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Tiertransport mit Rindern

Heute Start EU-Untersuchungsausschuss zu Tiertransporten

21.9.2020

Statement VIER PFOTEN

„Die eindeutige Abstimmung des EU-Parlaments für einen Untersuchungsausschuss zu Tiertransporten im Juni 2020 ist ein Meilenstein für den Tierschutz auf EU-Ebene! VIER PFOTEN erwartet sich, dass der U-Ausschuss, dessen Arbeit mit dem heutigen ersten Treffen beginnt, seiner verantwortungsvollen Aufgabe auch nachkommt. Denn es ist viel zu tun: Jedes Jahr werden über eine Milliarde Geflügel und 37 Millionen Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Pferde zur Schlachtung, Zucht oder weiteren Mast innerhalb der EU und in Drittländer transportiert. Im Jahr 2017 hatten 14.923 Transporte mit fast 27 Millionen Tieren ihren Ursprung in Österreich. Gleichzeitig importierte Österreich 2017 etwa 108.000 lebende Rinder und 16 Millionen Stück lebendes Geflügel. Die Schweineimporte blieben in den letzten 15 Jahren konstant bei durchschnittlich 600.000 Tieren jährlich.

Auf den oft wochenlangen Transporten müssen die Tiere Durst, Hunger, Angst und Stress ertragen. Viel zu lange wurde tatenlos dabei zugesehen, wie dürftig EU-Normen zum Schutz dieser Tiere von den Mitgliedsstaaten umgesetzt werden. Regelmäßig werden eklatante Missstände und schwere Verstöße in den Mitgliedsstaaten aufgedeckt. Die Kontrollen der EU-Transportverordnung durch die Länder sowie Maßnahmen von Seiten der EU-Kommission lassen ebenso zu wünschen übrig.

Am meisten hat die Öffentlichkeit in den letzten Monaten die Missstände um Kälbertransporte aufgeschreckt, wovon auch Österreich betroffen war. Dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein System. Oft werden Saugkälber, die nicht älter als zwei Wochen alt und noch auf Milch angewiesen sind, über lange Strecken transportiert. Die benötigte Fütterung mit Milch oder zumindest mit Milchersatzprodukten ist jedoch auf den Transportern nicht möglich. Nicht einmal die Versorgung mit Wasser ist immer sichergestellt, da die Tränken so gut wie nie für Kälber, sondern für erwachsene Tiere ausgelegt sind. Die Kälber leiden dann an Durst und Hunger, immer wieder gibt es auch Todesfälle.

Wir fordern den U-Ausschuss auf, endlich die drängenden Probleme aufzuzeigen und für das Tierwohl nachhaltige Lösungen zu finden. Wir erwarten von den Abgeordneten ganz konkrete und auch starke Empfehlungen, das Tierleid während Transporten zu reduzieren. Zum Beispiel eine Begrenzung der Transportdauer lebender Tiere auf maximal acht Stunden, ein Verbot für den Transport lebender Tiere in Drittländer, mehr unangekündigte Kontrollen und strengere Sanktionen für Verstöße. Die langfristige Lösung muss aber heißen: Transport von Fleisch anstelle von lebenden Tieren. Nur so kann unnötiges Tierleid auf langen Transportwegen beendet werden.“ - Eva Rosenberg, VIER PFOTEN Direktorin in Österreich

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Mag. Elisabeth Penz

Press Officer Austria

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Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen, Orang-Utans und Elefanten – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in zwölf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. www.vier-pfoten.at