Suche

Spenden Patenschaft

Großkatzen auf Zuchtfarmen

Kuscheln und Spazierengehen mit einem Löwenbaby: Die Wahrheit hinter der Touristenattraktion.

Es gibt weltweit viele Plätze, wo es erlaubt ist, mit Wildtieren zu kuscheln oder Fotos mit ihnen zu machen. Ahnungslose Reisende werden getäuscht. Sie glauben, es hilft den Tieren, wenn sie mit ihnen Kontakt haben, ja sogar, dass es zur Arterhaltung beiträgt. Manchmal melden sie sich sogar für Volontariate bei diesen Orten an und investieren dafür viel Zeit und Geld. Auch die meisten Besucher haben keine Ahnung vom Tierleid, das damit einhergeht. Die Zuchtfarmen in Südafrika sind dafür ein gutes Beispiel. Sie züchten mehrmals im Jahr Löwen und beliefern sich damit selbst regelmäßig mit Welpen.

Die Lüge über die "geretteten oder verwaisten" Löwenbabys

Viele der Einrichtungen, die Wildtiere in Gefangenschaft halten, behaupten, dass die Babys entweder gerettet wurden oder Waisen sind, weil die Mutter sie verstoßen hat. Der Großteil der Welpen wurde jedoch weder verstoßen noch gerettet, sondern einfach auf Nachfrage gezüchtet, und zwar in einer der mehr als 300 Zuchtfarmen in Südafrika.

Inmitten dieser vielen Wildtierfarmen werden geschätzte 10.000-12.000 Löwen, Geparden, Leoparden, Karakals, Tiger und sogar Liger – eine Kreuzung zwischen Löwe und Tiger – unter schrecklichen Tierschutzbedingungen gehalten und gezüchtet.

Die Wahrheit ist: Die Muttertiere sind Zuchtmaschinen

Löwenbabys, die auf Zuchtfarmen und damit in Gefangenschaft geboren werden, werden ihren Müttern meistens innerhalb von wenigen Tagen weggenommen. Damit wird die Mutter auch wieder viel schneller fruchtbar und kann auf diese Weise zwei oder drei Mal pro Jahr Junge gebären. Ihr Artgenossen in der Wildnis hingegen gebären nur ein Mal in zwei oder drei Jahren! Selbstverständlich ist es jedes Mal für Löwinnen traumatisch, wenn ihnen ihre Jungen weggenommen werden – nicht nur einmal, nicht zwei Mal, sondern immer wieder. Tiger teilen übrigens dieses Schicksal.

Das ständige Nachzüchten garantiert, dass Babys auf Kuschelfarmen für ihre Besucher zu jeder Zeit zugänglich sind.

Die Lüger über die spätere "Entlassung in die Wildnis"

Einige Zuchtfarmen behaupten, dass sie Jungtiere deshalb züchten, um sie später in die Wildnis zu entlassen und somit zur Erhaltung der Löwen beitragen. Bislang hat allerdings noch keine einzige Zuchtfarm oder kein anderes so genanntes „Conservation Project“ bewiesen, dass einzelne Tiere freigelassen wurden.

Mit der Hand aufgezogene Welpen, die auf Zuchtfarmen aufgewachsen sind, werden niemals in die Wildnis entlassen werden können. Zunächst einmal würden das ihre Gesundheit und ihr Verhalten nicht zulassen. Es mangelt diesen Jungtieren an lebenswichtigen Nährstoffen, Sozialisation und Verhaltensweisen, die sie nur von der Mutter lernen können. Darüber hinaus führt die intensive Zucht zu Inzucht und damit zu ernsthaften genetischen und medizinischen Störungen. Und letztlich sind diese Jungen zu sehr an Menschen gewöhnt und fürchten sie nicht. Da sie mit der Hand aufgezogen wurden, sehen sie im Menschen keine Bedrohung mehr. Dadurch sind sie aber völlig ungeeignet für ein Leben in der Wildnis und eine leichte Beute für die Gatterjagd bzw. das Canned Hunting. Man stelle sich vor: Ein Löwe in der Wildnis, der keine Angst vor Menschen hat und sie mit Futter assoziiert. Äußerst gefährlich! 

Die Wahrheit: Es ist eine Unterhaltungsindustrie

Welpen sind eine Ware. Werden sie älter als sechs Monate, sind sie zum Knuddeln mit Touristen und Volontäre zu groß. Dann können die Touristen und Volontäre mit ihnen Spaziergänge machen.Wenn sie auch dafür zu groß und gefährlich sind, werden sie als Zuchttiere gehalten und gehandelt. Sehr wahrscheinlich werden diese Tiere dann Opfer des Canned Hunting.

Die Lüge hinter "Gutes tun als Freiwilliger"

Nicht nur Touristen werden in die Irre geführt, sondern auch Freiwillige. Dazu wurden von den Zuchtfarmen Freiwilligenprojekte. Mehrere Wochen oder Monate lang arbeiten Freiwillige auf den Farmen, wobei sie in der Regel für die Teilnahme an diesen Projekten ziemlich viel Geld bezahlen müssen. Die Farmen nutzen damit den der Freiwilligen aus, etwas Gutes für die Tiere und den Naturschutz tun zu wollen. Leider werden sie immer wieder in die Irre geführt. Solche Projekte haben nichts mit dem Schutz der Arten oder der einzelnen Tiere zu tun. Junge Löwen leiden auf diesen Zuchtfarmen. Wer ehrenamtlich auf einer dieser Zuchtfarmen arbeitet oder Arbeitserfahrung sammeln will, unterstützt indirekt die grausame Löwenindustrie - auch wenn er es nicht so meint oder es nicht erkennt.

Auswirkungen auf das Wohlbefinden: Verhaltensstörungen und schlechte Entwicklung

Die intensive Zucht von Grosskatzen hat große Auswirkungen auf ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden. Löwinnen in Gefangenschaft sind ständig trächtig, und Inzucht ist weit verbreitet, wodurch Nachkommen mit Missbildungen und/oder Gesundheitsproblemen entstehen.

In der freien Wildbahn schlafen die Jungtiere einen beträchtlichen Teil des Tages, während sie in Gefangenschaft den ganzen Tag lang gestupst und gestoßen werden. Nicht selten werden die Löwen-, Tiger- und Gepardenjunge während 8-10 Stunden pro Tag an sieben Tagen die Woche, der zahlenden Öffentlichkeit vorgeführt, damit Interessierte mit ihnen spielen, sie streicheln und knuddeln können. Dies bringt den Einrichtung einen beträchtlichen Geldbetrag ein. 

Das Kuscheln und Spielen mit jungen Löwen und Tigern ist für die Tiere mit viel Stress verbunden. Die Junglöwen brauchen Ruhe und Kontakt mit (älteren) Mitgliedern ihrer Art. Der intensive Kontakt mit (fremden) Menschen und die oft schlechten Haltungsbedingungen der Tiere führen zu schweren Verhaltensstörungen und einer schlechten geistigen und körperlichen Entwicklung.

Die Haltung von wilden Raubtieren in Gehegen als Touristenattraktion ist grausam, beunruhigend und unnatürlich. Die Bedingungen sind oft ungeeignet, es mangelt an Anreicherung, medizinischer Versorgung und die grundlegendsten Bedürfnisse wie Wasser und Nahrung werden oft nicht erfüllt. Und all dies zum Nutzen unserer Unterhaltung, um zu einer Fotorequisite zu werden und Wildtiere einfach zu einer Ware zu machen.

STREICHELN SIE KEINE LÖWEN-, GEPARDEN- ODER TIGERBABY, WENN SIE nicht TEIL DES PROBLEMS WERDEN wollen

Der Versuchung, ein Löwenjunges zu knuddeln oder zu streicheln, mag schwer zu widerstehen sein, aber es ist das Richtige - denn die ganze Industrie ist wirklich ein großer Betrug.