Tiere und Fettleibigkeit: VIER PFOTEN Tipps zum Abnehmen 

10.1.2017

Es ist bei den Tieren genauso wie bei den Menschen: Grundsätzlich ist ein bisschen Fett mehr auf den Rippen nicht tragisch, vor allem, wenn sich das Gewicht nach kurzer Zeit wieder normalisiert. Fettleibigkeit, auch Adipositas genannt, ist allerdings auch bei Tieren eine ernst zu nehmende Erkrankung, warnt VIER PFOTEN. Ihr negativer Einfluss auf die Gesundheit des Tieres vermindert dessen Lebensqualität und –dauer. 

„Wenn sich die Taille des Tieres kaum noch vom Umfang des Brustkorbes unterscheidet oder die Rippen nur noch schwer fühlbar sind, sollten die Tierhalter aktiv werden“, so VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Martina Pluda. Jedes Gramm zu viel belastet die Gelenke und das Herz-Kreislaufsystem und macht Hunde und Katze unbeweglich und träge. Sollte bereits ein auffälliges Übergewicht vorliegen, ist es ohnehin unerlässlich, den Tierarzt aufzusuchen und gemeinsam mit ihm einen Diätplan zu erstellen. 

Was uns vielleicht ohnehin durch Beobachtung im Alltag auffällt, bestätigt sich leider auch auf wissenschaftlicher Basis: Studien schätzen, dass rund 50% der in westlichen Ländern gehaltene Heimtiere übergewichtig sind. Der Trend ist steigend. Und wie bei uns Menschen sind die Gründe für Fettleibigkeit fast immer ein Zuviel an energiereicher Nahrung und/oder Bewegungsmangel. 

„Vor allem die Portionen beim Trockenfutter sind oft schlicht zu groß“, sagt Pluda. Und energiereiches Nassfutter wurde prinzipiell für Tiere mit einem erhöhten Kalorienverbrauch entwickelt, wie etwa Jagdhunde, säugende Hündinnen und Katzen. Wird es Tieren mit einem eher geringen Kalorienverbrauch verabreicht, wird sich das über kurz oder lang im Gewicht bemerkbar machen.“ 

Vom Bewegungsmangel besonders betroffen sind ältere Tiere oder Tiere mit Behinderungen, die eine hohe Aktivität verhindern. Aber auch die Trägheit der Halter kann ein echtes Problem sein. Martina Pluda: „Wenn sich jemand nur schwer für ausgedehnte Spaziergänge motivieren kann, sollte er/sie auf keinen Fall einen Hund anschaffen, der viel Bewegung braucht.“ Allerdings gibt es auch Tiere, die aufgrund ihrer Rasse, ihrer Kastration und ihres Alters zum Übergewicht neigen. 

Wird ein Tier auf Diät gesetzt, ist laut VIER PFOTEN folgendes zu beachten: 

  • Der Tierarzt soll unbedingt einbezogen werden. Er kann über eine auf das Tier abgestimmte Diät beraten.
  • Bei ernährungsbedingtem Übergewicht kann durch eine gezielt reduzierte Tagesration viel erreicht werden. Im Fachhandel ist zudem kalorienreduziertes Futter erhältlich.
  • Außerdem sollten die Mahlzeiten möglichst wenig Fett enthalten.
  • Auch Leckerlis sollten nicht übertrieben oft verabreicht werden. Sie müssen unbedingt im Diätplan berücksichtigt werden.
  • Das Tier sollte nichts mehr vom Tisch bekommen.
  • Achtung bei der Diät der Katze: Bitte lassen Sie sich auf jeden Fall vom Tierarzt beraten, man kann mit einer Diät leichter als beim Hund Schaden anrichten.

Parallel zur Diät ist Sport für das Tier unabdingbar, allerdings ist es wie beim Menschen: Man sollte vorsichtig beginnen. Die VIER PFOTEN Empfehlungen an die Tierhalter: 

  • Dehnen Sie Ihre Spaziergänge aus.
  • Nehmen Sie Ihren Hund zum Joggen oder Nordic Walking mit.
  • Spielen und toben sie viel mit ihm.
  • Gehen Sie mit ihm schwimmen. Vor allem, wenn das Tier schon Gelenkprobleme hat, ist Schwimmen eine entlastende Bewegungsmöglichkeit.
  • Lassen Sie Ihre Katze nach verschiedenen Ködern jagen, die Sie an einer Angel befestigt haben. Generell tragen mehr Spiel-Möglichkeiten tragen zur angenehmen Gewichtsabnahme bei einer Katze bei.

Bleibt die Frage: Und wenn Tiere an Leckerlis als Belohnung im Rahmen einer positiven Konditionierung gewöhnt sind? VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Pluda empfiehlt: „Verabreichen Sie nur Leckerlis in winzigen Größen. Und belohnen Sie Ihr Tier am besten mit vermehrten Spieleinheiten oder langen Spaziergängen. Damit machen Sie ihm nicht nur die größte Freude, sondern sorgen auch dafür, dass es gesünder und damit länger lebt.“

Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

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