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Gammelfleisch-Skandal zeigt Notwendigkeit schärferer Kontrollen

21.3.2017

Betriebe in Österreich greifen oft auf Fleisch aus dem Ausland zurück

Laut VIER PFOTEN zeigt der Gammelfleisch-Skandal in Brasilien, wie wichtig eine bessere Kontrolle der globalen Fleischindustrie wäre, um die Einhaltung der Produktionsstandards in der Industrie sicherzustellen. Nur so kann auch die Sicherheit der Konsumenten garantiert werden. Die Tierschutzorganisation fordert schon lange verschärfte internationale Kontrollen. Zudem mangelt es nach wie vor an einer Kennzeichnung von verarbeitetem Fleisch sowie von Fleisch in der Gastronomie . Dass dies nötig ist, zeigt auch eine VIER PFOTEN-Umfrage, nach der Betriebe bei tierischen Produkten durchaus auf ausländische Ware setzen (Link zu Ergebnissen: https://www.vier-pfoten.at/themen/nutztiere/news/gastroumfrage-von-vier-pfoten/ )

„Ein wichtiger Schritt wäre dabei eine verpflichtende Kennzeichnung von verarbeiteten Produkten, die es dem Konsumenten ermöglicht, beim Einkauf auch auf die Herkunft des Fleisches zu achten“, sagt Martina Pluda, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN. „Zudem wäre eine verpflichtende Herkunftsangabe auch in der Gastronomie notwendig, da hier häufig billiges Fleisch aus dem Ausland zugekauft wird. Dies ist nicht nur im Hinblick auf die oft gravierenden Unterschiede bei der Haltung der Tiere notwendig, sondern würde auch endlich mehr Transparenz für die Konsumenten schaffen. Besonders bei Lebensmittelskandalen wie dem in Brasilien ist ein Wunsch nach Transparenz mehr als nachvollziehbar.“

Mitte 2016 wurden 28 Gastronomiebetriebe, die mehr als eine Filiale in Österreich betreiben, nach deren Angebot an Fleisch, Eiern und fleischlosen Gerichten befragt. Die Umfrage sollte vor allem Aufschluss geben über die Mengen, Herkunftsländer und Haltungsformen der verwendeten Fleischsorten, Eier und Eiprodukte. Konkret fragte VIER PFOTEN nach den Herkunftsländern von frischen und verarbeiteten Eiern sowie Frisch-, Tiefkühl- und verarbeitetem Fleisch, und ob die Tiere aus konventioneller oder biologischer Haltung stammen. Weiters wurden Einkaufsmengen von Fleisch und das Angebot an fleischlosen Alternativen erhoben. 10 Betriebe kamen der Anfrage von VIER PFOTEN nach und füllten den Fragebogen auf Basis freiwilliger Selbstauskunft aus. Die weiterführende Recherche des Nachrichtenmagazins „profil“ ergab noch ergänzende Informationen zusätzlicher Betriebe, die das Ergebnis der Umfrage bestätigten und in der aktuellen Ausgabe präsentiert werden.

Obwohl alle Betriebe angeben, dass Regionalität eine wesentliche Rolle spielt, macht die Übersicht deutlich, dass sowohl bei der Frischware, als auch bei den verarbeiteten Produkte Waren aus der ganzen Welt importiert werden. Als Gründe dafür werden Qualität, Preis, Kalkulierbarkeit und die Verfügbarkeit großer Mengen genannt. „Die Konsumenten essen also, ohne es zu wissen, oft Fleisch aus fragwürdiger Haltung“, fasst es Martina Pluda zusammen.

Die Gastronomie spielt bei der Ernährung der Österreicher eine immer wichtigere Rolle, immer mehr Menschen essen regelmäßig auswärts. Pluda: „Bislang hat sich der Gastro-Sektor immer gegen eine Kennzeichnung der verwendeten Produkte gewehrt. Wir sehen aber eindeutig, dass verpflichtende Angaben im mehr als gerechtfertigt sind.“

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Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Seit 1988 setzt sich VIER PFOTEN dafür ein, dass Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Dafür betreibt die international tätige Stiftung mit Büros in 12 Ländern Aufklärungs- und Bildungsarbeit, nachhaltige Kampagnen sowie Lobbyarbeit. Im Fokus steht dabei die Verbesserung der Lebensbedingungen von Nutz-, Heim- und Wildtieren. In den VIER PFOTEN Schutzzentren finden Bären und Großkatzen aus schlechter Haltung ein tiergerechtes Zuhause.

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