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Kornweihe mit Schussverletzung

Erneut geschützter Vogel mit Schussverletzung in der EGS Haringsee

19.2.2020

Seltene Kornweihe wird vielleicht nie wieder fliegen können – Anzeige erstattet

Haringsee.  Erneut wurde ein geschützter Vogel Opfer eines illegalen Abschusses: Die weibliche Kornweihe, die verletzt in die von VIER PFOTEN geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) kam, wird vielleicht nie wieder fliegen können. Der Vogel wurde von zwei Spaziergängern aus Wien am 9. Februar auf einem Feldweg in der Nähe von Weiden am See im Burgenland flugunfähig gefunden. Die beiden brachten die Weihe in die EGS. Der WWF hat mittlerweile Anzeige erstattet.

„Unser Team hat zunächst eine mit einer Kruste bedeckte Verletzung am Ellbogen festgestellt. Wir haben die Kornweihe dann zu weiteren Untersuchungen in eine Vogelklinik überstellt, wo anhand eines Röntgenbildes eine Schussverletzung diagnostiziert wurde“, erzählt VIER PFOTEN Expertin Brigitte Kopetzky. Der Durchschuss verursachte mehrere kleine Frakturen im Bereich des Ellbogengelenkes. Ob die Kornweihe wieder fliegen, ist zur Zeit noch unklar.

„Der Abschuss geschützter Greifvögel ist generell inakzeptabel“, sagt der wissenschaftliche Leiter der EGS, Dr. Hans Frey. „Besonders verwerflich in diesem Fall ist jedoch, dass es sich um einen Vogel handelt, der nur im Winter als Zugvogel in Österreich anzutreffen ist.“

Kornweihen sind äußerst seltene Vögel, die in Österreich als Überwinterungsgäste vor allem im Bereich des Neusiedlersees und der Parndorfer Platte vorkommen. Denn sie bevorzugen offene Wiesen und strukturreiche Ackerflächen mit einem hohen Anteil an Brachen. Der Brutbestand nimmt in den letzten Jahre jedoch drastisch ab. Gründe dafür sind der Lebensraumverlust und die Gefahren, die auf die Vögel am Zug lauern.

„Die Bemühungen um den Schutz der Kornweihe in unseren Nachbarländern werden konterkariert, wenn diese seltenen Tiere dann in Österreich abgeschossen werden“, so Dr. Frey. „Dass ausgerechnet Vögel wie die Kornweihe, die sich hauptsächlich von Wühlmäusen und anderen Kleinnagern ernährt, von manchen Jägern als Feindbild angesehen wird, ist gänzlich unverständlich und beweist mangelndes ökologisches Wissen.“

VIER PFOTEN weist auf die so genannte „Birdcrime Hotline“ hin, bei der die Bevölkerung Meldung über Greifvogelverfolgungen erstatten kann.

+43 660 8692327 oder birdcrime@kaiseradler.at

Kornweihe mit Schussverletzung in der EGS

In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2019 1.851 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

Mehr Informationen zur EGS finden Sie auf www.eulen-greifvogelstation.at  oder jeweils aktuell auf Facebook.

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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen, Orang-Utans und Elefanten – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in zwölf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. www.vier-pfoten.at