Katzenfleisch in Südostasien nachhaltig zu beenden, hat VIER PFOTEN eine Kampagne auf internationaler und nationaler Ebene gestartet. „Durch Aufklärungsarbeit und Kooperationen mit den verantwortlichen Behörden und Tourismusverbänden sollen die Regierungen dazu gebracht werden, strenge Tierschutzgesetze einzuführen, die das Fangen, Schlachten und Essen von Hunden und Katzen verbieten“, erklärt Dr. Kukreja. Darüber hinaus unterstützt VIER PFOTEN lokale Tierschutzorganisationen und Gemeinden mit humanen und nachhaltigen Programmen zum Management der Hunde- und Katzenpopulation. VIER PFOTEN ist auch Teil der Tierschutzkoalitionen DMFI (Dog Meat Free Indonesia) und ACPA (Asia Canine Protection Alliance), die gegen den Handel in Südostasien lobbyieren.

Hund in Käfig bei einem Markt für Hundefleisch

Hunde- und Katzenfleischhandel stoppen!

VIER PFOTEN hat eine Petition gegen den Hunde- und Katzenfleischhandel gestartet, die bereits über 830.000 Unterstützer weltweit unterschrieben haben.

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Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen, Orang-Utans und Elefanten – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in zwölf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. www.vier-pfoten.at