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In Memoriam Heli Dungler

ALMO-Ochsen als Landschaftsgärtner: Warum Tierschutz gleichzeitig Umweltschutz ist

30.11.2017

VIER PFOTEN und Firma Schirnhofer fördern mit „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel nachhaltige Bodenbewirtschaftung

Seit Mai 2017 ist die steirische Firma Schirnhofer Lizenznehmer des „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegels von VIER PFOTEN. Konkret sind es drei Produkte vom „ALMO“-Almochsen, die bei den Handelsfirmen der REWE International AG, MERKUR und PENNY, gelistet sind. Das Gütesiegel garantiert verbesserte Bedingungen für die Haltung, den Transport und die Schlachtung der Tiere. Die kleinstrukturierte Landwirtschaft der ALMO-Bauern, die bei Schirnhofer unter Vertrag stehen, fördert darüber hinaus aber auch die nachhaltige Bodenbewirtschaftung und trägt entscheidend zum ökologischen Gleichgewicht in den nahegelegenen Regionen in der Steiermark, Niederösterreich und Kärnten bei. Das bedeutet auch, dass die Jahreszeiten eine entscheidende Bedeutung für die Tiere haben. Nach Monaten auf saftigen Almen hat seit November für die ALMO-Ochsen die Winterperiode begonnen, in der sie über einen geräumigen Laufstall und in vielen Fällen über einen Auslaufbereich verfügen.

„Diese Kooperation zeigt, dass Tierschutz, Umweltschutz und Regionalität positiv zusammenwirken. Wir freuen uns, dass VIER PFOTEN mit dem „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel neben wichtigen Verbesserungen des Tierwohls gleichzeitig den Erhalt wertvoller Almflächen und nachhaltige Landwirtschaft unterstützt. Es geht schließlich um die Lebensgrundlage von uns allen.“

Simone Laister, Leiterin der Abteilung Kooperationen bei VIER PFOTEN

„Schirnhofer hat derzeit 236 ALMO-Betriebe unter Vertrag, die mit dem „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel ausgezeichnet sind. Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt lediglich zwölf Ochsen pro Jahr. Es ist uns seit Jahren ein Anliegen, die kleinstrukturierte Landwirtschaft und damit auch den Tierschutz zu fördern. Gemeinsam mit VIER PFOTEN wollen wir im Jahr 2018 auch jenen Betrieben die Teilnahme am „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegelprogramm ermöglichen, die pro Jahr sogar weniger als fünf ALMO-Ochsen haben.“

Dietmar Sinkovits, verantwortlich für die Betreuung der Landwirte bei Schirnhofer

ALMO-Rinder sind von Frühjahr bis Spätherbst auf der Weide und daher wertvolle Landschaftsgärtner. Sie tragen zum Erhalt der Almen bei, die sonst verwalden würden. Nicht umsonst wurde die Teichalm-Sommeralm-Region vom Land Steiermark als Naturpark ausgewiesen. Umgekehrt finden die Tiere eine große Vielfalt an saftigen Gräsern und würzigen Kräutern als wertvolle, nachhaltige und tiergerechte Futtergrundlage.

„Mit derartigen Maßnahmen greifen wir die steigende Erwartung der Konsumenten an eine gesellschaftlich vertretbare Form der Tierhaltung auf. Wir arbeiten bei der heimischen Fleischproduktion aktiv an innovativen Ansätzen, um gemeinsam mit Landwirtschaft, Tierschutzorganisationen und anderen Akteuren eine nachhaltigere, gesellschaftlich vertretbare Form der Tierhaltung in Österreich auf den Weg zu bringen.“

Tanja Dietrich-Hübner, Leiterin Stabstelle Nachhaltigkeit der REWE International AG

Bis Ende der 1980er Jahre wurden die Ochsen der Region lebend als billige Fleischlieferanten nach Nordafrika exportiert. Für die Tiere war die lange Mittelmeerreise eine strapaziöse und qualvolle Prozedur. Schließlich beschlossen 45 Bauern aus der Region, ihrem Leid ein Ende zu setzen und schlossen sich 1988 zum ALMO-Verein zusammen. 1995 nahm sie die Firma Schirnhofer unter Vertrag. Das „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel wertet die Produkte zusätzlich auf.

„Damit können sich Verbraucher in ganz Österreich beim Einkauf tierischer Produkte bewusst für artgemäße Tierhaltung entscheiden.“

Simone Laister von VIER PFOTEN

In der konventionellen Haltung leben die Tiere in der Regel in eintönigen Ställen. Mastrinder und Schweine werden auf harten Beton-Spaltenböden gehalten, ohne Zugang zu Stroh oder sonstigem kaubaren Beschäftigungsmaterial. Schweine werden ohne Schmerzausschaltung kastriert, ihnen werden die Schwänze kupiert, also abgeschnitten. Intensiv gehaltene Masthühner wachsen schneller als ihr Skelett das Gewicht tragen kann – viele können daher zum Ende der Mast kaum noch laufen. Sie leben in extremer Enge, viele von ihnen erkranken im Laufe der Mast und sterben noch vor dem Schlachttermin.

„All dies ist nach den Kriterien von „Tierschutz-kontrolliert“ nicht erlaubt. Es gilt generell: 100 Prozent mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben, Stallstrukturierung, gentechnikfreie und tiergerechte Fütterung, Beschäftigungsmaterial, feste Gruppen, Tageslicht, Auslauf, eine Begrenzung der Transportzeiten auf das geringstmögliche Maß sowie strenge Vorgaben für die Schlachtung.“

Simone Laister von VIER PFOTEN

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Mag. Elisabeth Penz

Press Officer Austria

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Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen, Orang-Utans und Elefanten – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in zwölf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. www.vier-pfoten.at