Schweine im Kastenstand

Welt-Käfigfrei-Tag am 25. März: Auch in Österreich leben Tiere noch hinter Gittern

VIER PFOTEN: Vor allem Zuchtsauen werden noch immer in Kastenständen gehalten

Wien - In Österreichs Tierhaltung gibt es schon lange keine Käfige mehr – oder? Leider ist das falsch: Vor dem Welt-Käfigfrei-Tag ("World Cage Free Day") am 25. März weist VIER PFOTEN darauf hin, dass auch hierzulande nach wie vor Tiere in Käfigen leben. Konventionell gehaltene Zuchtsauen dürfen fast sechs Monate pro Jahr in so genannten Kastenständen, also Metallkäfigen, fixiert werden, in denen sie sich nicht einmal umdrehen können. Nach wie vor wird ein Großteil der heimischen Sauen zeitweise in Kastenständen gehalten. Auch Kälber dürfen immer noch isoliert in so genannten „Iglus” auf engstem Raum hinter Gittern gehalten werden; über ihre Zahl gibt es allerdings keine validen Daten.

Zwar wurde die Kastenstandhaltung von Sauen bereits 2013 verboten, jedoch mit einer extrem langen Übergangsfrist von 20 Jahren bis 2033. Ab dann dürfen Schweine aber immer noch jedes Jahr über Tage fixiert werden.

„Österreich ist leider nicht die Insel der Seligen, für die viele unser Land halten, wenn es um Tierhaltung geht. Sauen in konventionellen Schweinebetrieben verbringen Monate in solchen Metallkäfigen, was eine unglaubliche Qual für die Tiere ist. Kastenstände werden von der Industrie damit gerechtfertigt, dass sie ein Erdrücken der Ferkel nach der Geburt durch die Sau verhindern. Der wahre Grund ist jedoch ein wirtschaftlicher, nämlich die Produktion von möglichst vielen Schweinen in möglichst kurzer Zeit auf möglichst kleinem Raum“, sagt VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck.

Zudem werden unzählige tierische Produkte nach Österreich importiert, für die Tiere ihr Leben lang in Käfigen verbringen mussten. Alleine in der EU leben rund 300 Millionen Tiere in Käfigen, davon etwa 152 Millionen Legehennen. Ihre Eier landen über die Gastronomie oder in Backwaren bzw. Fertigprodukten regelmäßig auf den Tellern der Österreicher:innen. „VIER PFOTEN fordert seit Jahren, dass auch verarbeitete Eier im Lebensmitteleinzelhandel und in der Gastronomie nach Haltungsform und Herkunftsland gekennzeichnet werden. Die Konsument:innen haben ein Recht zu wissen, ob sich hinter ihren Nahrungsmitteln Tierqual versteckt“, so Weissenböck.

Ein eindrucksvolles Zeichen gegen die Käfighaltung haben die EU-Bürger:innen in den vergangenen Jahren gesetzt: Die Europäische Bürgerinitiative „End the Cage Age" forderte ein Verbot jeglicher Käfighaltung und den Übergang zu käfigfreien Lösungen und erhielt mit fast 1,4 Millionen Unterschriften eine beispiellose öffentliche Unterstützung. Der Ball liegt nun bei der EU: NGOs wie VIER PFOTEN fordern bis Ende des Jahres offizielle EU-weite Gesetzgebungsvorschläge für ein Käfigverbot und verbesserte Tierschutzstandards für so genannte Nutztiere.

„Es ist Zeit für ein Ende dieser dunklen Periode unserer Geschichte, in der Tiere von uns Menschen auf engstem Raum hinter Gitter eingesperrt werden. Solche barbarischen Methoden dürfen in der Europäischen Union, die sich auch als Wertegemeinschaft sieht, keinen Platz mehr haben“, sagt Weissenböck.

Hühner auf einer Weide

Viele Millionen Tiere erleiden Höllenqualen


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