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Gjina und Pashuk nach ihrer Vergesellschaftung im BÄRENWALD Prishtina

Happy End für die ehemals traurigsten Bären Europas

Pashuk & Gjina konnten vergesellschaftet werden

Den Moment, als wir Pashuk zum ersten Mal gesehen haben, werden wir nie mehr vergessen. Der Bär lebte in einem winzigen Käfig nahe eines Restaurants in Albanien und wurde dort als Attraktion gehalten. Das ist in Albanien nichts Ungewöhnliches. Dennoch erschütterte uns das Schicksal von Pashuk schwer. Obwohl der Bär in einem Käfig gehalten wurde, hatte er eine Kette um seinen Hals. Diese Kette war bereits so tief eingewachsen, dass die Luftzufuhr gestört war und der junge Bär kaum mehr selbstständig atmen konnte. Seine Rettung geschah also in letzter Minute.

„Ich habe schon viele leidende Bären gesehen, aber so etwas habe ich noch nie gesehen. Die Kette ist so tief eingewachsen, dass schon Haut darüber gewachsen ist. Die Besitzer haben Pashuk, als er noch klein war, die Kette angelegt, ihn dann in diesen Verschlag gesperrt und die Kette nicht wieder abgenommen."

Carsten Hertwig, VIER PFOTEN Bären-Experte

Auf unser Drängen hin konfiszierte die albanische Regierung den Bären in unserem Beisein. Der erfahrene Tierarzt für Wildtiere Dr. Frank Göritz begleitete bei der Rettung und entfernte Pashuk die tief eingewachsene Kette sofort. Lange hätte er so wohl nicht mehr überleben können. Das Eisen hatten seinen Hals tief verwundet. Da Pashuk in einem extrem schlechten Zustand war, brachten wir ihn in den Zoo von Tirana, wo er sich einige Wochen erholen und neue Kraft für die Weiterreise in unseren BÄRENWALD Prishtina im Kosovo sammeln konnte.

In der Zwischenzeit wurde mit der Bärin Gjina ein weiterer Restaurant-Bär entdeckt. Die etwa dreijährige Gjina hauste in einem Steinverschlag, der kaum größer als drei Quadratmeter groß war. Sie wurde täglich mit bis zu 15 Bieren und Weißbrot gefüttert. Als Gast konnte man Gjina Bier kaufen, welches ihr daraufhin eingeflößt wurde. Als wir uns dem Verschlag von Gjina näherten, schlug uns bereits ein unangenehmer Alkoholgeruch entgegen. Ihr gesamter, kleiner Körper stank danach. Auf Grund der Größe ihres Käfigs war die dreijährige Bärin sehr klein gewachsen. Kaum 60 Kilogramm brachte sie auf die Waage, als wir sie - nach einer heftigen Auseinandersetzung mit ihrem Besitzer - gemeinsam mit albanischen Behörden und der Polizei beschlagnahmten.

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Gjina und Pashuk beziehen ihr neues Zuhause

Im Oktober 2016 kamen Gjina und Pashuk in unserem BÄRENWALD Prishtina an. Die erste Nacht verbrachten die schwer traumatisierten Tiere in ihrer Innenbox. Selbst dort merkte man den beiden aber an, wie sehr die vielen Jahre in einem nicht-artgemäßen Gehege sie verändert hatten. Gjina drängte sich unruhig und rastlos von einer Ecke zur anderen; Pashuk zeigte leider stereotypisches Verhalten. Wir wussten, dass es schwer werden würde, die beiden Tiere an größere Gehege zu gewöhnen, doch wollten einen ersten Versuch am kommenden Morgen doch sehr gerne wagen. Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass dies die richtige Herangehensweise ist.

Am kommenden Tag öffneten wir erst die Türe von Pashuk und warteten ganz gespannt. Wir warteten und warteten. Doch Pashuk ließ sich einfach nicht blicken. Zu ängstlich war der Bär. Bei Gjina erwarteten wir uns eigentlich das gleiche Verhalten. Doch es kam ganz anders. Kaum war das Tor ins Außengehege geöffnet, stürmte die kleine Bärin heraus. Fast schien es, als wollte sie so schnell wie möglich jede Ecke ihres Geheges einmal im Schnelldurchlauf kennen gelernt zu haben. Sie beruhigte sich aber schnell und begann bereits nach wenigen Minuten die im Gehege verstreuten Karotten und Äpfel zu vertilgen.

Pashuk brauchte für diese einmalige Erfahrung mehrere Tage. Doch mit Gjinas Hilfe, deren Gehege direkt an seines grenzte, fasste er von Tag zu Tag mehr Vertrauen. Wir merkten sehr bald, dass sich diese beiden sehr gut verstehen würden. Immer wieder beschnüffelten sie sich an ihren Zäunen oder rannten Seite an Seite in ihren Gehegen auf und ab. Für uns war es klar: Wir würden den Versuch wagen, die beiden ehemaligen Restaurant-Bären zu vergesellschaften. Es war ein unfassbar aufregender Tag im Sommer 2017, als wir die Tore zwischen den Gehegen öffneten und die beiden Bären sich das erste Mal wirklich beschnüffeln konnten. Es war wie Liebe auf den ersten Blick. Gjina und Pashuk hatten sich nicht gesucht und doch gefunden. Heute leben sie miteinander in ihrem Anpassungsgehege, das etwas kleiner als ihr endgültiges Gehege ist und warten darauf, endlich soweit zu sein, ihr endgültiges Zuhause im BÄRENWALD Prishtina beziehen zu können. Das gleiche Schicksal hat die beiden miteinander verbunden...

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