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Zwei tote Hamster auf Gehsteig entsorgt

6.3.2017

Jedes Heimtier bedeutet Verantwortung

Nicht gerade ein Sonntag Morgen, wie man ihn sich vorstellt: Ein Wiener fand gestern früh mitten auf einem Gehsteig im 12. Bezirk zwei tote Zwerghamster; sie waren dort offensichtlich nach ihrem Tod entsorgt oder sogar noch lebend aus einem Fenster oder Balkon geworfen worden. VIER PFOTEN appelliert daher an alle Heimtierhalter, sich immer vor Augen zu halten: Ein Tier bedeutet, Verantwortung für ein lebendes und auch fühlendes Wesen zu übernehmen – egal, wie groß es ist.
 
„Man kann ein Tier nicht einfach wie ein Stück Müll wegschmeißen, wenn es tot oder – noch schlimmer – noch lebendig ist“, sagt Martina Pluda, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN. „Das zeigt nicht nur Respektlosigkeit dem Lebewesen gegenüber. Es ist auch rücksichtslos den Passanten gegenüber, die natürlich erschrecken beim Anblick toter Tiere.“ Der Wiener, der die Hamster gefunden hatte, ging übrigens auch zur Polizei, die jedoch offensichtlich mit der Situation überfordert war und keine Anzeige erstatten wollte. „Bei Verdacht einer tierquälerischen Handlung kann man sich aber auch an die zuständige Veterinärbehörde  oder die Tierschutzombudsstelle wenden. In Wien ist für die Meldung von Tierquälerei und Missständen in der Tierhaltung die Magistratsabteilung 60 (Veterinärdienste und Tierschutz; Telefon: 01/4000 8060; Email: post@ma60.wien.gv.at ) zuständig“, informiert Pluda. 

Wie ist die rechtliche Situation? Sollten die Hamster lebendig aus dem Fenster/Balkon geworfen worden sein, handelt es sich eindeutig um einen schweren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz: Demnach dürfen Tiere nicht ohne vernünftigen Grund getötet werden.

Tote Tiere wiederum sind grundsätzlich aus seuchenhygienischen Gründen entsorgungspflichtig, sie sind vom Halter an eine zugelassene Einrichtung zu übergeben (z.B. Sammelstelle in den Gemeinden, Tierkörperbeseitigung, Tierfriedhof, Heimtierkrematorium, aber auch dem Tierarzt). Ein einzelnes Haustier (Hunde, Katzen, Kleintiere) darf auf dem eigenen Grund des Tierhalters dann bestattet werden, wenn es sich nicht um ein seuchenverdächtiges Tier handelt. In einzelnen Bundesländern gibt es jedoch weitere Einschränkungen. Die Stadt Wien hat Informationen dazu auf ihrer Website zusammengetragen. 

Ausgesetzte Tiere sind laut VIER PFOTEN in Österreich ein großes Problem, vor allem vor der Urlaubssaison und nach den Weihnachtsfeiertagen. Nicht alle, die sich ein Heimtier zulegen, sind sich der großen Aufgabe und auch der Kosten bewusst, die ein Tier im Haushalt mit sich bringt – auch wenn es ein kleines Tier wie ein Hamster ist. Sie fühlen sich in Folge überfordert. Wichtig ist es daher, niemals ein Tier zu verschenken und sich bereits vor dem Anschaffen eines Heimtieres die Konsequenzen genau zu überlegen. Ein VIER PFOTEN Ratgeber hilft bereits im Vorhinein bei der Entscheidung, ob man sich ein Tier anschaffen will oder nicht. 
 
Auch tote Tiere haben laut VIER PFOTEN das Recht, mit dem nötigen Respekt behandelt zu werden. „Es sollte außerdem selbstverständlich sein, seinen Tieren auch einen würdigen Abschied zu gewähren“, sagt Pluda abschließend. „Das trifft auf Hunde genauso wie auf kleine Hamster zu.“

Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Seit 1988 setzt sich VIER PFOTEN dafür ein, dass Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Dafür betreibt die international tätige Stiftung mit Büros in 12 Ländern Aufklärungs- und Bildungsarbeit, nachhaltige Kampagnen sowie Lobbyarbeit. Im Fokus steht dabei die Verbesserung der Lebensbedingungen von Nutz-, Heim- und Wildtieren. In den VIER PFOTEN Schutzzentren finden Bären und Großkatzen aus schlechter Haltung ein tiergerechtes Zuhause.

www.vier-pfoten.at