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Das „One Welfare“-Framework

One Welfare

Das Auftreten der jüngsten COVID-19-Pandemie erinnert uns daran, wie eng Tierwohl, menschliches Wohlergehen und die Umwelt miteinander verbunden sind! 

20.5.2021

Das von Dr. Rebeca García Pinillos geprägte „One Welfare“- Framework¹ zeigt die Verbindung zwischen dem Wohl von Tieren, der Menschen  und der physischen und sozialen Umwelt auf.² Es ergänzt somit das „One Health“-Konzept, das sich mit der Verflechtung tierischer, menschlicher und ökologischer Gesundheit³ befasst, ohne das notwendige Wohlergehen der Tiere und Menschen zu berücksichtigen.⁴ Die Herausforderungen die der Welt jetzt bevorstehen sind allerdings unweigerlich mit Tierwohl verbunden: Lebensmittelsicherheit, Klimawandel, Zoonosen und Biodiversitätsverlust.

Der wachsende globale Handel mit Wildtieren und die Ausdehnung der Viehzucht in natürliche Lebensräume bringen uns in engen Kontakt mit Wildtieren und damit auch neuen Krankheitserregern. Zusätzlich fördert die Intensivtierhaltung der sogenannten Nutztiere die rapide Ausbreitung und Mutation von Krankheitserregern aufgrund von Platzmangel und geschwächte Immunsysteme. Diese stellen in Folge ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung neuer Pandemien dar, die das menschliche Wohlergehen und unsere Gesellschaft potenziell schwer beeinträchtigen können (wirtschaftlicher Verlust, soziale Isolation und psychische Probleme, gesundheitliche Komplikationen, erhöhtes Risiko für häusliche Gewalt, geringere Bewegungsmöglichkeiten aufgrund von Einschränkungen⁵, höhere Todesraten).

Wir können das Risiko des Auftretens zukünftiger Pandemien minimieren, indem wir unseren nicht nachhaltigen Konsum von tierischen Produkten reduzieren und reformieren.⁶ Von einem Wechsel zu nachhaltigeren Konsummodellen würde auch unsere natürliche Umwelt profitieren. Dabei ist eine Reduzierung unseres übermäßigen Konsums tierischer Produkte notwendig, um unseren Planeten vor den schlimmsten Auswirkungen der Intensivtierhaltung zu bewahren: Treibhausgase, Umweltverschmutzung und das Schrumpfen der Lebensräume für Wildtiere sowie der Artenvielfalt.⁷ Indem wir tierwohlverachtende Praktiken, wie Pelzfarmen, abschaffen, sorgen wir zudem für eine bessere Gesundheit und ein höheres Wohlergehen der Tiere, die wir für unseren Konsum „nutzen“.

Wenn Tiere leiden und Grausamkeiten ertragen müssen, wird ihr Immunsystem geschwächt. Dies schafft die perfekten Bedingungen für die Ausbreitung von Krankheiten unter den Tieren. Das gilt insbesondere für Intensivtierhaltungssysteme, in denen es den Tieren an genetischer Vielfalt, gesunden, artgerechten Lebensbedingungen und Platz mangelt⁸, aber auch für Lebendtiermärkte, auf denen unterschiedliche Tierarten zusammengepfercht werden.⁹ Solche Faktoren erhöhen das Risiko der Ausbreitung von Krankheiten dramatisch.

Nur wenn wir erkennen, dass das Wohlergehen von Mensch und Tier untrennbar miteinander verbunden ist, und den „One Welfare“ Rahmen in politische Entscheidungen miteinbeziehen, haben wir eine Chance, die nächste Pandemie zu verhindern.

Freilandhuh

Gemeinsam können wir dies möglich machen

Wir können einen Ort schaffen, an dem Tiere, die Umwelt und Menschen besser behandelt werden. Bitte unterstützen Sie unsere Forderungen nach einer Welt mit mehr Tierschutz!

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Quellenverweis

1) One Welfare: About One Welfare - One Welfare (onewelfareworld.org) (visited 31st of March 2021).
2) One Welfare: About One Welfare - One Welfare (onewelfareworld.org) (visited 31st of March 2021).
3) One Health: OneHealth: OIE - World Organisation for Animal Health (visited 31st of March 2021).
4) Pinillos, R. G., Appleby, M., Manteca, X., Scott-Park, F., Smith, C., Velarde, A. (2016): One Welfare – a platform for improving human and animal welfare, Veterinary Record, URL: vetrec-2016-october-179-16-412-inline-supplementary-material-1.pdf (onewelfareworld.org) (visited 31st of March).
5) Pinillos, R. G. (2021): One welfare impacts of COVID-19 – A summary of key highlights within the one welfare framework, Applied Animal Behaviour Science, Volume 236, https://doi.org/10.1016/j.applanim.2021.105262.

6) Daszak, P., Amuasi, J., das Neves, C. G., Hayman, D., Kuiken, T., Roche, B., Zambrana-Torrelio, C., Buss, P., Dundarova, H., Feferholtz, Y., Földvári, G., Igbinosa, E., Junglen, S., Liu, Q., Suzan, G., Uhart, M., Wannous, C., Woolaston, K., Mosig Reidl, P., O’Brien, K., Pascual, U., Stoett, P., Li, H., Ngo, H. T. (2020): Workshop Report on Biodiversity and Pandemics of the Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services. IPBES secretariat, Bonn, Germany, DOI:10.5281/zenodo.4147317, URL: https://ipbes.net/sites/default/files/2020-12/IPBES%20Workshop%20on%20Biodiversity%20and%20Pandemics%20Report_0.pdf (visited 31st of March 2021).

7) Smith, P., Nkem, J., Calvin, K., Campbell, D., Cherubini, F., Grassi, G., Korotkov, V., Hoang, A.L., Lwasa, S., McElwee, P., Nkonya, E., Saigusa, N., Soussana, J.-F., Taboada, M.A. (2019): Interlinkages Between Desertification, Land Degradation, Food Security and Greenhouse Gas Fluxes: Synergies, Trade-offs and Integrated Response Options. In: Climate Change and Land: an IPCC special report on climate change, desertification, land degradation, sustainable land management, food security, and greenhouse gas fluxes in terrestrial ecosystems [P.R. Shukla, J. Skea, E. Calvo Buendia, V. Masson-Delmotte, H.- O. Portner, D. C. Roberts, P. Zhai, R. Slade, S. Connors, R. van Diemen, M. Ferrat, E. Haughey, S. Luz, S. Neogi, M. Pathak, J. Petzold, J. Portugal Pereira, P. Vyas, E. Huntley, K. Kissick, M. Belkacemi, J. Malley, (eds.)], In press, https://www.ipcc.ch/srccl/chapter/chapter-6/ (visited 31st of March 2021).
8) Espinosa, R., Tago, D., Treich, N. (2020): Infectious Diseases and Meat Production. Environmental and Resource Economics, 76, 1019–1044, https://doi.org/10.1007/s10640-020-00484-3.

9) Daszak, P., Amuasi, J., das Neves, C. G., Hayman, D., Kuiken, T., Roche, B., Zambrana-Torrelio, C., Buss, P., Dundarova, H., Feferholtz, Y., Földvári, G., Igbinosa, E., Junglen, S., Liu, Q., Suzan, G., Uhart, M., Wannous, C., Woolaston, K., Mosig Reidl, P., O’Brien, K., Pascual, U., Stoett, P., Li, H., Ngo, H. T. (2020): Workshop Report on Biodiversity and Pandemics of the Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services. IPBES secretariat, Bonn, Germany, DOI:10.5281/zenodo.4147317, URL: https://ipbes.net/sites/default/files/2020-12/IPBES%20Workshop%20on%20Biodiversity%20and%20Pandemics%20Report_0.pdf (visited 31st of March 2021).
 

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