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Elend, wohin man sieht, im Rafah Zoo in Gaza (c) VIER PFOTEN

Eskalation in Gaza: VIER PFOTEN muss Rettungsmission verschieben

29.3.2019

Über 40 Zootiere werden evakuiert, sobald die Sicherheitslage stabil ist

Gaza – Aufgrund der anhaltenden Unruhen im Gazastreifen muss VIER PFOTEN die geplante Rettungsmission verschieben. Das ursprüngliche Vorhaben war, über 40 Tiere aus dem verwahrlosten Zoo in Rafah zu evakuieren und in Tierschutzzentren in Jordanien und Südafrika unterzubringen. Seit Montag, 25.3. versuchte VIER PFOTEN mehrmals nach Gaza einzureisen, doch alle Grenzen waren aufgrund der gewaltsamen Eskalationen gesperrt. Sobald sich die Lage entspannt hat, soll die Rettungsmission nachgeholt werden. In der Zwischenzeit unterstützen lokale Helfer im Gazastreifen VIER PFOTEN mit der Fütterung der Tiere.

Löwen werden vorgeführt, und wenn nötig, Krallen einfach abgeschnitten (c) VIER PFOTEN

Die über 40 Tiere – darunter fünf Löwen, eine Hyäne, mehrere Affen, Wölfe, Stachelschweine, Füchse, Katzen, Hunde, Emus und Strauße – des Zoos in Rafah stehen nach wie vor im Fokus der bisher größten Mission von VIER PFOTEN. Das Rettungsteam bestehend aus Tierärzten und Wildtierexperten war montags bereits auf dem Weg nach Gaza, um mit den Vorbereitungen für die Evakuierung zu starten. Die eskalierenden Unruhen in der Region durchkreuzten diesen Plan jedoch.

Sicherheit sieht anders aus (c) VIER PFOTEN

„Aufgrund der geschlossenen Grenzen war es für unser Team unmöglich in Gaza einzureisen. Wir behalten die Situation aber weiter im Auge und warten auf eine Stabilisierung der Sicherheitslage. Wir sind jederzeit bereit, die Rettung durchzuziehen. Egal, wie lange wir warten müssen, wir lassen die Tiere des Rafah Zoos nicht im Stich“, sagt VIER PFOTEN Tierarzt und Leiter der Mission Dr. Amir Khalil, der 2014 und 2016 bereits zwei Zoos in Gaza evakuierte.

Füchse in erbärmlichen Gehegen (c) VIER PFOTEN

Rafah Zoo: Verstümmelte Löwin, ausgestopfte Tiere und erfrorene Löwenwelpen

Erst Anfang 2019 machte der Rafah Zoo weltweit auf sich aufmerksam. Aufgrund des harschen Wetters und den schlechten Haltungsbedingungen erfroren dort vier Löwenwelpen. Nur wenige Wochen später wurde eine erst 14-monatige Löwin durch das brutale und laienhafte Entfernen ihrer Krallen für immer verstümmelt. Eröffnet wurde Gazas ältester Zoo 1999 an der ägyptischen Grenze. Von dort werden durch unterirdische Tunnel immer wieder Wildtiere nach und aus Gaza geschmuggelt. Viele der Tiere kamen seit der Eröffnung des Zoos bei Raketenangriffen und Kriegsgefechten ums Leben. Einige von ihnen sind nach wie vor ausgestopft im Rafah Zoo ausgestellt.

Die toten Löwenbabys (c) VIER PFOTEN

VIER PFOTEN: Zahlreiche Einsätze in Gaza

Seit 2014 ist VIER PFOTEN in Gaza aktiv und hat bereits zwei Zoos – Al-Bisan Zoo und Khan Younis Zoo – in der Region evakuiert und geschlossen. Auch der Zoo in Rafah ist für die internationale Tierschutzorganisation kein Unbekannter. 2015 verkaufte der Zoobesitzer die zwei Löwenwelpen Max und Mona an einen Einheimischen, der sie seinen Enkeln schenkte. Fotos der beiden Löwen inmitten eines Flüchtlingslagers gingen um die Welt. VIER PFOTEN konfiszierte die Tiere und brachte sie nach Jordanien. Dort soll auch der Großteil der ehemaligen Bewohner des Rafah Zoos unter anderem im Wildtierschutzzentrum „Al Ma’wa for Nature and Wildlife“ – ein gemeinsames Projekt von VIER PFOTEN und der Princess Alia Foundation – untergebracht werden. Zwei der geretteten Löwen werden in das VIER PFOTEN Großkatzenrefugium LIONSROCK in Südafrika gebracht. Finanziell unterstützt wird die Rettung der Tiere durch eine großzügige Spende des amerikanischen Journalisten und Geschäftsmannes Eric S. Margolis.

Vom Stolz der Löwen bleibt nicht viel übrig (c) VIER PFOTEN

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Mag. Elisabeth Penz

Press Officer Austria

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Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen, Orang-Utans und Elefanten – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in zwölf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. www.vier-pfoten.at