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NIE WIEDER KÄMPFEN

Die ehemalige Kampfbärin Kvitka zieht in den BÄRENWALD Domazhyr ein 

Ob in Kvitkas Träumen die Hunde immer noch bellen? Jahrelang begleitete ihr Kläffen und Jaulen das Leben der Braunbärin. Ihr winziger Käfig stand in Hörweite der Hundezwinger. So wurde sie ständig an die schier endlosen Stunden erinnert, in denen sich die Hunde mit gefletschten Zähnen auf sie stürzten, sie erbarmungslos hetzten und sich in sie verbissen, immer wieder, bis zur totalen Erschöpfung. Ihre Peiniger ständig zu hören, muss die Bärin in permanenter Angst gehalten haben.

Ein Leben in Angst

Das Hundegebell hat Kvitka zusammen mit ihrem alten Leben auf der ukrainischen Jagdstation Terebovlya in dem Augenblick hinter sich gelassen, als der Wagen von VIER PFOTEN mit der Bärin aus dem Wald herausfuhr und sich auf den Weg zum BÄRENWALD Domazhyr machte. Hier hat für Kvitka ein neues Leben begonnen. Zum ersten Mal kann sie sich nach Lust und Laune im Grünen bewegen, nach Bärenart klettern, baden oder sich mit verschiedenen Beschäftigungsmaterialien auseinandersetzen. 

Bis zu Kvitkas persönlichem Happy End dauerte es zwei Jahre. Es kostete VIER PFOTEN viel Hartnäckigkeit, bis der Eigentümer zustimmte, die Bärin gehen zu lassen. Dann musste alles sehr schnell gehen: Womöglich hätte es sich der Eigentümer sonst doch noch anders überlegt.

Mit einem rund zehnköpfigen Team fuhr VIER PFOTEN in den Wald, öffnete den winzigen Bärenkäfig und fuhr Kvitka nach Domazhyr.

Hinweis: Bei Ansicht dieses Videos eventuell auftauchende Werbeeinblendungen stehen in keinem Zusammenhang mit VIER PFOTEN. Wir übernehmen für diese Inhalte keinerlei Haftung.

Kurz nach ihrer Rettung sieht man Kvitka noch an, wie sehr sie auf  der ukrainischen Jagdstation gelitten hat. Bei ihrer Ankunft im BÄRENWALD Domazhyr war die Bärin abgemagert und hatte kaum Muskelmasse. Kvitka fühlt sich in der neuen Umgebung aber offenkundig sehr wohl. Aber niemand weiß, wie schnell ihre seelischen Wunden vernarben.

"Wir waren überwältigt zu sehen, wie mutig und neugierig sie vom ersten Moment an ihr neues Zuhause erkundet!”

Magdalena Scherk-Trettin, Mitglied des Rettungsteams von VIER PFOTEN

Der Schock nach der Rettung

Leider zeigte die kurze Untersuchung vor dem Transport deutlich den schlechten Gesundheitszustand der Bärin. Sie war abgemagert und besaß kaum Muskelmasse: eine Folge des Futtermangels und des Lebens in einem mit 4 Quadratmeter winzigen Käfig, der ihr keinerlei Bewegungsfreiheit bot.

Doch was Tierarzt Marc Gölkel vom Leibniz-Institut für Zoo und Wildtierforschung (IZW) in Berlin am meisten erschreckte, war der Zustand ihrer Zähne. Jahrelanges Beißen an den Gitterstäben und die schlechte Ernährung hatten deutliche Spuren hinterlassen. Ein Zahn war bis hinunter zum Nerv gespalten, und es hatte sich eine eitrige Entzündung gebildet – unvorstellbar, welche Schmerzen Kvitka auszustehen hatte!

Nach der Ankunft in Domazhyr nahm Tierarzt Gölkel daher sofort eine Notoperation vor und zog ihr den Zahn. Zum Glück überstand sie den Eingriff besser als erwartet. Unter der Pflege und Fürsorge des BÄRENWALD-Teams erholte sie sich so gut, dass sie gleich am nächsten Tag in das Eingewöhnungsgehege gelassen werden konnte.

Hier darf Kvitka in der nächsten Zeit in Ruhe lernen, ihren natürlichen Instinkten nachzugehen und ganz einfach ein Bärenleben zu führen. Und was könnte passender sein? Schließlich bedeutet der Name der tapferen kleinen Bärin „Blume“, und die darf jetzt aufblühen – weit weg von Hundegebell. 

Seit Jahren setzt VIER PFOTEN alles daran, die letzten Bären der Ukraine zu retten. Sie sollen im 2017 eröffneten BÄRENWALD Domazhyr ein neues, tiergerechtes Zuhause finden.

kampfbären in der Ukraine

Obwohl die Bärenhatz in der Ukraine seit 2015 verboten ist, dürfen Braunbären immer noch auf Jagdstationen gehalten werden. 

Verbot mit Schlupflöchern 

Viele Bären auf Jagdstationen in der Ukraine leben in der ständigen Gefahr, für diesen grausamen „Sport“ eingesetzt zu werden. An lange Ketten gelegt, müssen sie zur Unterhaltung von Menschen gegen Hunde kämpfen. Sie können ihren Peinigern nicht entkommen. Oft systematisch unterernährt, gehen sie geschwächt in den Kampf. Manchen werden außerdem die Krallen entfernt, damit sie sich nicht verteidigen können.

Mit Kvitka sind im BÄRENWALD Domazhyr inzwischen acht Bären eingezogen, die von VIER PFOTEN aus katastrophaler Haltung gerettet wurden. Mittelfristig soll das Schutzzentrum auf fast das Dreifache vergrößert werden und schließlich in großzügigen Gehegen Platz für rund dreißig Bären aus schlechter Haltung bieten.

BÄRENWALD Domazhyr - ein Tierschutzprojekt von VIER PFOTEN

VIER PFOTEN errichtete 2016 in der Nähe der Ukrainischen Stadt Lviv (Lemberg) ein Bärenschutzzentrum. Es umfasst derzeit 7,7 Hektar und bietet ein artgerechtes Zuhause für sechs Bären aus schlechter Haltung. In den kommenden Jahren wird der BÄRENWALD um weitere Gehege erweitert werden und kann dann bis zu 30 Bären ein behütetes Zuhause bieten. Da die ukrainische Regierung auf Initiative von VIER PFOTEN im Jahr 2015 Hundekämpfe mit Bären und Wölfen verboten hat, unterstützt VIER PFOTEN sie in ihrem Vorhaben, diese grausame Praxis zu beenden. Beschlagnahmte und/oder gerettete Bären finden in dem BÄRENWALD Domazhyl eine artgerechte Unterbringung und ein naturnahes Umfeld, indem sie sich von den Strapazen ihres bisherigen Lebens erholen können.

Unterstützen sie Kvitkas neues leben 

Ihr Gesundheitszustand verbessert sich von Tag zu Tag, aber ihr Leben hinter Gittern hat deutliche Spuren hinterlassen.

Spenden sie für kvitka