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Vietnamesische Gallebären May und Binh Yen gerettet

27.1.2018

VIER PFOTEN beendet Gallebären-Haltung in Provinz Ninh Binh

Für die beiden vietnamesischen Gallebären May und Binh Yen, die viele Jahre auf einer Gallebärenfarm in der vietnamesischen Provinz Ninh Binh ein qualvolles Dasein fristen mussten, ist die Zeit des Leidens endlich vorbei. Heute konnte VIER PFOTEN die beiden Asiatischen Schwarzbären aus ihren winzigen Metallkäfigen befreien und sie von der Gallebärenfarm in das von VIER PFOTEN 2017 in Ninh Binh erbaute Bärenschutzzentrum, den BÄRENWALD Ninh Binh, bringen. May und Binh Yen waren die letzten Gallebären, die in der Provinz Ninh Binh auf einer Farm vegetieren mussten. Mit ihrer Rettung konnte die Tierschutzorganisation die Haltung von Gallebären in der Provinz Ninh Binh beenden. Doch in anderen Provinzen Vietnams leiden immer noch 936 Gallebären auf Bärenfarmen, und vielen von ihnen wird weiterhin mit grausamen Methoden illegal Galle abgezapft.

May und Binh Yen befinden sich derzeit in der Quarantänestation des BÄRENWALDS Ninh Binh, wo sie von VIER PFOTEN-Tierärzten und Tierpflegern rundum medizinisch versorgt und gepflegt werden. Ihr Leben als Gallebären hat traurige körperliche Spuren hinterlassen. Vor allem Binh Yen befindet sich in schlechtem Zustand. Tierärztin Dr. Johanna Painer von der Veterinärmedizinischen Universität Wien, die die Rettung begleitete: „Im Ultraschall konnten wir sehen, dass Binh Yens Gallenblase und ihre Leber große Veränderungen aufweisen. Aufgrund einer Narbe, die sich am Zugang zur Gallenblase befindet, können wir auch mit Sicherheit sagen, dass sie als Gallebär missbraucht wurde. Ihr Zustand ist leider kritisch.“

15 Jahre lang mussten die beiden Tiere, eingepfercht in schmutzigen Käfigen, zusammen mit weiteren zehn Leidensgenossen auf der Gallebärenfarm leben. Neun von ihnen sind in den letzten Jahren gestorben. Eine einzige Leidensgenossin, die Bärin Hai Chan, der beide Vorderpfoten fehlen, konnte VIER PFOTEN im November 2017 retten und in den BÄRENWALD bringen. Ihr trauriges Schicksal und ihre Rettung hatten Millionen Menschen weltweit berührt. May und Binh Yen werden in den nächsten Wochen von VIER PFOTEN-Tierärzten intensiv betreut und medizinisch versorgt. Das gesamte Team hofft, dass die beiden Bären nach der Quarantäne und einer Eingewöhnungsphase im Bärenhaus in etwa fünf Wochen ihr endgültiges Zuhause, ein neu erbautes großes Freigehege neben Hai Chan im BÄRENWALD Ninh Binh, beziehen können. Mit May, Binh Yen und Hai Chan leben dort im Moment insgesamt sechs ehemalige Gallebären.

Das Leid der Gallebären in Vietnam ist noch nicht beendet

Vietnam ist eines von wenigen Ländern in Asien, die bereits rechtliche Schritte gegen die Haltung von Gallebären unternommen haben. Doch die bestehenden Gesetze müssen konsequenter umgesetzt werden. „Wir sind froh darüber, dass wir die Gallebären-Haltung in Ninh Binh mit der Unterstützung der lokalen Behörden beenden konnten“, sagt Thomas Pietsch, Wildtierexperte bei VIER PFOTEN. „Doch leider stockt es in vielen andern Provinzen Vietnams. In unserem BÄRENWALD haben wir derzeit noch 38 weitere Plätze, und wir sind bereit, 38 leidenden Gallebären schnellstmöglich ein schönes, schmerzfreies Leben zu ermöglichen. Daher fordern wir mit der Unterstützung von hunderttausenden Tierfreunden die vietnamesische Regierung auf, die in Aussicht gestellte Schließung der Bärenfarmen energisch voran zu treiben.“

Das Geschäft mit Bärengalle blüht trotz Alternativen

Bärengalle gilt seit mehreren tausend Jahren als Heilmittel in der traditionellen chinesischen Medizin und wird zur Behandlung von Augenkrankheiten, Hämatomen, Verdauungsbeschwerden und anderen Beschwerden verwendet. Obwohl ihre Wirkung selbst von renommierten Experten der traditionellen chinesischen Medizin angezweifelt wird und es wesentlich bessere pflanzliche und synthetische Alternativen gibt, ist sie bis heute ein begehrtes Produkt in vielen asiatischen Ländern. Zwar ist in Vietnam der Besitz, Verkauf und Konsum von Bärengalle seit 2005 verboten, doch es leiden dort immer noch 936 Tiere auf Bärenfarmen. Vielen von ihnen wird weiterhin illegal Galle abgezapft), und der illegale Handel mit Bärengalle auf Vietnams Straßen, in TCM-Shops, auf Gallebärenfarmen und im Internet blüht (https://youtu.be/55vVdhAXNfw).

Gemeinsamer Einsatz gegen Tierleid

Im Jahr 2005 startete die vietnamesische Regierung eine Kampagne mit dem Ziel, Bärenfarmen flächendeckend zu schließen. Alle in Gefangenschaft lebenden Bären wurden mit Mikrochips versehen und registriert. Damit wollte man sicherstellen, dass keine neuen Bären mehr auf den Farmen aufgenommen werden. Die registrierten Bären gingen zwar in staatliches Eigentum über, doch die Bärenfarmbetreiber mussten sich weiter um sie kümmern – zumindest bis offizielle Behörden sie abholten und in lokale Auffangstationen brachten oder die Tiere verstarben. Zudem verpflichteten sich die Betreiber, nie wieder Gallensaft von den Bären zu extrahieren. 2017 bekräftigte die Regierung Vietnams nochmals ihre Pläne, Bärenfarmen endgültig zu schließen und Bären gezielt zu retten. VIER PFOTEN unterstützt dieses Vorhaben durch gemeinsam durchgeführte Rettungsmissionen und eine internationale Kampagne.

Tierfreunde weltweit können eine Petition unterschreiben, in der die vietnamesische Regierung aufgefordert wird, Bärenfarmen endgültig zu schließen: www.saddestbears.com/Vietnam. VIER PFOTEN hat sich zum Ziel gesetzt, der vietnamesischen Regierung die Stimmen von weltweit einer Million Menschen vorzulegen. Mehr als eine Dreiviertelmillion Unterschriften wurden bereits gesammelt.

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Mag. Elisabeth Penz

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Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Seit 1988 setzt sich VIER PFOTEN dafür ein, dass Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Dafür betreibt die international tätige Stiftung mit Büros in 12 Ländern Aufklärungs- und Bildungsarbeit, nachhaltige Kampagnen sowie Lobbyarbeit. Im Fokus steht dabei die Verbesserung der Lebensbedingungen von Nutz-, Heim- und Wildtieren. In den VIER PFOTEN Schutzzentren finden Bären und Großkatzen aus schlechter Haltung ein tiergerechtes Zuhause.

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