Junge Streunerkatze

Weltkatzentag: Kastrationspflicht für Katzen wird oft umgangen

VIER PFOTEN: Streunerkatzen-Problem dadurch verschärft // Appell, Freigängerkatzen kastrieren zu lassen

Wien In Österreich müssen Katzen, die Zugang ins Freie haben, kastriert werden. Das ist sinnvoll, denn auch hierzulande gibt es nach wie vor Tausende streunende Katzen, die sich unkontrolliert vermehren, ohne ausreichende Versorgung leben und an Hunger, Krankheiten und Verletzungen leiden. Es gibt aber ein gesetzliches Schlupfloch, das es den Halter:innen von Katzen sehr einfach macht, diese Pflicht zu umgehen: Sie brauchen ihre Tiere lediglich als „Zuchttiere“ melden. VIER PFOTEN fordert die Bundesregierung auf, diese Gesetzeslücke zu schließen. An alle Halter:innen von Freigängerkatzen appelliert die Tierschutzorganisation, ihre Tiere kastrieren zu lassen.

"Jede noch so gute Regelung wird sinnlos, wenn es Ausnahmen gibt, die jeder in Anspruch nehmen kann. Eine Meldung als Zuchtkatze kostet natürlich weniger, als das Tier kastrieren zu lassen. Diese typisch österreichische Regelung ist aber nicht nur ärgerlich, sondern bedeutet auch Tierleid. Jede Freigängerkatze kann sich mit anderen Freigänger- und Streunerkatzen verpaaren und somit zur unkontrollierten Vermehrung beitragen."

Veronika Weissenböck, VIER PFOTEN Kampagnenleiterin

Großes Problem Bauernhofkatzen

Eine große Rolle bei diesem Problem spielen Bauernhofkatzen. Denn besonders im ländlichen Raum steigt die Population von Katzen auf und rund um Bauernhöfe häufig unkontrolliert, weil sich für ihre Versorgung und Kastration niemand verantwortlich fühlt.

Und diese Vermehrung ist drastisch: „Laut Berechnungen anhand der durchschnittlichen Größe eines Wurfs bzw. der Geschlechtsreife der Tiere können zwei sich paarende Katzen innerhalb von nur fünf Jahren zu einer Population von 12.288 (!) Tieren führen. Zusätzlich steigt durch die Verpaarung innerhalb kleiner Populationen das Risiko von Inzucht und damit verbundenen gesundheitlichen Problemen“, sagt Weissenböck.

Die einzige wirksame und tierschutzgerechte Lösung ist für VIER PFOTEN die flächendeckende Kastration sowie eine konsequente Kontrolle und ein ebenso konsequenter Vollzug der bestehenden Kastrationspflicht. 

Weissenböck: „Die Politik muss endlich Verantwortung übernehmen und bestehende Gesetzeslücken schließen. Es kann nicht sein, dass ausgerechnet jene Halter:innen profitieren, die maßgeblich zum Problem mit beitragen.“

Streunerkatze

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Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freund:innen in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Kambodscha, im Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie 13 Schutzzentren und Partnerprojekten für notleidende Tiere sorgt VIER PFOTEN weltweit für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

 

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