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Zwei junge Löwen in Bulgarien

Wildtiere im Zoo

30.1.2021

Problemzone Osteuropa.

Seit Tausenden von Jahren bieten Zoos den Menschen die Möglichkeit, gefährliche oder scheue Wildtiere aus nächster Nähe zu beobachten. Zoos in Westeuropa halten sich in der Regel an die gesetzlichen Vorgaben für die Haltung von Wildtieren wie Bären, Löwen, Tigern usw. Alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union müssen die Zoo-Richtlinie umsetzen, die sicherstellen soll, dass Zoos zur Erhaltung der Artenvielfalt beitragen und auf die Aufklärung der Öffentlichkeit abzielen. Zu den Anforderungen an Zoos gehört es, die biologischen Bedürfnisse der Tiere zu erfüllen und einen Beitrag zur Erhaltung, Bildung und Forschung zu leisten.

Eisbär hinter Gitterstäben

Leider müssen Wildtiere in Zoos in Osteuropa oft noch immer auf engstem Raum und unter entsetzlichen Bedingungen leben. Aus diesen und vielen anderen Gründen entwickeln Zootiere stereotype Verhaltensauffälligkeiten, die auch von Zoobesuchern wahrgenommen werden können. Führen Tiere beispielsweise über einen längeren Zeitraum die gleichen Bewegungen aus, deutet dies auf eine Verhaltensstörung hin, die durch schlechte oder unzureichende Haltungsbedingungen entstanden ist. Stress, Langeweile und Lärm können diese Störungen leider noch verschlimmern. 

Das Fehlen solcher Störungen bedeutet leider nicht zwangsläufig, dass die Tiere in guter geistiger und/oder körperlicher Verfassung sind. Großkatzen, zum Beispiel, sind oft sehr gut darin, ihr Leiden zu verbergen. Zu den unzureichenden Haltungsbedingungen gehören begrenzter Platz, schlechte Gehegeausstattung, fehlende Beschäftigungs- oder Versteckmöglichkeiten sowie unkontrollierte Zucht oder sogar Inzucht.

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Fehlende Einhaltung der Zoorichtlinie und Lizenzen

Nicht alle osteuropäischen Länder sind Teil der Europäischen Union und in den Nicht-EU-Ländern sind die Haltungsstandards in Zoos oft niedrig. In der Europäischen Union wurde 1999 die Zoo-Richtlinie verabschiedet. Obwohl alle Zoos in der Europäischen Union an diese Richtlinien gebunden sind, wurden sie auch Jahre nach ihrem Inkrafttreten noch nicht in allen Mitgliedsstaaten umgesetzt. 

Die meisten Mitgliedsstaaten in Osteuropa haben die Zoo-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt. Das bedeutet, dass die lokalen Behörden die nationale Zoogesetzgebung in ihrem Land nach eigenem Ermessen umsetzen. Häufig fehlt das Know-how und es werden dem Zoopersonal keine Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten. Dies hat bereits dazu geführt, dass viele Zoos in Osteuropa ihre Lizenzen zur Haltung von Wildtieren wie Bären, Löwen und Tigern verloren haben. Einige Zoos sind bereits seit Jahren geschlossen, während die Tiere noch immer dort sind und leiden. Andere Zoos bleiben geöffnet, arbeiten ohne Lizenz oder haben sogar eine Lizenz erhalten, obwohl sie die Anforderungen nicht erfüllen.

Tiger hinter Gitterstäben

Bulgarien, zum Beispiel, ist seit 2007 ein Mitgliedsstaat, schafft es aber systematisch nicht, dass heimische Zoos die geforderten Funktionen erfüllen. Im Gegenteil, das bulgarische Ministerium für Umwelt und Wasser hat sogar bewusst ungeeignete Einrichtungen, die Wildtierarten halten, legalisiert. Es wurden Zoogenehmigungen erteilt, ohne sicherzustellen, dass sie die Standards für Tierhaltung, Naturschutz und Bildung erfüllen. Selbst Einrichtungen, die nach wie vor illegal sind, wurde erlaubt, weiterhin Wildtiere zu halten und zu züchten. 

Ähnliche Situationen wurden in Rumänien und Kroatien beobachtet: Behörden lassen die illegale Wildtierhaltung in nicht lizenzierten Zoos einfach weiter zu oder legalisieren diese Aktivitäten, indem sie ihnen eine Zooerlaubnis erteilen, ohne von der Einrichtung zu verlangen, die gesetzliche Verpflichtung zu erfüllen. VIER PFOTEN hat Beweise für ungeeignete Haltungsbedingungen, schlechten Gesundheits- und Tierschutz, unkontrollierte Zucht und Zoos gesammelt, die ohne oder mit einer Lizenz betrieben werden, obwohl sie die Anforderungen nicht erfüllen.  

Was sie tun können

  • Besuchen Sie keine schlecht geführten Zoos und Tierparks. Überlegen Sie genau, welchen Zoo Sie durch Ihren Eintritt unterstützen möchten.
  • Nehmen Sie niemals an Foto- oder Streichelgelegenheiten für Wildtiere teil.
  • Denken Sie darüber nach, wie Tiere den Zoo erleben. Für Sie ist es ein Tagesbesuch, für die Tiere ist es ein Leben lang.
  • Beschweren Sie sich bei unzureichenden Haltungsbedingungen direkt bei der Zooleitung und den zuständigen (lokalen) Behörden.
  • Überprüfen Sie den Bildungs- und Erhaltungswert, den der Zoo bietet.
  • Informieren Sie sich über Projekte zum Schutz von Wildtierarten in ihrem Heimatland und unterstützen Sie diese.

Gegen Die Schlechte
Haltung von Zootieren

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