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Kaninchen sind keine Kuscheltiere

12.3.2018

Vor Ostern müssen Tiere oft als lebende Geschenke dienen

„Nehmen wir uns ein Kaninchen, dann haben die Kinder auch was zum Kuscheln!“ – hinter dieser sehr weit verbreiteten, gut gemeinten Absicht vieler Eltern steckt laut VIER PFOTEN leider ein völliger Irrglaube. „Das Tragische daran ist: Für diesen Irrtum müssen tausende Kaninchen in österreichischen Haushalten unter tierschutzwidrigen Bedingungen leben“, sagt VIER PFOTEN Heimtierexpertin Sarah Ross. Und gerade zu Ostern müssen sie besonders oft als lebende Geschenke dienen.

In freier Wildbahn leben die Tiere in großen Gruppen auf weichem Boden; zu ihrer täglichen Beschäftigung gehört das Graben von Höhlen und rohrartigen Gängen. Daher stellt sich natürlich prinzipiell die Frage: Kann man Kaninchen überhaupt artgemäß halten? Die Antwort von VIER PFOTEN ist: Ja, aber nur unter gewissen Voraussetzungen.

Zunächst sollte man sich wirklich schon vor der Anschaffung intensiv mit den Bedürfnissen der Tiere auseinandersetzen. „Schon da müsste vielen Interessenten klarwerden, dass sie den natürlichen Ansprüchen dieser Tiere nicht gerecht werden können“, meint Sarah Ross. „Denn auch aufgrund ihrer Größe werden Kaninchen gern als das perfekte Heimtier für Kinder angeschafft. Dabei sind die Tiere für Kinder ungeeignet. Weder mögen sie angefasst noch auf den Arm genommen werden. Kaninchen leben auf dem Boden. Werden sie hochgenommen, empfinden sie Angst und Aggression. Als Reaktion wehren sie sich mit Beißen und Kratzen.“

Zudem sollte man beim körperlichen Kontakt sehr vorsichtig sein: Werden die zarten Tiere unsachgemäß gehalten, besteht die Gefahr des Knochenbrechens. Was allgemein auch nicht bekannt ist, ist die Tatsache, dass Kaninchen ein sicheres und vor allem leises Umfeld benötigen. Als Beutetiere können sie durch laute Geräusche und schnelle, unkoordinierte Bewegungen leicht erschrecken und enormen Stress empfinden.

Ab in den Garten...

Aber es gibt auch gute Nachrichten: „Allen Gartenbesitzern, die Freude daran haben, die possierlichen Tiere bei ihrem Treiben zu beobachten, kann ich grünes Licht geben“, sagt Sarah Ross. „Bauen Sie ein Gehege über mehrere Meter, welches es den Tieren erlaubt, sich aufzustellen, zu buddeln, zu knabbern und sich zu verstecken. Je mehr Platz für die Kaninchen zur Verfügung steht, desto besser.“ Tipps zum Thema Freigehege gibt’s übrigens hier: http://www.vier-pfoten.de/themen/heimtiere/kleintiere/ratgeber/freigehege-im-fruehjahr-und-sommer/

...und niemals alleine!

Kaninchen sind Rudeltiere; kein Mensch kann ihnen die Artgenossen ersetzen. Daher sollte das Kaninchen mindestens einen Partner haben, egal ob gleichgeschlechtlich oder nicht. Kaninchenhalter sollten allerdings bei einer heterogenen Haltung über eine Kastration nachdenken, wenn sie einen allzu großen Kaninchensegen vermeiden wollen. Sarah Ross: „Eine Kastration hat auch andere Vorteile: Bei den weiblichen Tieren beugt sie diversen Krebserkrankungen wie Gebärmutter- und Eierstockkrebs vor; männliche Kaninchen werden in der Regel ruhiger und leiden nicht länger unter ihrer sexuellen Aggression.

Abschließend gibt Sarah Ross noch einen Tipp für die Anschaffung: „Bitte kaufen Sie niemals ein Tier im Internet oder im Zoofachgeschäft! Denken Sie bitte darüber nach, Tieren aus dem Tierheim den Vorzug zu geben; dort warten viele auf ein schönes tiergerechtes Zuhause.“

Ganz allgemein weist VIER PFOTEN bereits seit Jahren und auch heuer vor Ostern wieder darauf hin: Tiere sind keine Geschenke.

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Mag. Elisabeth Penz

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Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Seit 1988 setzt sich VIER PFOTEN dafür ein, dass Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Dafür betreibt die international tätige Stiftung mit Büros in 12 Ländern Aufklärungs- und Bildungsarbeit, nachhaltige Kampagnen sowie Lobbyarbeit. Im Fokus steht dabei die Verbesserung der Lebensbedingungen von Nutz-, Heim- und Wildtieren. In den VIER PFOTEN Schutzzentren finden Bären und Großkatzen aus schlechter Haltung ein tiergerechtes Zuhause.

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