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Ein Leben ohne wasser?

21.3.2018

Kapstadt rüstet sich vor dem Tag Null

Obwohl die Oberfläche unserer Erde zu 70% mit Wasser bedeckt ist, sind bloß 3% davon Süßwasser und somit genießbar. Süßwasser ist aber lebensnotwendig für alle Lebewesen, längere Perioden ohne Regen und fehlende Wasserspeicher sind somit äußerst gefährlich. Dürren sind langsame und langwierige Katastrophen. Genau dies passiert gerade in Südafrika. Kapstadt steht momentan im Licht der Öffentlichkeit nach der offiziellen Bekanntmachung, dass die Wasservorräte am 12. April diesen Jahres aufgebraucht sein werden. Trotzdem dieser Zeitpunkt nun offiziell auf den 9. Juli verschoben wurde, herrscht in Kapstadt noch immer Ausnahmezustand und es wird verzweifelt nach einem Ausweg aus der Krise gesucht.

Gefahr für Tier und Mensch

Ohne Wasser sind Gemeinschaften – und deren Tiere – anfällig für Krankheiten, Hungersnöte, Flächenbrände, Fehlernährung, massenhafte Abwanderung, soziale Unruhen - bis hin zu Krieg. Wir als Tierschutzorganisation machen uns natürlich besonders Gedanken wegen des Einflusses der Dürre auf Tiere. Tierbesitzer müssen nicht nur für ausreichend Wasser für sich selbst und ihre Familie sorgen, sondern auch an ihre Haustiere denken. (Groß-)Bauern sind damit gefordert sauberes Wasser für ihre Farmtiere zur Verfügung zu stellen – anderenfalls drohen die Tiere krank zu werden bzw. im schlimmsten Fall zu sterben, wodurch die Bauern verlieren ihre Lebensgrundlage verlieren. Auch Wildtiere sind betroffen: Bei der Suche nach Wasser könnte es zu Konflikten mit den Menschen kommen, ein Massensterben der Wildtiere kann sich wiederum gefährlich auf das Ökosystem auswirken. Die Risiken bezogen auf die individuellen Schicksale von Wildtiere sind kaum abzuschätzen.

Das Katastrophenhilfeteam von VIER PFOTEN arbeitet momentan gemeinsam mit dem lokalen Team in Kapstadt an einer Strategie für Katastrophenhilfe in der Region. Die Stadt und alle ihre Einwohner arbeiten gemeinsam daran soviel Wasser wie möglich zu sparen. Die Stadtverwaltung hat den Wasserverbrauch per Kopf auf 50 Liter pro Tag limitiert. Der Tag an dem kein Wasser mehr aus den Hähnen kommt, wird umgangssprachlich als „Day Zero“ bezeichnet.

Katastrophenschutz

Bei der Einschätzung einer jeden Katastrophe durch VIER PFOTEN geht es darum, Hintergrundinformation über die Situation zu sammeln, die Regierungsstrukturen und Notfallpläne zu verstehen und geeignete Partner für eine Kooperation zu finden, sollte es zum Ernstfall kommen und Hilfe notwendig werden. Pläne und Vorbereitung sind notwendig um nach einer Katastrophe schnell und effizient dort helfen zu können, wo es am dringendsten notwendig ist. Die Pläne müssen dabei ausreichend Spielraum für sich verändernde Kriterien bieten. Meine Philosophie ist: „Wer den Erfolg nicht plant, plant den Misserfolg“. Unser aller Hoffnung ist es natürlich, dass die Dürre in Kapstadt bald ein Ende findet.

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Im Kampf gegen Dürren und andere Katastrophen

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Obwohl ich hier über Kapstadt schreibe, gibt es viele andere Städte, die momentan unter einer gefährlichen Wasserknappheit leiden: London, Jakarta, Istanbul, Tokyo, Peking, Moskau, Sao Palo, Mexico City, Bangalore, Kairo und Miami. Dürren zählen zu den besonders komplexen Katastrophen – neben des Grundbedürfnisses aller Lebewesen auch wegen der oben beschriebenen möglichen Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Zurück nach Kapstadt: Die Wirtschaft in und um die Stadt am Tafelberg lebt zu einem Großteil vom Export von Äpfeln und Wein. Die Prognosen sagen einen drastischen Anstieg der Preise für diese Güter aufgrund der Dürre voraus. Und obwohl die großen Tierfarmen in anderen Regionen liegen, leiden auch diese unter dem Wassermangel. 2016 belief sich die Zahl der Kühe in Südafrika auf 14 Millionen Tiere. Der Einfluss auf die Wirtschaft im Falle eines Verlustes dieser Tiere wäre fatal.

"Während unserer Zeit in Kapstadt sind die Anzeichen der Dürre immer und überall zu spüren: Wir haben Menschen dabei beobachtet, wie sie an kleinen Quellen in den Bergen Wasser in großen Kanistern sammeln. In den Townships müssen Menschen oft stundenlang anstehen um ein bisschen Wasser für ihre Familie zu erhalten."

Ich habe Geschichten gehört über die Probleme der Flamingos ausreichend Futter in den schrumpfenden Teichen zu finden. Den Fischern am „Theewaterskloof Damm“ fällt es nur allzu leicht einen Fang zu machen. Die Vorräte in diesem Damm sind auf unter 10 % der maximalen Kapazität gesunken. Tatsächlicherweise wurde sogar empfohlen die Fischbestände möglichst schnell zu reduzieren um zu verhindern, dass die Tiere qualvoll in den Tümpeln verenden und somit kostbare Nahrung verloren geht. Auch scheint es, als würde die Vogelpopulation langsam in grünere – und wasserreichere – Gegenden abwandern.

Die Stadtverwaltung arbeitet eng mit den Menschen vor Ort daran Wasser zu sparen um „Day Zero“ nicht wahr werden zu lassen. Im Juni ist in der südlichen Hämisphäre Winter – und in Kapstadt Regenzeit. Obwohl dieser in den letzten Jahren ausblieb, hoffen alle auf ein Wunder und auf ausgiebigen Regen während der Wintermonate.

VIER PFOTEN hilft vor Ort

VIER PFOTEN hat einen Plan für Notlieferungen von Futter und Wasser, Notunterbringung von Tieren inklusive eventueller Evakuierungen und natürlich tierärztlicher Versorgung. Wir arbeiten mit der lokalen Verwaltung, Partnerorganisationen und den betroffenen Gemeinschaften um die Sicherheit aller –  auch der Tiere – sicherzustellen.

Sie als Unterstützer können den Tieren in Südafrika und in anderen von Dürre betroffenen Regionen helfen, indem Sie diesen Beitrag von VIER PFOTEN verbreiten. Auch in Ihrem Zuhause können Sie Teil der Lösung sein: sparen Sie schon jetzt Wasser – informieren Sie sich über Möglichkeiten den Wasserverbrauch zu senken und sprechen Sie mit den Zuständigen über Pläne für die Wasservorräte und die Pläne für Mensch und Tier im Falle einer Wasserknappheit. Wir Menschen können zwar nicht das Wetter kontrollieren – aber wir können vorbereitet sein. 

Wenn Sie mehr über unser Katastrophenhilfe Team für Tiere erfahren möchten, klicken Sie hier.

"Ich hoffe, dass eines Tages jede von Dürre bedrohte Gemeinschaft die notwendigen Pläne parat hat, um Leben zu retten. Sowohl menschliche, als auch tierische."

Dr. Jackson Zee

Direktor der VIER PFOTEN Tiernothilfe