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VIER PFOTEN Fordert: Kaninchen raus aus EU-Käfigen

14.3.2017

EU-Kommission entscheidet nun

VIER PFOTEN ist erleichtert: Das EU-Parlament hat sich heute mehrheitlich für Mindeststandards für Mastkaninchen ausgesprochen. Derzeit dürfen die 320 Millionen Kaninchen in der EU in engen Drahtkäfigen gehalten werden. Damit ist nun die EU-Kommission aufgefordert, rasch legislative Vorschläge für bessere Haltungsbedingungen von Kaninchen auszuarbeiten. „Damit ist ein erster Schritt in die richtige Richtung getan. Es gibt nun die Chance, einen der großen Missstände in der europäischen Tierhaltung zu beenden“, sagt Martina Pluda, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN.

In Österreich ist die Käfighaltung von Kaninchen für die Fleischproduktion seit 2012 verboten. 99 Prozent der Kaninchen in den EU-Ländern leben allerdings in Käfigen. Meistens steht ihnen nur ein Platz von weniger als 2 A4-Seiten zur Verfügung . Erst 2016 hatten sich 82 Prozent der vom Eurobarometer befragten Bürger der EU erklärt, dass der Nutztierschutz in der EU-Gesetzgebung eindeutig verbessert werden muss.

„Der Ball liegt nun bei der EU-Kommission. Sie hat das Schicksal der Kaninchen in der Hand. Wir hoffen sehr, dass sie den Willen der Bürger berücksichtigt und bessere Haltungsbedingungen für die Tiere festlegt“, so Pluda. Die Tierschützer hatten bereits 2015 in einem Vortrag im EU-Parlament auf die Notwendigkeit einer besseren Gesetzgebung hingewiesen. „Die Haltung in Käfigen ist grausam und aus Tierschutzsicht völlig inakzeptabel“, so Pluda. Dieser Ansicht hatten sich zuvor auch einige EU-Parlamentarier angeschlossen; Karin Kadenbach, Chefverhandlerin der Europäischen Sozialdemokraten für dieses Thema, hatte bereits in einer Aussendung Mindeststandards gefordert.

Kaninchen sind sehr sensible und soziale Wesen. Sie haben vor allem ein Bedürfnis nach Bewegung, sollten hoppeln und sich verstecken können. Beides ist aber unmöglich in kleinen Drahtkäfigen. „Es kann nicht sein, dass hier andere Standards gelten. Während für viele Tiere die Käfighaltung mittlerweile verboten wurde, hat man bislang den Kaninchen jede Chance auf ein besseres Leben verwehrt“, kritisiert Pluda.

Im Rahmen des Eurobarometer 2016 haben 94 Prozent der EU-Bevölkerung das Wohlergehen von Nutztieren als „wichtig“ bezeichnet. 82 Prozent waren der Ansicht, dass der Nutztierschutz in der EU-Gesetzgebung eindeutig verbessert werden muss. Insgesamt waren 59 Prozent der europäischen Bürgerinnen und Bürger auch bereit, mehr für Produkte zu bezahlen, bei deren Herstellung auf Tierschutz geachtet wurde.

„Die EU-Kommission kann in dieser Angelegenheit beweisen, ob sie den Bürgerwillen ernst nimmt“, sagt VIER PFOTEN-Kampagnenleiterin Pluda. „Alles andere als das Verbot der Käfighaltung wäre ein Skandal und ein Schlag ins Gesicht der Bevölkerung.“

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Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Seit 1988 setzt sich VIER PFOTEN dafür ein, dass Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Dafür betreibt die international tätige Stiftung mit Büros in 12 Ländern Aufklärungs- und Bildungsarbeit, nachhaltige Kampagnen sowie Lobbyarbeit. Im Fokus steht dabei die Verbesserung der Lebensbedingungen von Nutz-, Heim- und Wildtieren. In den VIER PFOTEN Schutzzentren finden Bären und Großkatzen aus schlechter Haltung ein tiergerechtes Zuhause.

www.vier-pfoten.at